Mosaikum 1.0
Von KerLeone


Mini Mosaik Ethnologisches Logbuch
Wissenschaftliches und Anekdotisches
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24.1.2005
Museum für Geschmackverirrungen
Am 11.2. 1909 hatte [Gustav E.] Pazaurek, so berichtet er in seinem Werk ["Vom guten und schlechtem Geschmack im Kunstgewerbe"], in seinem Museum eine Abteilung für Geschmacksverirrungen eröffnet, in drei Unterabteilungen: Verfehlungen gegen das Material, gegen die Konstruktion (und Technik) und gegen den Schmuck. Seine Erfahrungen legte er in dem umfangreichen, einige hundert Seiten umfassenden Buch vor. In kurzen, sehr flüssig und lesbar verfaßten Kapiteln, reich illustriert, schildert Pazaurek lange Reihen von Beispielen für seine drei Verfehlungsgruppen: dreizehn für die erste, darunter Vergewaltigungen des Materials, Materialprotzerei, Materialsurrogate; sechzehn für die zweite, darunter Rekordgrößen und ihre Grenzen, funktionelle Lügen, Konstruktions- und Technikspielereien; dreiundzwanzig für die dritte, darunter wahre und falsche Monumentalität, Schmuck an falscher Stelle und in falscher Richtung, zeit- und landfremder Schmuck, um schließlich die gesamten Verfehlungen als Kitsch zu bezeichnen (...).
(Škreb 1984, S. 11)

16.1.2005
Die sogenannten "Entdeckungsreisen"
As a rule the "discovery" of sites like Lake Tanganyika involved making one's way to the region and asking the local inhabitants if they knew of any big lakes, etc. in the area, then hiring them to take you there, whereupon with their guidance and support, you proceed to discover what they already knew. Crudely, then, discovery in this context consisted of a gesture of converting local knowledges (discourses) into European national and continental knowledges associated with European forms and relations of power.
(Pratt, Imperial Eyes, S. 203)

Die linke Spalte in diesem Monat mit der Spezialserie Best of Ludwig Ganghofer:

6.1.2005
Der Alte und das Feuer
"So so? Lachen tust über 's Fuierl? Hast halt noch Hitzen im Blut und brauchst kein Fuierl, gelt? Wart nur a bißl, 's kommt für an jeden, 's Frieren! Jung sein heißt dumm sein. Wann er gescheit wird der Mensch, fangt's kalte Frieren an. Da merkt er, daß 's Fuierl 's einzig ist, was bleibt! Hihihihi! Weiberleut und Lieb und Haß, Gut und Geld und Burgermeister sein, alles is Wasser und gfriert in der Kält. 's Fuierl is 's einzige! Macht so schön warm! Da kann er schlafen, der Mensch. Gut schlafen!" Kichernd griff der Alte mit seinen dürren Händen nach den Flammen (...)."
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 351-352)

5.1.2005
Die französische Baronesse
Als müßte sie dem Wohlgefallen, das sie an diesen "vergnügten" Haaren fand, noch deutlicher Ausdruck geben, sprang sie auf, faßte den Praxmaler-Pepperl über den Tisch hinüber am Kopf und wühlte mit ihren winzigen Spinnenhänden an diesem Wust von blonden Ringeln wie ein Geiziger in seinem Geld.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 322)

4.1.2005
Mutter, wir müssen fort von hier
"Mutter! Wir müssen fort von hier." "Fort?" "Ja. weil ich hin liebe." "Ach Gott!" stammelte die alte Frau. "Was ist über mich schon alles gekommen! Und jetzt auch das noch! Mein Kind muss ich leiden sehen und kann ihm nicht helfen. So ein Unglück!" "Nein, Mutter!" Lolos Augen leuchteten in stillem Glanz. "Was ich fühle, ist das Herrlichste eines Menschenherzens. Es wird mein Leben erfüllen wie die Sonne einen klaren Tag. Ist Liebe weniger schön und reich, weil sie nicht hoffen darf? Kein Unglück, nein! Was ich fühle, ist Glück."
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 316)

3.1.2005
Hier geht's um Liebe
Wortlos stand sie vor ihm, von dunkler Glut übergossen.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 271)

2.1.2005
Vom Zwirnfaden des Lebens
Sie stiegen bergwärts in der Nacht, und Beinößl kürzte den mühsamen Weg mit heiterem Geschwatz - er war einer von jenen "Gescheiten", die den Zwirnsfaden des Lebens lustig um die Finger wickeln, so kurz und dünn er auch geraten ist.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 240)

1.1.2005
Der Böse
"Ach so!" Mit galligem Lachen nickte Mazegger vor sich hin. Und während der Zorn in seinen Augen funkelte, zerstörte er mit einem Fußtritt die Fährte. Hastig schritt er über das Latschenfeld und trat in den Wald. Im Dunkel der Bäume blieb er stehen. Und als er das Mädchen aus der Hütte treten sah, lachte er, hob die Büchse, spannte den Hahn und legte das Gewehr an die Wange.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 238)

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[30.01.2005] 
Genf unter Eismantel
genfer_see_eis.jpgAm Genfer See kamen letzte Woche anscheinend Wasser, Wind und Kälte zusammen und haben am Ufer eine absurde Landschaft hinterlassen. Photos davon auf einer französischen Seite.
Via Boingboing
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[29.01.2005] 
Melancholie Modeste
"Du weißt doch, was du mir bist.", sage ich und gieße das Nudelwasser ab.
"Dann schreib´ das auch mal.", gibt mir der T. auf und stößt die Gabel wütend in die Spaghetti.

Also gut:

Wie ich den T. kennenlernte
Diese wunderbare Einleitung schenkt uns Modeste in ihrem Weblog, schöner narrativer Trick, überwindet das Tagebuchartige hin zum Weblog. Außerdem gut dort: Die Perle am Helmholtzplatz.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 1]

[29.01.2005] 
Dada-Hymne auf den Fabrikarbeiter
jeans_team_bauer.jpg Schöner dadaistische Elektro-Minimal-Pop: Jeans-Team mit "Oh Bauer" (mov, 25MB). Alle Songs vom Album gibts beim Label als 192er MP3s für 99 Cent zum Kaufen.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 1]

[28.01.2005] 
Kopierschutz umgehen
Wer Kopierschutz von CDs und DVD umgehen will, sollte mal diese Pressemeldung der Deutschen Phonoverbände durchlesen, da findet er eine genaue Anleitung, wo man Nachrichten findet, die von Firmen handeln, die entsprechende Software herstellen.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 3]

[28.01.2005] 
Spamusement
Repost auf Anfrage: Poorly-drawn cartoons inspired by actual spam subject lines! Jeden Tag ein neuer ...
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[28.01.2005] 
target="no_obey"
Sum1 hat eine sehr wichtige Debatte angestoßen: Er findet, Blogger sind zu konservativ und versteht nicht, warum sie ihr Potential nicht nutzen, um die Welt zu ändern.
Ich habe einige Probleme mit seiner Sichtweise, die ich in den Kommentaren vorgebracht habe. Grundsätzlich kann man sich aber seinen Aufruf schon zu Herzen nehmen. Manchmal braucht es jemanden, der einem den Mut macht, dass man etwas ändern kann.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 4]

[27.01.2005] 
Neues Weblog: "Fluchtweg"
In meinem Freundeskreis wurde mal wieder ein neues Weblog geboren, und ich fühle mich geehrt, dass es gleich mit einer guten Mosaikum-Mischung an den Start gegangen ist: Ein wenig Wissenschaft (Kommunikationswissenschaft), ein wenig Belangloses, ein wenig Kurioses und vor allem ein paar selbstgeschriebene, literarische Versuche. Und das ganze zusammengehalten von einem selbstgebasteltem Weblog-Script. Fluchtweg.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[27.01.2005] 
Das Problem der Politik
Schauen Sie, genau das ist das Problem mit der Politik, dass die, die über die Dinge bestimmen, nichts wissen über das, über das sie entscheiden. Es ist einfach nicht so, dass man Nachhilfestunden für 62,50 Euro pro Stunde geben kann. Und wenn ich auf 125.- Euro im Monat verzichte, dann habe ich entweder nichts mehr zu essen, oder ich habe kein Internet, kein Telefon, kein Berufsverband, keine Websites, kein Auto und kein Handy mehr. Oder ich muss mehr arbeiten. Aber es sind nicht zwei Stunden. Ein Hiwi an unserem Institut muss 15-20 Stunden arbeiten, wenn er 125.- Euro haben will.
Man kann dafür oder dagegen sein, dass Studenten mehr zahlen und mehr arbeiten sollen. Aber man muss dagegen sein, wenn Politiker über diese Dinge entscheiden, wenn sie keine Ahnung haben.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 5]

[24.01.2005] 
IT&W schlägt ein
Das verstehen wohl auch nur echte Mac-Fans: Mit einem uralten Filmchen von 1984, auf dem Steve Jobs erstmals einen Mac präsentiert, haben die geschätzen Blogger-Kollegen um Majo und Karl ihre Seite gecrasht, denn sie wurden zeitgleich gutgeheisen, metagefiltert und gemacworldet. Sauber!
Update: Weeeeee! GESLASHDOTTED!
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 3]

[23.01.2005] 
Sellerie in Ashfork (Eine Kurzgeschichte)
Vorschlag zur musikalischen Begleitung: Reza Manzoori - World Outside (M3U-Stream / MP3-Download)

"Schau die meine Hände an, Junge, das sind Arbeitshände, mit denen werde ich noch mein eigenes Grab ausheben. Vorausgesetzt natürlich, Gott lässt mich noch bis zu meinem Tod leben!" Das war Vin, sein Lachen zu diesem Satz war mir noch im Ohr. Das war sein Humor. Natürlich hat er sein Grab nicht selber ausgehoben mit seinen Händen, aber er war doch bis zu seinem Tod ein kräftiger Mann geblieben, jener Edward Vincent Capello.
Jetzt war halb Ashfork auf dem kleinen Friedhof versammelt, um sich von Vin zu verabschieden. Auf fünfzig Personen schätzte ich den Trauerzug, der sich von der völlig überlaufenen Kirche hierher aufgemacht hatte. Das war ganz beachtlich für einen Lagerarbeiter der Santa Fe Railway Company. Und es wären noch mehr, wenn es nicht geregnet hätte, da war ich mir sicher. Ich schaute den Krähen zwischen den Gräbern zu, wie sie in einiger Entfernung von uns mit dem Wind spielten und immer wieder kurz starteten und wie der Wind mit den Federn der Krähen spielte. Die ersten Sonnenstrahlen trocknete bereits die Nässe auf den Jacken und Anzügen der Trauergesellschaft. Der Boden war freilich noch immer völlig durchnässt, und das Wasser stand in Pfützen auf dem sandigen Lehmboden. vin_350.jpg
Träumer und Sonderlinge gab es damals in Ashfork genug, aber Vin war eine Ausnahme, weil er wusste sich durchaus um den ernsten Teil seines Lebens zu kümmern. Mit Ann, seiner Frau hatte er fünf Kinder aufgezogen. Drei Söhne hatte ich an der Spitze des Trauerzuges ausgemacht, aber ich hatte sie noch nicht begrüßt. Ich wusste gar nicht, ob sie mich kennen. Als ich Vin jeden Tag nach der Schule beim Depot besuchte, waren seine Kinder schon längst ausgezogen, einer ist wohl nach Crookton, wo er bei einem Werkzeughändler arbeitet, und einer ist sogar Anwalt in Prescott geworden.
Es hätten auch Hundert sein können, dachte ich mir, aber so eitel sind die Menschen, dass sie über einen Begräbnisgang nach dem Wetter entscheiden. Ich sah einigen feinen Herren aus Prescott zu, wie sie den Pfützen auswichen. Aber die waren wenigstens gekommen, und dafür mochte ich sie, ausnahmsweise. Für feine Herren hat Vin Zeit seines Lebens nichts übrig gehabt, aber nicht weil er sie nicht mochte, sondern weil er nichts mit ihnen anfangen konnte. Vin konnte Menschen für zwei Dinge leiden: Er mochte Menschen, die ihm etwas erzählten. Erzählen im Sinne von Anvertrauen, einen anderen Sinn hatte das Wort für Vin nicht. Und er mochte Menschen, wenn er mit ihnen Lachen konnte. Dann war allerdings Vin derjenige, der die Witze machte, das musste man akzeptieren.
In seiner Ehe mit Ann gab es wohl nur einen einzigen Streit, der es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hatte. Wie jeder große Streit erwuchs er aus einer Kleinigkeit. Ann hatte für Sonntag ein Huhn gekauft und Chilischoten, weil sie, wie üblich, am Kirchtag für ein anständiges Essen sorgen wollte. Als Vin es in der Speisekammer entdeckte, fing er an zu schimpfen, weil zwei Rindwürste dort schon längere Zeit auf ihren Verzehr warteten. Diese Details und der weitere Verlauf des Streits sind mir und allen übrigen Leuten Ashforks deshalb so gut bekannt, weil Vin sich im Nachhinein so fürchterlich über die Eskalation geärgert hat, dass er zu Erinnerung daran jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai diesen Streit mit Ann nachspielte. Wie in einem Theaterstück. Es war wohl das einizge Theaterstück, was es jemals in Ashfork gab und geben wird. Es war seine Art den Leuten klarzumachen, dass solche Zankereien zu nichts führen außer zu Problemen. Ohne dass er jemanden einladen brauchte, versammelten sich also an jenem Sonntag im Mai zahlreiche Nachbarn und Freunde vor der Veranda des Holzhauses in der Pinaveta Street. Gegen Mittag brüllte er dann aus der Speisekammer seinen Text, denn er natürlich jedes Jahr mit anderen Anspielungen und Späßen anreicherte, dann stürmten beide polternd über die Holzveranda aus dem Haus, Ann mit einem nachgebauten Stuhl aus alten Holzresten in der Hand, Vin mit zwei Würsten, dann tollten sie auf der Straße herum und warfen sich üble Beschimpfungen und Vorwürfe an den Kopf. Ann war nicht minder einfallsreich und sparte nicht an Spott über ihren Mann. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie wir Kinder, aber auch die Männer und Frauen von Ashcroft, vor Lachen bald nicht mehr konnten. Nach einer halben Stunde endete das Schauspiels mit einem tobenden Vin, der auf den Resten des zertrümmerten Stuhls im Staub vor seiner Hütte herumsprang, während Ann sich auf das Schuppendach geflüchtet hatte. Dann gab es einen Applaus und schließlich hob er sie vom Dach des Schuppens, gab ihr einen flüchtigen Kuss und umarmte sie lachend. Die Nachbarn umringten beide und kommentierten nun diesen und jenen Seitenhieb und lachten mit Vin und Ann nochmal über die besten Späße. Manchmal saßen selbst am Abend bei Dunkelheit noch zahlreiche Menschen auf und vor der Veranda von Vins Hütte.
Als Vin und Ann älter wurden, verkürzten sie freilich das ganze Schauspiel erheblich. Die gute Ann wäre kurz vor ihrem Tod sicher nicht mehr auf das Schuppendach geklettert, Gott hab sie selig. Ich habe Vin in den letzten Jahren nicht mehr oft gesehen, aber sie ging ihm sicher ab.
Die Trauergesellschaft hatte sich jetzt um das Grab versammelt, der Sarg wurde versenkt, eine Rede gehalten, von der ich nur die Hälfte verstand, weil ich weit hinten stand. Vorne hatten sich wohl die Familien der Söhne und Töchter, und andere enge Freunde, versammelt, das konnte man aus der tränenreichen Traurigkeit erahnen.
Als die Rede zu Ende war, wartete ich, bis sich die Gruppe aufgelockerte hatte, so dass ich ohne Drängen nach vorne konnte. Ich hatte Vin noch einen letzten Dienst zu erweisen. Bei einer unseren langen Plaudereien im Schatten des Santa Fe Depots, in der langen Mittagspause, da hatte mir Vin eimal ganz deutlich seine Feindschaft mit den Blumen erklärt. Schön sei alles auf der Welt, meinte er damals, und in Arizona wachsen keine Blumen, wenn man sie nicht gießt, also kann man sich doch auch an den Steinen erfreuen. Die Leute müssten sich nur daran gewöhnen, dass Steine schön sind, dann wären sie es auch. Und wer genau hinsehen würde, der würde auch unterschiedliche Sorten erkennen. Und wenn es eine Pflanze sein soll, die man ihm schenkt, dann seinetwegen Sellerie, den könne er wenigstens essen, und die Schönheit suche er sich dann schon selber in der Welt, zusätzlich sozusagen.
Ich hatte die Selleriestengel, in einer Zeitung eingewickelt, die ganze Zeit schon bei mir getragen und nun wickelte ich sie aus und blickte auf die Stengel. Hellgrün glänzten sie im Sonnenlicht. Dann warf ich sie hinab ins Grab. Ich habe gar nicht darauf geachtet, was die anderen Leute von Ashfork davon hielten. Guter alter Vin, du wirst mir fehlen, das war alles was ich mir dachte, und guten Appetit da unten.

Nachtrag:
Das Photo ist eigentlich ein Häftlingsphoto aus einem amerikanischen Gefängnis, 19. Jahrhundert. Es stammt von der wunderbaren Seite von Bruce Jackson, der die Photos in einer Gallerie ausgestellt hat. Über die Person, die auf dem Photo zu sehen ist, ist nichts bekannt. Ich habe mir die Freiheit genommen, diesem Mann nun eine neue Identität zu geben, die von Edward Vincent Capello. Ich habe mir Mühe gegeben, das Leben dieser Identität besser auszugestalten als das, was das Photo mit der Häftlingsidentität vermuten lässt.
Reza Manzoori, den ich für die musikalische Begleitung ausgewählt habe, ist ein Musiker aus dem Iran, der momentan in Kalifornien lebt. Der ausgewählte Titel ist unter Creative Commons Lizenz erschienen.

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[23.01.2005] 
"Just go, look for it!"
salam_pax_video.jpgSo sieht er also aus, der Salam Pax. Das Interview, das bei der interessanten kanadischen Alternativ-Film-Seite ZED gehostet ist, ist anscheinend ein Ausschnitt aus dem längeren Film über Salam Pax, "Baghdad Blogger/Salam Pax: Video Reports from Iraq", der bereits im November gesendet wurde. Einige kluge Statements. Salam Pax meint: Die Weblogs sind kein Ersatz für Medien, sondern eine Ergänzung. Sie machen geben den Headlines den Kontext, sie machen sie realer. Der beste Satz aber war: Journalisten sind immer da, wo die Bomben rauskommen, aber nicht dort, wo sie einschlagen.
Via Max per Mail
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[23.01.2005] 
Die Schönheit

wenn ich nochmal kurz auf die schönheit eingehen dürfte....... nein nein mais mais

als er davonging die schönheit
die schönheit
aber die schönheit
die ist doch längst durchquert
(...)
Schöne Sachen im Weblog für Betrunkene.
Via Goncourt
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[22.01.2005] 
Hermigua / La Gomera / Kanaren / Spanien
gomera_hermigua_350.jpg

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[22.01.2005] 
Defeating Giant Ants
Tipps zum Überleben. Heute: Michael C. LaBarbera erklärt wie man Killerameisen stoppt:
Here's the trick to defeating the giant ants. You don't want a rifle, you want a pile of bricks and a good pitching arm. One well-hurled brick hitting a leg and--plink!--the leg goes into local buckling and collapses, increasing the load on the remaining legs. Two more bricks and you've taken out all the legs on one side; all the bug can do is scrabble in circles. Three more bricks and the giant insect is completely immobilized.
(The Biology of B-Movie Monsters)
Via Acheta
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[21.01.2005] 
Weblogs vs. Medien
Das Fiese an der Sache ist ja vor allem, dass die bodenlosen Artikel selbst, wie z.B. das Doom3-Geschwurbel von Bernd Graff, Matthias Matusseks Indianerblödsinn auf prähistorischem Niveau oder jetzt seit neuestem Philipp Gölters Verdrehgeschichte bei Planetopia, nach ein paar Wochen in den kostenpflichtigen Archiven verschwinden oder ganz einfach versendet sind und in Luft aufgelöst, dass aber diese Journalisten, wenn sie bei ein paar Webloggern negative Karriere gemacht haben, bei Google für Jahre, wenn nicht bis zum Ende des Internets, ihre Namen mit ihren eigenen Schandtaten verbunden sehen. Dafür tun sie mir fast leid. Was sind schon Zuschauermillionen für eine halbe Stunde in längst vergangenen Zeiten gegen eine lebenslange Negativbesetzung des Namens bei Google?
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 3]

[21.01.2005] 
Die Internet-Profis
Von HTML auf CSS umsteigen: So klappt's
Sagt der neue Titel der Internet Professionell.
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[21.01.2005] 
Die Frau mit den Brockhausbänden (gar nicht mal frei erfunden)
Heute nacht saß ich in meinem Zimmer und telefonierte, als auf einmal ein kleiner roter Fiat durch das Zimmer fuhr. Bevor er in der Dunkelheit der Küche verschwunden war, sah ich einige Brockhaus-Bände auf dem Dach, die die Fahrerin anscheinend dort vergessen hatte. "Moment mal", sagte ich in den Hörer, "da hat jemand was auf seinem Dach liegen lassen". Ich legte den Hörer beiseite und lief dem Auto nach. Ich holte es in der Küche ein. Ich klopfte an die Scheibe, und das Auto hielt an. Der Fiat war bis obenhin mit Gegenständen vollgepackt, anscheinend ein Umzug. Die Fahrerin hatte Brockhaus-Bände auf dem Schoß. Auf der Hutablage lagen Brockhausbände. Im Fußraum lagen Brockhausbände. "Sie haben da was auf ihrem Dach vergessen", sagte ich zu der Fahrerin. Sie reagierte nicht wirklich, aber es war irgendwie klar, dass sie die Bände dort oben zum Transport hingelegt hatte.
Ich zögerte nicht lange. Das Auto war nun aus meiner Küche herausgefahren und stand schon vor meiner Tür. Ich machte Kofferraum und Beifahrertür auf und fand noch ein paar freie Ecken, nahm die Brockhausbände vom Dach und verstaute sie größtenteils hinter dem Beifahrersitz. Das Auto war nun schon einen Block weiter, die Fahrerin äußerte sich immer noch nicht merklich, aber ich konnte ein Gefühl der Dankbarkeit ablesen, bevor ich die Türen wieder schloss. Ich sah dem Auto nach. Auf dem Dach befand sich nur noch eine halbe Walnußschale, aber die war festgeklebt. Das Telefonat hatte ich mittlerweile vergessen. Ich stand da und freute mich. Ich hatte einem Menschen geholfen, der zu blöd war sein Auto zu packen. Und mit diesem Gefühl der Zufriedenheit über die eigene Genialität zog sich das Bewusstsein wieder zurück.
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[20.01.2005] 
Kochen mit KerLeone
Heute: Kaktusrotze Fernandez
kaktus_zutaten.jpg Ich gebe zu, dass es etwas unfair ist, hier mein Rezept vorzustellen, bei dem man Kaktusohren benötigt (die Mexikaner nennen sie Nopalitos), aber der geduldige Leser merkt es sich einfach, bis er wieder in Spanien oder Mexiko ist. Außerdem ist es unfair, dem Gericht einen so widerlichen Namen zu geben, man könnte schließlich auch süß-sauer-scharfes Kaktus-Chutney sagen, aber die Sauce ist nunmal irrsinnig schleimig, wie Rotze, deshalb Kaktusrotze Fernandez, und Rotze natürlich genauso gelispelt aussprechen wie Fernandez, eh klar.
Diesmal gibt es das Rezept mit einer kleinen Entstehungsgeschichte. Es ist nämlich so, dass die guten Bewohner von La Gomera sich nicht für Kakteen interessieren. Sie wissen, dass man die Früchte essen kann, aber weil dabei nicht selten feine Stacheln in Zunge, Gaumen und Lippen zurückbleiben, züchten sie lieber Bananen und kaufen davon Orangen, oder andersherum. Kaktusohren essen nur die Ziegen, wie sie das machen, ohne Stacheln abzubekommen, weiß ich nicht. Nun kam es aber, dass mir ein deutscher Urlauber verriet, wir Menschen können auch Kaktusohren essen, und ich konnte nicht lange warten, das zu probieren. "Einfach in der Pfanne braten" war sein Tipp. Roh schmecken sie ja nach Gurke. Ich war enttäuscht. In der Pfanne gebraten schmecken sie nach in der Pfanne gebratener Gurke. Und die Panade fällt ab, weil sie schleimen.
Am zweiten Tag, als ich wieder auf den Berg stieg, um Kaktusohren zu pflücken, wollte ich den Kaktus wie Kürbis zubereiten. Geschmack muss rein, soviel war klar, also wie Kürbiseintopf.
Problem dabei: Gekochter Kaktus zieht Fäden wie Käsefondue und sieht aus wie Tapetenkleister. Ergebnis: Taptenkleister mit Geschmack. Ich aß den Tapetenkleister als Suppe und dachte über mein schwieriges ästethisches Problem nach.
Ästethische Probleme löst man am besten so, dass man sie als großartige Eigenschaft vorstellt. Eine süß-saure Sauce, so wie in Asien, das wäre die Lösung. Am nächsten Tag stieg ich ein drittes Mal auf den Berg, schnitt ein paar Ohren ab und probierte, und siehe da: es war die Lösung: Die Sauce war saulecker, und der Schleim war durch den fruchtigen Chrakter nicht mehr störend. Dafür mache ich dunkel ahnend etwas verantwortlich, dass ich den Marmeladeneffekt nennen möchte.
Das Rezept für 1-2 Personen
2 Kaktusohren
1 Zwiebel
Öl
1 Orange
Saft einer halben Zitrone
2 EL Zucker
2-5 Chilischoten (je nach Schärfe)
kaktus_blatt.jpg Als erstes suchen wir uns einen schönen Kaktus. Das Ohr sollte nicht zu klein oder zu jung sein, sonst schleimt es noch mehr. Ein frisches, aber ausgewachsenes Ohr, gerade gewachsen und möglichst dick (aber kein verholtzes Stamm-Ohr). Zack, abschneiden mit dem Messer.
kaktus_steine.jpg Es gibt einen äußerst hilfreichen Trick gegen die Stacheln, der übrigens auch bei den Früchten gut funktioniert: Einfach mit Sand und Kies abreiben. Wenn er große Stacheln hat, diese vorher mit einem Stein abreiben. Auch die Außenkanten ein paar mal durch den Dreck ziehen.
kaktus_aufschneiden.jpg Daheim dann die Kaktusohren waschen, die Schnittstelle nochmals abschneiden und dann einmal rundherum die Außenkante entfernen. Jetzt sieht man das grüne Fruchtfleisch. Es wird jetzt etwas knifflig, dass man die Schale nicht zu dünn und nicht zu dick abschneidet. kaktus_aufgeschnitten.jpg Man sollte in der Schicht schneiden, in der das Messer leicht zu führen ist, dann schneidet man nämlich unterhalb der Versorgungsbahnen, die sehr holzig sein können. Aber wenn noch was daran klebt, ists auch egal. Im Idealfall bleibt aber alles an der Schale, und zurück bleibt Fruchtfleisch ohne Fasern, so wie hier im Bild.
Der Kaktus wird kleingewürfelt. Zwiebeln auch, anbraten in etwas Öl, dann die Kaktuswürfel dazu. Jetzt kommt die Rotze raus und wir singen "Yeah Yeah Slime Slime, so soll es sein" dazu. Nur nicht nervös werden. Den Zitronensaft und evtl. etwas Wasser dazu, ein paar Minuten kochen lassen. Zucker dazu, Chilischoten dazu, eine kleingeschnittene Orange (wenn sie sehr groß ist, nur die Hälfte, der Rest als Dekoration).
Fertig. Passt zu Fleisch oder Fisch, und Reis. Bei mir gab es gebratene Schinkenscheiben, weil ich kein frisches Fleisch bekommen habe. Und jetzt mit grozem Heizhunger frezen, zagt Fernandez!
kaktusrotze_fernandez.jpg
Weitere Erfindungen aus der Mosaikum-Küche:Thrainländisches Obstcurry Bayrisches Förster-Sushi, Teigtaschen Julienne und Cafecreme Belanglosigkeit
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[20.01.2005] 
Düster-zauberhafte, schwarz-weiße Photographien
Deserted Farms
deserted_farms.jpg
Here you will see some of the photograhs I´ve taken of deserted farms for the past years. This subject has been my main interest for the last 10 or 12 years (which should tell you that I´m far from being normal!).
Marsden Archive
marsden_archive.jpg
Over the last eleven years THE MARSDEN ARCHIVE has become widely recognised as a unique picture library specialising in the fantastic and the supernatural. Categories include haunted houses, mystical landscapes, romantic ruins, gothic graveyards, secret gardens, fantastic follies, crumbling castles, grotesque gargoyles, moonlit abbeys and many more.

Via Media Digest
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[20.01.2005] 
Druckdokumente mit CSS erstellen
Woah! XML und HTML mit CSS druckreif stylen und in PDF umwandeln:
"XML.com just published an article titled Printing XML: Why CSS Is Better than XSL written by Michael Day and Hakon Wium Lie. The article was written in response to Norm Walsh's claim that CSS will never fix [printing]. Did you hear me? CSS will never fix it!. The article shows how a 100-line CSS style sheet gives you the same formatted version of W3C's Webarch as the 1000-line XSL style sheet by using Prince."

Via /.
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[20.01.2005] 
Überdachte Brücken
ueberdachte_bruecken.jpg Covered Bridges in den USA, mit Photo. Und so viele!
Via Cartoonist

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[19.01.2005] 
Surfin USA
surfin_usa_basrah.jpg Abu Ghraib and Basrah
Guantanamo
Yemen and Algeria
only in short time
All over Syria
And in Malaysia

Everybody's gone surfin'
Surfin' U.S.A.
( Beach Boys - Surfin USA, M3U)
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[19.01.2005] 
Kampf den Insekten
Wer es sich schwer machen will, der verfahre wie der 64jährige Rentern, der hier in München vor ein paar Tagen zum Kampf gegen Kakerlaken in seinem Haus einen Freund angerufen hat, mit diesem gemeinsam Gift versprüht hat und anschließend ein paar Bier getrunken hat, mit seinem Freund in Streit geriet und mit dem Messer auf ihn einstach, mit dem Ergebnis, dass dieser, zusammen mit einigen Kakerlaken vielleicht, verstarb.
Wer es sich leicht machen will, der unterlasse es einfach am Morgen sein Bett zu machen, sondern der lasse es einfach so wie es ist, wie ich es aus meinem angeborenen Überlebensinstinkt schon seit jeher mache, weil dadurch nach Auskunft englischer Forscher die Hausstaubmilben versterben.
Resumee: Was immer wir tun, und sei es nichts, irgendwas stirbt immer.
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[18.01.2005] 
Sexy Softwarehersteller
Heute: Bill Gatesbill_gates_sexy.jpg
Via IT&W
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[18.01.2005] 
Nachtrag zu "The Knife"
Nachtrag zu meinem Musiktipp: Die Mix-Version von Heartbeats im Rex the Dog Remix ist allerfeinstens. Fragen sie mich, wenn sie nicht wissen, wo man sie herbekommt.
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[18.01.2005] 
!Resist!
analog_mode.jpg Sum1 erklärt uns, warum der aktuell ausgerufene Modetrend zur Untergrund-Widerstandsmode nicht nur albern ist, wie etwa das "Demolition Jacket" oder die passende Handtasche für den modischen Widerstand, sondern warum sie auch alles andere als revolutionär ist.

|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[17.01.2005] 
Hafengebäude in Valley Gran Rey
valle_gran_rey_hafen_350.jpg
La Gomera/Kanarische Inseln/Spanien
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[17.01.2005] 
Topfanthurienkampagnen
Und noch eine Meldung aus dem professionellen Medienbereich:
Das Team vom Gartencenter Blumen Risse in Recklinghausen ist der glückliche Gewinner des Wettbewerbs im Rahmen der Kampagne "L(i)ebe die Topfanthurie". (...) Die Kampagne "L(i)ebe die Topfanthurie" wurde von Züchtern, Gärtnern und dem Projektbüro von Blumenbüro Holland unter Mitwirkung von LTO-Groeiservice ins Leben gerufen, da der Marktanteil von Topfanthurien im Gesamtsortiment der Topfpflanzen in Deutschland eher klein ist.
Via Parka Lewis
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[17.01.2005] 
Was Sie schon immer über Homosexualität wissen wollten
Malorama hat sich von professionellen Journalisten zu diesem Thema beraten lassen, aus aktuellem Anlass. Hahaha, sehr gut!
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 1]

[16.01.2005] 
Herr F. und seine vielen Freunde (frei erfunden)
verladebahnhof_hauswand.jpg
Man könnte viele Zeilen aufs Papier bringen, um Herrn F. zu beschreiben, aber es wäre überflüssig, denn Herr F. war ein normaler Mensch, mit einer Ausnahme: Er hatte eine eigenwillige Vorstellung von Freunden. Ein Freund war für ihn ein Mensch der stillen Verbundenheit, einer, der einen gewissen Abstand hielt. Er hasste dagegen die Aufdringlichkeit von Plauderei und Geschwätz, er hasste es, wenn Leute ihn anlachten, ganz gleich ob sie dabei laut brüllend oder leise glucksend über ihre eigenen Witze lachten oder ob sie nur einen netten Satz sagten und freundlich schauten. Es kam ihm immer vor wie schmierige Hinterlist, wenn sich jemand nach seinem Befinden oder seiner Freizeitgestaltung erkundigte. Oder ein tagesaktuelles Ereignis kommentierte, mit dem einzigen Zweck ihn zu provozieren, oder Gemeinsamkeit in der Gesinnung vorzuheucheln. Am boshaftesteten empfand er es, wenn man ihn gar einlud zu einer dieser privaten Feiern, wo man sich in einer Wohnung unentwegt die Zähne zeigte, um lachend zu wiehern oder wiehernd zu lachen, ganz egal, oder wie gesagt, glucksend, oder wo man zum Schwätzen oder eben nur zum freundlichen Anschauen zusammenkam. Herr F. strafte diese Menschen mit ihren eigenen Waffen, er ging extra aus reinem Fleiß auf diese Veranstaltungen und sprach alle diese Leute an, alle diese, die er hasste und die seine Feinde waren. Am liebsten erzählte er ihnen Witze und dann wieherte er am lautesten so laut er konnte und gleichzeitige gluckste er als bekäme er keine Luft mehr vor lauter Gehässigkeit. Oder er erkundigte sich nach ihnen und griff ihnen dabei fürsorglich an die Schulter um seine Finger ein wenig in die Jackets zu kneten und sie die Qual dieser Freundlichkeiten selber spüren zu lassen. Glücklicherweise hatte er aber nicht viele Feinde, und darum war er sehr glücklich. Am Abend saß er oft zufrieden bei sich alleine in der Wohnung, dachte an diesen oder jenen freundlichen Menschen, den er in der Straßenbahn getroffen hatte, und der ihn gar nicht wahrgenommen hatte. Oder an die höflichen Menschen in seiner Arbeit, die ihm respektvoll aus dem Weg gingen. Er dachte an die jungen Leute, die er besonders gerne mochte, weil sie andere Sachen im Kopf hatten als ihn anzusprechen oder vor ihm wiehernd ihr Zahfleisch zu entblößen. Allen fühlte er sich verbunden, weil sie nicht so waren wie seine wenigen Feinde, sondern weil sie wie er Distanz und Stille wahrten. Herr F. hielt sich in der Tat für einen großen Menschenfreund deshalb.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[16.01.2005] 
Beweise
Spiegel:
Laut einem Bericht des amerikanischen Star-Reporters Seymour Hersh sind US-Spezialeinheiten heimlich in den Iran eingedrungen und identifizieren Ziele für einen möglichen Angriff. Das Weiße Haus dementiert und sagt, der Bericht sei "voller Ungenauigkeiten".
Na, dann müssen die Nachrichten ja direkt aus dem Weißen Haus zum dem Reporter durchgesickert sein.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[16.01.2005] 
Hallo
gomera_hund.jpg
da bin ich wieder.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 3]

[1.01.2005] 
Zwei Wochen Spontanurlaub
... auf La Gomera beim Herumwandern mit Zelt und Rucksack, es gab einen billigen Flug, leider aber um 9.15 Uhr heute morgen. Bin Mitte Januar wieder da. Bis dahin: Lest die alten News, und jeden Tag ein Ganghofer-Zitat in der linken Spalte - aus technischen Gründen sind sie jetzt schon alle auf einmal erschienen :-)
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 2]

[1.01.2005] 
Seebeben: Bericht aus erster Hand
Ich habe gestern mit Matthias Laubscher, Professor an meinem Institut, gesprochen, der sich zur Zeit des Tsunamis in Indien in seinem Haus in Strandnähe aufhielt. Es scheint dort nicht viel anders zugegangen zu sein als anderswo. Mit anderen Worten: Es war genauso furchtbar.
Er bemerkte die Welle, als die Fischerskinder unten am Strand, die gerade Kricket gespielt hatten, panisch kreischend vom Strand wegliefen. Von seiner Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand am Strand, da eine Tochter krank war. Am Meer sah er dann eine deutliche Welle, die aber weiter draußen noch nicht sehr hoch war. Als sie auf den Strand zulief, wuchs sie aber immer höher und höher und kam schließlich mit einer Höhe von 6-10 Metern am Strand an. Sie brach nicht, sondern wanderte (mit wörtlichem Bezug zum Begriff "Wand") einfach in das Fischerdorf hinein und zerstörte etwa die Hälfte der Hütten. Dann blieb das Wasser stehen, der Lehm der Hütten weichte auf und dann entwickelte sich kurz darauf ein unheimlicher Sog und zog alles mit zurück. Dann war das Meer auf 2-3 Kilometer leer, bis die Welle wiederkam, diesmal allerdings weitaus schwächer.
Die Kinder konnten sich anscheinend noch retten und auch das Haus von Prof. Laubscher blieb unversehrt, weil es auf einer Anhöhe steht. Die Welle stoppte wenige Meter davor.
Es gab eine ganze Menge Tote unter der Bevölkerung des Fischerdorfes, anscheinend vor allem ältere Menschen, die sich aus den Hütten nicht mehr retten konnten. Ein Großteil konnte das Dorf wohl rechtzeitig verlassen, weil alle beim ersten Schrei sofort die Flucht ergriffen, das seien eben Fischer, ergänzte Laubscher. Einige seien aber auch gestorben, weil sie noch während dem Einlaufen der ersten Welle in ihre Boote gestiegen sind um auf das Meer hinauszufahren. Das sei wohl in vielen Fällen auch eine richtige Strategie, aber in diesem Fall war es das nicht.
Nun sei das Dorf vor allem damit beschäftigt, die angeschwemmten Leichen vom Strand zu sammeln und in Massengräbern zu bestatten. Die Familie von Herrn Laubscher ist dort geblieben und hat Säcke mit Reis gekauft, um die obdachlose Bevölkerung zu versorgen. Herr Laubscher selbst versucht nun, von hier aus Spenden zu sammeln, um kurzfristig (Lebensmittel) und langfristig (Fischerboote) die Existenz des Dorfes zu sichern. In Kürze wird es eine entsprechende Meldung mit Spendenaufruf im Ethno::Log geben. Da ich die nächsten zwei Wochen nicht hier bin und die Kontonummer noch nicht erhalten habe, bitte ich alle Interessenten, das Ethno::Log im Auge zu behalten oder Kontakt mit unserem Assistenten Alexander Knorr aka Zephyrin Xirdal aufzunehmen. Ich denke, es könnte eine besonders persönliche Form der Spende sein, da Herr Laubscher und seine Familie uns in den nächsten Monaten mit Nachrichten und vielleicht auch Photos über den Fortgang der Hilfsmaßnahmen berichten kann. Man weiß dann sozusagen, wo das Geld angekommen ist.

edit by zeph: Der Bericht von Herrn Laubscher und sein Spendenaufruf ist jetzt online im Ethno::log.

|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]
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