Linseneintopf

Thomas said: "We have heard that there are some on the earth who take the male seed and the female monthly blood, and make it into a lentil porridge and eat it, saying: 'We have faith in Esau and Jacob.' Is this then seemly or not?"

(Pistis Sophia, Kap. 147)

Mal was historisches

Bei der frühen Kirchensekte der Phibioniten kannte man eine Art Abendmahl, das so ablief: Man fraß sich voll, ging dann zu einer Art Ganbang über, beschmierte sich mit Geschlechtsausscheidungen oder Menstruationsblut und betete dann zu Gott: "Wir bieten dir diese Gabe, den Körper Christi". Danach aß man die Körperflüssigkeiten. Stephen Benko: The Libertine Gnostic Sect of the Phibionites According to Epiphanius, S. 109-110

Kantentriegel

"Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich Kantenriegel VSU 420 der Siegenia Stulptüre heiß." "HAR HAR du bist bestellt! Du wirst ersetzt!

Die Wege der Katze

Das ist sonderbar: Die Hauskatze wurde nach neueren Erkenntnissen im Fruchtbaren Halbmond gezüchtet, aber etymologisch ging sie den umgekehrten Weg: vom proto-uralischen *käďwä zum germanischen *kattu zu lat. catta, gr. γάτα hebr. חתול khatúl ar قِطَّة (qiṭṭa)

Korrespondenzlandschaft

"Die schwarze Farbe des Baumstumpfs, seiner Äste, die in die schwarze Farbe des Rockes, den der Maler trug, überging, in die schwarze Farbe seiner Hose und seines Stocks, leitete in die schwarze Farbe der Berggipfel über." (Thomas Bernhard, Frost S. 150)

Chinesisch-portugiesischer Apfel

Es gibt 3 großen Wortgruppen für "Orange" weltweit: 1. Orange von sa: नारङ्ग nāraṅga Orangenbaum, z.B.: es: naranja, ja: オレンジ orenji 2. Apfelsine (Apfel aus China), z.B. ru: апельси́н, sv: apelsin ) 3. "Portugiese": tr: portakal ar: بُرْتُقَالَة f (burtuqāla), gr: πορτοκάλι (Chinesisch und kleinere Sprachen ausgenommen) Interessante Abweichler: Katalanisch: taronja von arab. تُـرُنْج‎ Zitronenbaum Hebräisch: תַּפּוּז‎‎ (tapúz) Goldapfel

Achternbusch

Alles Gute zum 80. Geburtstag, Herbert Achternbusch. Man muss vermutlich noch unter FJS gelitten haben, um zu verstehen, wie wertvoll so ein Künstler für Bayern war. https://www.sueddeutsche.de/kultur/achternbusch-wird-bayerns-antwort-auf-monty-python-1.4222214

https://www.youtube.com/watch?v=hbNqv4R_uV

Die Verwandlung in den zornigen Dakini

Noch eine Yoga-Übung für Fortgeschrittene:

'Uttering Phat! visualize thyself as having become, instan- taneously, A radiant white skeleton of enormous size, whence issueth flames, So great that they fill the voidness of the Universe, And consume, in particular, the habitations of the genii and daemons; And that, finally, both skeleton and flames vanish as doth a flash of light. [All the while] keep thy mind quiescent.

This practice affordeth supreme protection against infectious diseases. If instantaneously-occurring phenomena come not at the right moment, Or if malignant spirits need to be brought to bay, Thereupon visualize thyself as having been transformed [instantaneously] into the Wrathful Dakini; And, [as before], that thou strippest the hide from thy body (which is the dregs of thy egoism), And spreadest it out so that it covereth the Third-Void Universe, And upon it heapest up all thy bones and flesh.

Then, when the malignant spirits are in the midst of enjoying the feast, Imagine that the Wrathful Dakini taketh the hide and rolleth it up, And, tying it together with serpents and intestines as ropes, Twirleth it around her head and dasheth it down forcibly, Reducing it and all its contents to a mass of bony and fleshly pulp, Upon which many mentally-produced wild beasts feed; And think that these leave not the smallest bit of it undevoured.'

Aus: W. Y. Evans-Wentz: Tibetan Yoga and secret Doctrines. (PDF, S. 378 im PDF bzw. 329 im Original)

Kapala

Zwischen dem deutschen "Kopf" und dem englische "cup" gibt es eine gruselige protoindoeuropäische Verbindung, die sich im sprachverwandten Wort kapala (Sanskrit/Tibetisch) zeigt: Das ist ein ritueller Schädelbecher, aus dem getrunken wird. (Laufer, Berthold: Use of human skulls and bones in Tibet) Kapala Ein Brauch, der auch im Christentum lebendig war: Bis in die Neuzeit trank man z.B. in Ebersberg bei München Wein aus dem Schädelknochen vom Heiligen Sebastian, um sich gegen die Pest zu schützen. So oft, dass man den Schädel 1622 versilbern ließ. Bild: User Mountain on zh.wikipedia

Vom Taufall zur Küche

Das protoindoeuropäische *hros hat eine lange Spur in den Sprachen hinterlassen: In Europa: z.B. lat. ros, engl. rore, franz. rosée: Tau, feucht. Sanskrit: रसा rasa: Pflanzensaft, Essenz, Geschmack, Hindi रसोई rasoi Küche, Thai: รส (rot) Geschmack bis malayisch rasa Empfindung.

Damit ist Englisch übrigens die vermutlich einzige Sprache, die zwei eigene Wörter für den Niedergang von Tau hat: roration und dewfall. Das letztere ist wunderbarerweise auch als Tageszeit verwendbar:

And, when the whirlwinds and the clouds descended From the white pinnacles of that cold hill, She passed at dewfall to a space extended

(...) (Aus: Percy Bysshe Shelley: The Witch Of Atlas )