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Wissenschaftliches Logbuch Private Gedanken und Internet-Fundstücke Literatur


[25.9.2001]
Oppitz steig ein in die Verwandschaftsethnologie, die das liebste Tätigkeitsfeld des Strukuralisten zu sein scheint. Ich verstehe zu wenig davon, um den Text kritisieren zu können. Aber was fest steht: Es gibt nichts was für mich schwieriger zu verstehen ist als Verwandschaftsethnologie. Warum ist die patrilineare Kreuzbasenheirat beispielsweise strukturell so anders als die matrilineare Kreuzbasenheirat? Warums sind die Strukturen nicht symmetrisch. Ich weigere mich, da weiter reinzudenken, bevor ich es nicht muss. Es ist unglaublich kompliziert. Vielleicht auch nur für mich, weil meine Eltern keine Geschwister haben. Aber eins finde ich schon typisch: Die bilaterale Kreuzkusinenheirat erwähnt Oppitz immerhin über eine Seite. Um dann zu sagen, dass sie kaum vorkommt. Der einzige Beweis, den er nennt, ist ein Chinesisches Gedicht:

"In einem Dorfe namens Chu Ch'en
Da gibt es zwei Clans
Die unter sich seit mehreren Generationen heiraten"

Das ist doch stellvertretend für die strukturalistische Methode: Die Struktur und die mathematische Denkerei über dieselbe verselbstständigt sich nicht selten und lässt die "untersuchte" Kultur ununtersucht zurück.
Übertrieben erschien mir dann auch die Überhöhungen des Tauschhandels als dergestalt wichtiges und universal bestehendes soziales Phänomen. Vielleicht bin ich mir aber auch noch nicht ganz sicher über die Zulässigkeit von interkulturellen Vergleichen.

[24.9.2001]
Es ist eine Schande, wie wenig ich zum Lesen komme. Auch das muss einmal angesprochen werden. Heute waren es höchstens eineinhalb Stunden. Zuerst ging der Wecker nicht - zu lange geschlafen. Dann rumgetrödelt. Schließlich Zeit vertrieben, das es sich vor der Mensa nicht lohnt, eine Stunde im Institus zu sitzen. 13.30 Uhr Mensa. Ewig mit C. geplaudert. Dann nicht völlig konzentriert gearbeitet. Internet-Ablenkung. Und um 18.00 schon wieder heim (wg. Einkaufen). So kann es nicht weitergehen. So wird das nie eine Doktorarbeit. Mit Beginn des Semesters wird der Termindruck zwar wieder höher. Gleichzeitig wächst aber auch die zeitliche Belastung durch Seminare. Naja. Das Problem ist ja nicht neu, und es wird ein Lebenskampf bleiben. Mal sehen wer morgen gewinnt - Engelchen oder Teufelchen.

[Nachtrag]
In den paar Seiten, die ich gelesen habe, ging es um Marx. Ich habe abllerdings nicht ganz verstanden, wie der mit dem Strukturalismus zusammenhängt. Ich hatte eher den Eindruck, dass Oppitz als 68er zu viel Marx gelesen hat und ihn nun als Metapher für einige Sachen sieht, die er auch ohne Marx ausdrücken könnte. Soetwas sollte man nicht machen. Aber es erhöht eben die Glaubwürdigkeit, wenn man etwas mit den Worten eines anderen Autors sagen kann. Lichtblick: H. Gallas hat einen Aufsatz verfasst, der über die Anwendbarkeit des Strukturalismus für interpretative Methoden handelt. Bei Bedarf mal reinschauen. Vielleicht kommt man tatsächlich zu einer Synthese. Ansonsten scheint Oppitz aber sehr überzeugt von einer absoluten Wahrheit zu sein.

[24.9.2001]
Oppitz ist immer noch ein Vergnügen zu lesen. In den wenigen Stunden heute ging es um den Nautralismus-Streit und einige erkenntnistheoretische Hintergründe dazu. Zwei Gedanken sind mir dabei gekommen.

1. Egal ob nun "Naturalist" oder "Supernaturalist": Während der Streitpunkt ist, ob die Strukturen der Natur, die wir in Modellen nachbilden, wirklich so existieren oder nur Annäherungen, oder sogar abstrakte Idealtypen sind, sind sich beide Gruppierungen einig, dass die Strukturen erkannt werden müssen. Mir ist da als Gedanke gekommen, dass es ja bereits eine Grundeigenschaft des Menschen ist, zu abstrahieren. Wir erkennen einen Baum als Baum, obwohl jeder Baum eine andere - und noch dazu zu jeder Zeit eine andere - Struktur hat. Wissenschaft arbeitet nun so, dass man sich mit solchen Strukturen genauer beschäftigt. Man abstrahiert ebenfalls. Der Physiker abstrahiert z.B. Kräfte, Energien und Massen. In der modernen Naturwissenschaft hat diese Abstrahierung weniger mit der uns angeborenen zu tun. Nur bei der Verbindung zwischen den Versuchen/ den Messaufbauten mit der Person des Physikers wird wieder abstrahiert. Das geschieht aber in einer solchen Alltäglichkeit, dass darüber nicht nachgedacht wird.
Bei den Geisteswissenschaften hat man das genauso versucht. Das angeborene Abstrahierungsvermögen zu überhöhen und neu zu erfinden. Wir haben hier nicht so eine praktische Trennung zwischen professioneller Abstrahierung ("Modelle") und angeborener (Ich erkennen einen Baum). Die Grenzen sind verwaschen, und gerade beim Umgang mit fremden Kulturen tritt das Problem hinzu, dass angelernte Abstraktionsmuster in anderen Kulturen anders sind. Ein Baum ist dann nicht immer ein Baum. Die Lösung in der literarischen Ethnologie geht dahingehend, dass man sich weiterhin auf seine angeborenen Abstraktionsfähigkeiten verlässt. Ein Baum ist dann ein Baum. Und es gibt Menschen, für die ist ein Baum kein Baum. Fertig. Man braucht möglicherweise nicht erst ein System oder eine Struktur erstellen, die als höherliegendes Abstraktionswissen vorgibt, wann ein Baum ein Baum ist und wann eine Familie eine Familie ist. Nun gut, das ist auf der anderen Seite auch nichts anderes, als die emische Sicht: Man überlässt diese Entscheidung den Einwohnern selbst.
Fest steht: Wir haben eine eingebaute Abstraktions-Funktion ins uns, und ein Großteil davon ist in allen Menschen gleich. Wir haben z.B. keinen besonderen Blick für die Strukturen der Kieselsteine auf dem Boden. Wir haben aber einen für den Unterschied von Baum und Boden. Man muss sich nicht in jedem Fall von dieser Funktion trennen (was komplett gar nicht geht). Wir müssen nicht messen, was ein Baum ist. Wir müssen nur an den Stellen debattieren, wo für eine andere Kultur ein Baum nicht gleich ein Baum ist. Das schaffen wir mit unserem wertvollsten Abstraktions-Tool: Der Sprache.

2. Der Philosoph Carnap hat anfang dieses Jahrhunderts die Beschreibungen in den Wissenschaft in zwei Bereiche aufgeteilt: Eigenschaftsbeschreibungen und Strukturbeschreibungen. Das ist nicht dumm - obwohl ich ein bisschen zweifel, ob sich alle Beschreibungen klar einordnen lassen, wenn sie nicht mathematischer Natur sind. "Ich habe Haare auf dem Kopf" - ist das Struktur oder Eigenschaft? Wie auch immer (die morgige Lektüre wird das evtl. noch klären) - mir kam der Gedanke, dass eigentlich alle Aussagen Beziehungsbeschreibungen sind, und damit relativ. Wenn ich z.B. sage, "Das ist ein Baum", dann ist das streng genommen keine Eigenschaftsbeschreibung des Baumes, sondern eine Beschreibung, dass eine Information in mir angekommen ist, das zu dieser Aussage führt. Neben dem Baum, der in irgendeiner Weise seine Anwesenheit bei mir gemeldet hat (z.B. Lichtreflektion), bin ich vorhanden, der diese Meldung aufgenommen und verarbeitet hat. Die Information, die zwischen uns war, das ist eine Eigenschaft. Aber ohne mich kann "ich" sie nicht erkennen (das geht nicht mal grammatikalisch). Damit besteht eine Beziehung, damit diese Eigenschaft festgestellt werden muss. Die einzige Information, die möglicherweise ohne solche Beziehung auskommt, ist "Ich bin". Aber, ein Neurologe kann möglicherweise auch hier wieder Beziehungspunkte erkennen, zwischen denen die Information ausgetauscht wird.

[22.9.2001]
Heute, Samstag(!), etwas tiefer in den Strukturalismus eingestiegen mit Oppitz, "Notwendige Beziehungen". Das Buch ist absolut vorbildlich verfasst. Es trifft exakt den Mittelweg zwischen saloppen Journalisten-Stil und dem konservativ-wissenschaftlichem Beton-Stil. Der Text ist gut verständlich, verbindlich und exakt, aber dennoch gut zu lesen, kurzsätzig und locker in der Wortwahl. Was gelingt: Der Text wird verstanden - und das ist ja das Ziel eines jeden Buches. Liegt möglicherweise auch an dem jungen Alter des Autors/des Buches. Inhaltlich finde ich dagegen immer mehr Kennzeichen dafür, dass ich in keiner Weise Strukturalist bin. Mich stört der Glaube, dass man hinter den kulturellen Dingen eine komplett Ordnung finden kann. Nach Pouillon bin ich da eher "Atomist" (ist mir auch neu, der Begriff), der Gesamtheit einfach als Nebeneinander der Dinge begreift (S.25). Das bin ich sogar im extremen Maß. Weil ich dieses Nebeneinander sogar zu verstehen suche, obwohl es mir widerstrebt. So gesehen bin ich Anti-Strukturalist, weil für mich nicht die Kultur meine innere Menschen-Struktur widerspiegelt, sondern ich mir als Individuum eine Denkstruktur aneignen muss, die Kultur als Denkstrukturen von vielen Individuen und damit als "Nebeneinander der Dinge" begreift.

[21.9.2001]
Ein kleiner einführender Aufsatz von Schmied-Kowarzik zum Strukturalismus konnte heute teilweise bewältigt werden. Die Kritik und das Lob von ihm gegenüber Lévi-Strauss kann ich komplett teilen. Schon bevor ich wusste, was Strukturalismus ist, fand ich die Texte von ihm zu weit in der Zahlen- und Symbolspekulation. Und schli8eßlich aus den Mythen auch noch Rückschlüsse auf die menschliche Logik zu ziehen - hmmm, ich weiss nicht. Sicher, oft wird es ja immer wieder betont, dass die Ethnologie die Wissenschaft über den Menschen ist. Lévi-Strauss versucht es einfach mal, diese Forderung umzusetzen. Aber ohne nach einem Sinn zu fragen, wie Schmied-Kowarzik richtig kritisiert, ist alle Struktur, die man entdeckt, wertlos.

[Nachtrag]
Vor einigen Tagen, am 17.9.2001 habe ich hier geschrieben, dass man als Mensch nicht den Menschen selbst messen kann. In dieser Frage habe ich von Schmied-Kowarzik Unterstützung bekommen. Das Zitat ist im Excerpt abgelegt (S.3)

[Nachtrag]
Ich habe heute sicher schon zum zehnten Mal in meinem Studium den Begriff "Heuristik" nachgeschlagen. Die Definition in den meisten Lexika ist aber einfach zu unverständlich. Mittlerweile gehe ich aber nicht mehr von eigener Dummheit aus, sondern werfe den Erstellern solcher Lexika vor, die Sache nicht klar ausdrücken zu können. In den meisten Fällen schreiben nämlich die Original-Autoren relativ klar, was sie meinen. Der Lexika-Schreiber scheut sich aber davor, in normalen Worten zu reden. Es soll immer schön sachlich bleiben. Als Resultat versteht man dann nichts. Sicher ist so ein Begriff schwierig zu erklären. Er wurde ja von tausenden Schreiberlingen in den letzten 2000 Jahren vielfach unterschiedlich verwendet. Aber, egal wie, es muss einfach verständlich darzustellen sein. Notfalls mit dem Einschnitt, dass es dann nicht mehr 100% akkurat ist. Mit dem Kompromiss lebt der Journalismus ja auch schon immer.
Schön erklärt war der Begriff dann im Brockhaus: Als Gegenstück zur Brute-Force-Methode als probierende Methode (im Vorgehen aber durchaus strategisch), die einzig im Finden eines Ergebnisses ihre Richtigkeit beweist. Aber das hätten andere dann wieder nicht verstanden.

[Nachtrag]
Seit einigen Tagen spukt mir ein Vergleich von den Geisteswissenschaften mit der Malerei durch den Kopf. Denn auch in der Malerei gibt es viele Strömungen, aber hier ist man sich richtigerweise bewusst, dass es keine "richtige" geben kann. Nur eine, die zur richtigen Zeit mit der passenden Strategie den aktuellen Probleme akkurat begegnet. Mit gefällt das Selbstverständnis in der Malerei, mit der sie verschiedene Strömungen gleichzeitig toleriert. Und man will in irgendeiner Form ja auch Aussagen treffen - auch Aussagen über den Menschen und über Kultur. Wenn ein Künstler ein Bil malt, dann hat er ja eine Idee, er will etwas ausdrücken. Das entwickelt sich möglicherweise auch erst im Prozess des Malens. Und nun wählt er einfach eine Form des Malens, die ihm am besten das alles zu transportieren und zu entwickeln scheint. Am besten mal mit einem Maler darüber sprechen.
Der Vergleich von Naturwissenschaft und Photographie habe ich dagegen wieder verworfen. Die Paralellen beruhen meist auf der technischen Komponente des Photographierens - das Beispiel beißt sich damit in den Schwanz. Oder in den Fuß und dann hinkt es.

[17.9.2001]
Ein kleiner Aufsatz von Roland Girtler, der die wichtigsten Details über den Funktionalismus zusammenfasst wurde heute von mir bearbeitet. Der Funktionalismus scheint die lebendigste Brücke zur Soziologie darzustellen. Grundsätzlich sehe ich in vielen Überlegungen gar nichts falsches, wie bei vielen Methoden ist auch hier die neue Sichtweise anregend. Das Kernelement, das Verstehen der Kultur aus seinen Handlungen ist interesant - dadurch wird es möglich, Kultur aus sich heraus zu verstehen. Entsprechen gut gefällt mir auch Malinowskis Ansatz zur Feldforschung. Es ist diese Nähe, die er mit etwa der literarischen Ethnologie teilt. Völlig daneben ist mal wieder Durkheim, der die Analyse der Funktionen gleich verwenden will, um zwischen "normalen" und "pathologischen" Erscheinungen unterscheiden zu können. Diesen Fehler habe ich ihm ja schon bei meiner Arbeit zur Normalität angekreidet. Und ich war überrascht, dass sich diese Idee nun auch noch bei seiner Entwicklung des Funktionalismus als wichtiger Eckpunkt der Theorie zeigt.
Ein anderes Problem sehe ich mit der Art und Weise, wie das Bild von der Kultur als Organismus dann in funktionalistischen Ausführungen (z.B. S.F.Nadel) so überdehnt wird, dass man naturwissenschaftlich dahergeht und in dem Organismus Messungen veranstaltet und dann daraus Rückschlüsse auf Funktionen von Kultur zieht. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber diese Messungen in einer Kultur sind Messungen in uns selbst und man kann sich selbst nicht ohne Verzerrung messen. Das ist wie in der Physik. Ein Elektronenmikroskop kann keine Elektronen abbilden, weil es mit Elektronen misst. Ganz sinnlos sind sie natürlich auch nicht, solche empirischen Untersuchungen. Aber egal, ich bin zu weit vom Thema abgekommen.

[Nachtrag]
Ein ziemlich dummer Satz fand sich noch bei Girtler:
"Als 'einfache zusammengesetzte polysegmentäre Gesellschaften' bezeichnet Durkheim Sozietäten, bei denen sich mehrere Stämme zusammenfinden. Die 'doppelt zusammengesetzten polysegmentären Gesellschaften' (...) bestehen in der Vereinigung von mehreren Stämmen (Durkheim [1895] 1968: 170 ff..)." (S. 155)
Was ist da jetzt der Unterschied? Setzen sich doch beide aus mehreren Stämmen zusammen, oder? Bei Durkheim ist das ganze zwar auch nicht viel klarer, aber wenigstens nicht widersprüchlich. Hmmm. Hab dem Professor gleich mal eine Mail geschrieben. Die wissenschaftliche Ausrichtung des Professors klingt im Übrigen auch für einen Journalisten interessant: http://www.soz.univie.ac.at/ma/girtler.htm

[17.9.2001]
Heute bin ich mit einem solchen Widerwillen an Morgan rangegangen, ich wollte einfach nichts mehr wissen von den ganzen irokesischen Gentil-Organisationen und den gandowanischen Stämmen und den Stammes-Tieren der Missouri-Völker. Noch dazu wo das alles 120 Jahre alt ist. Also machte ich mich wieder auf um irgendwie zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Literaturliste nicht doch fehlerhaft ist. Und siehe da: Mit Kap 1, 3-15 meinen die Kapitel 1, S. 3-15. Das kam mir, weil im Reader genau dieser Teil kopiert ist. Hab ich bei meinen Zweifeln letzte Woche bloss nicht gefunden, weil der Teil falsch eingeordnet ist. Ich hab das Ganze im Skeretariat gemeldet und mal etwas deutlicher gesagt, dass das ziemlich schwach ist. Immerhin ist das der dritte oder vierte Fehler. Abgesehen von dem Ärger, den die Studenten mit unnützer Lernerei haben - was gibt das Institut da für ein Vorbild ab? Denn später werden dann in der Hausarbeit fehlende Punkte oder Kommas in der Literaturliste kritisiert.

[13.9.2001]
Weiter im Text bei den Irokesen. Mittlerweile überfliege ich weite Teile, weil die Details wirklich sehr speziell sind, wenn man eigentlich nur etwas über den Evolutionismus erfahren will. Auf S.125 und 126 fanden sich dann ganz typische Äußerungen, die so treffend für die Zeit waren, in der Morgan schreibt. Es ist diese Mischung aus Überlegenheit einerseits ("Wir sind schon in der Zivilisation") und einer Begeisterung andererseits, weil Morgan glaubt in den Irokesen einen Spiegel der eigenen anthropologischen Vergangenheit gefunden zu haben. Das ist der Grund seiner hohen Wertschätzung der Irokesen. Dazu kommt die Tatsache, dass er in romantisierender Verklärung bei den Irokesen humanistische Tugenden zu erkennen glaubt. Wenn man eine Kultur so stark auf die eigene bezogen untersucht, ist es verständlich, dass man viele Verhaltensweisen dann überhaupt nicht versteht, sich einmischt oder Verhaltensweisen verurteilt. Missverständnisse sind dadurch vorprogrammiert.

[12.9.2001]
"Die Barbarei endete mit der Erzeugung großartiger Barbaren."
Das hab ich hier gestern zitiert und nach den Ereignissen in New York stehen wir, wenn man Morgan glauben soll, gerade am Ende der Barbarei. Momentan scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein.
Es war nicht leicht sich heute auf die Texte von Morgan zu konzentrieren. Schliesslich war es aber auch eine Möglichkeit der Ablenkung.
Ich musste tief eintauchen in die zahlreichen Aufzählungen von Phratrien und Gentilen nordamerikanischer Indianer. Schliesslich habe ich es aber einfach übersprungen, es scheint mir einfach zu unwichtig zu sein. Zuerst erkennt er in den Stämmen diese Phratrie-Zuordnung, und folgert dann daraus deren Existenz. Nachdem Morgan vor 120 Jahren geschrieben hat, ist diese Information aber ohnehin nicht so wichtig. Das wichtige am Text ist meiner Meinung nach eher die schlichte Denkweise von Morgan, die einen ermahnen sollte. Abwanderung und damit Teilung eines Stammes entsteht bei ihm beispielsweise immer nur durch Nahrungsmangel. Etwas zu vereinfacht, finde ich. Was ist mit religiösen Bewegungen, Kriegen und Vertreibung? Oder Spaltung durch Streit?

[10.9.2001]
Morgan ist sehr unterhaltsam. So spricht er beispielsweise von der "Epoche der homerischen Gesänge" (S. 37). Damit meint er natürlichen die humanistische ins Bodenlose verklärte antike Zeit. Diese Gesänge stellen für ihn übrigens den Beginn unserer Zivilisation dar. Das ist nach eigener definition bei ihm zwar erst mit Beginn der Schrift. Aber nachdem er Homer so großartig findet, macht er hier ein Ausnahme. Homer ist schon in der Gesangsform Indikator der Zivilisation (S.26).

[Nachtrag]
"Die Barbarei endete mit der Erzeugung großartiger Barbaren." (S. 38) Auch dieser Satz brachte mich erstmal zum Schmunzeln. Aber irgendwie hat er doch Recht. Großartige Menschen müssen ja erst zu solchen werden, und das kann ja nur durch das vorhergehende System passieren. So gesehen endet vielleicht jede Epoche mit einem Revolutionär, der die neue Epoche einläutet. War Marx z.B. dann ein großartiger Monarchist? Kann er Marxist gewesen sein? Wo es doch vor Marx keinen Marxismus gab? Schwierige Frage.
Hmm. Ist vielleicht doch Unfug. Die Epoche wird ja erst nachher nach den Revolutionären benannt.
Obwohl. Auf der anderen Seite endet eine Epoche ja immer nach der Zeit ihrer größten Vertreter. Der Nationalsozialismus endete mit Hitler (oder besser: Hitler endete mit dem Nationalsozialismus). Vielleicht war es so gemeint.
Aber dann ist es ja eine ungemein nutzlose Aussage. Das ist wie: Mein Leben endete mit dem Tod. Ach, ich gebs auf.

[6.9.2001]
Der Klassiker des Evolutionismus von Morgan steht an. Es ist wirklich Evolutionismus in Reinform. Ich zweifle nur, ob es wirklich sinnvoll ist, Kap. 3-15 zu lesen.
Immerhin schafft es der Text, meine Unsicherheit noch weiter zu vergrößern, denn wenn Morgan vor 120 Jahren mit so ein Werk große Zustimmung gefunden hat, warum sollen dann nicht in 120 Jahren Ethnologen die Werke von heutigen Wissenschaftlern genauso ablehnen.

[Nachtrag]
Spätestens hier hätte sich Morgan doch selbst wundern müssen: Zu den "hauptsächlichsten Beisteuern" der römischen und griechischen Zivilisationen zählt er ausgerechnet die arabischen Zahlen - und zwar wortwörtlich. (S.25)

[6.9.2001]
Der Text von Brumann ist endlich bewältigt. Meine Fähigkeit, englische Texte zu verstehen, ist weit gesunken. Die Diskussion um den Begriff von "Kultur" ist mir also nicht in ihrer Komplexität klar geworden. Die Abwendung von dem Begriff scheint in einer postmodernen Zerstörungswut geschehen zu sein. Weil man erkannte, dass man gar nicht sagen kann, was Kultur genau ist. Interessanterweise ist nun das Gegenargument Brumanns genauso unsicher: Den Begriff weiterführen, weil er nützlich ist. Insgesamt habe ich bei der Debatte den Eindruck, dass die Positionen nicht so weit auseinandergehen, wie es scheint. Es ist übertrieben, wenn den Gegnern des Begriffs die Lösung unterstellt wird, den Begriff wegzulassen, wie mal ein Schriftsteller das "e" aus einem Roman.
Ich kann mich noch nicht ganz einer Richtung anschließen. Allerdings tendiere ich klar zu Brumann, weil ich die übertrieben Begriffshuldigung satt habe. "What is understood is not need to be discussed" (Van Halen). Nachdem anscheinend besonders in der Ethnologie durch die Potmoderne jedewede Sicherheit über die Wahrheit verlorengegangen ist, muss man einfach mit dieser Akzeptanz irgendwie so weitermachen wie vorher. Verdrängen, dass alles unsicher ist. Unwissenheit und Unsicherheit ist ja seit Sokrates eine Art höhere Form der Erkenntnis. Wenn der Begriff Kultur nicht genau definiert werden kann, dann definiert man ihn eben so, wie er für die Arbeit am günstigsten verwendbar ist. Wenn man auch das nicht beantworten kann, dann verwende man ihn eben einfach so, wie man ihn im Alltag (Forschungsalltag?) verwendet. So wie der Jurist auch kein Problem hat, zu wissen was ein Wald ist. Er weiss das, weil er nie in diesen postmodernen Strudel geraten ist, das nicht mehr zu wissen. Nehmen wir einfach den Good-Will des Juristen, und verstehen wir Kultur einfach, stillschweigend wissend, dass es nicht genauer zu definieren ist.

[3.9.2001]
Der Text von Brumann zieht sich hin, er ist englisch und ich bin deutsch. Einige interessante Gedanken zum Begriff Kultur werden dort aufgeführt und er ist soetwas wie eine Übersicht über die aktuelle Debatte des Kulturbegriffs. Brumann versucht, den Begriff zu retten. Denn in der naturwissenschaftlichen Strömung der heutigen Zeit ist es schwierig, einen so diffusen Begriff wie Kultur weiterhin zu verwenden. Er entzieht sich jeder Definition, wie z.B. der Begriff "Wald" oder "Gotik". Brumann versucht entsprechend naturwissenschaftlich den Begriff zu retten, aber auch erstaunlich (mutig!) banal: Der Begriff ist etabliert, also kommen wir weiter, wenn wir den Begriff behalten, als wenn wir einen neuen Begriff suchen.

[Nachtrag]
Lustig: Das sind die fünf Dinge, die Brumann wohl aus der Stand eingefallen sind, als er an Global-Kultur dachte: T-Shirts tragen, um Lady Di trauern, von der globalen Erderwärmung gehört haben, ein Thermometer kennen und Fußball mögen. Frag ich mich: Hängt Punkt 4 und Punkt 5 zusammen? Und frag ich mich: Beim wem treffen alle fünf Punkte zu? Antworte ich: Wahrscheinlich hats Brumann ein bisschen anders gemeint.

Beginn des monatlichen Logbuchs


[30.9.2001]
Äußerst lustige "Photoshop this picture"-Serie bei FARK mal wieder.

[26.9.2001]
Äußerst mutig: The Onion, eine bekannte amerikanische Satire-Zeitung, hat nach einer Woche Pause wieder zugeschlagen. Mit viel Witz aber auch sehr gutem Fingerspitzen-Gefühl für alles was pietätlos sein könnte, beschäftigen sie sich fast ausschließlich mit dem Terroranschlag. Dabei lassen sie den Bereich der Opfer und des Anschlags selbst vollständig aus. Die Satiren handeln über Bush und seine seltsame Kriegserklärung, über die Bemühungen, Amerika sicher zu machen und auch über die stattgefundene Betroffenheitswelle ("Not Knowing What Else To Do, Woman Bakes American-Flag Cake"). Damit setzen sie den Maßstab, wie man auch in traurigen Zeiten mit Humor umgehen kann, ohne Gefühle zu verletzen. Denn eines ist sicher: Humor braucht der Mensch gerade in traurigen Zeiten. Respekt!

[Nachtrag]
Da dreht es mir als Ethnologen und Journalisten den Magen um: Laut Spiegel-Online sieht Berlusconi die westliche Kultur gegenüber der islamischen als die überlegene. Diese Ansicht hat in der Ethnologie seit 120 Jahren keiner mehr. Außerdem vergleicht er die Terroristen mit den Globalisierungsgegnern. Diese Ansicht hat vermutlich nich nie jemand vertreten. Nun gut, vielleicht ist es nur eine Retourkutsche, weil man ihn mit Hitler verglichen hat. Da ist natürlich dieselbe Diskrepanz - muss man ehrlicherweise zugeben.

[Nachtrag]
Putzig. Spiele, die so klein sind, dass sie in die Taskleiste von Windows passen. Was man links sieht, ist beispielweise "Invaders".

[Nachtrag]
In Amerika redet man mittlerweile schon von der post-9/11 world.

[25.9.2001]
Bei snd.org kann man sich eine Übersicht über zahlreiche Aufmacher der unterschiedlichsten Zeitungen der Welt zur Terrorattacke am 11.September 2001 verschaffen. In diesem Zusammenhang empfehle ich nochmal meine eigene Sammlung von Online-Sonderseiten zur Katastrophe.

[24.9.2001]
Immerhin scheint es ja dann ein erfahrener Schauspieler gewesen zu sein: Max Wright, besser bekannt als Willie Tanner (Der Vater in der Familie der Fernsehserie ALF) wurde nun photographiert, wie er mit Obdachlosen homesexuelle Spielchen macht (was zwar nicht schlimm ist, aber zeigt, wie anders er im echten Leben ist) und vor allem wie er Crack raucht.
Gefunden bei Hinterding

[Nachtrag]
In dieser Zeit riecht es in der Medienküche mal wieder nach Propaganda. Nachdem Bush praktisch unaufgefordert in die Wohnzimmer kommt, empfiehlt es sich, Bin Laden und die alten Schergen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg auch auf einen netten Rethorik-Plausch einzuladen.

[Nachtrag]
Neue Verschwörungstheorie: Das Disney-Imperium hat den Anschlag vorhergeahnt. Ausschnitt aus einem Comic von 1997. ;-)
Gefunden bei Boingboing

[20.9.2001]
Das ist doch mal etwas, was aus all den Bildern der letzten Tage herausrettet: Eine Seite über die Menschen dieser Welt, über das Leben, das Lachen - und vor allem über Luftballon-Hüte. Ja - Luftballonhüte!
Gefunden bei Randomdrivel

[Nachtrag]
Der neuste Schrei für alle die schon einen Penis haben wie ein Schweizer Käse und zwei Brustwarzen mit drei Kilo Metall: Statt Piercing jetzt mal Zungen-Splitting. Der Chef vom "Body Modification E-zine" behauptet sogar: "... a lot of people have a fantasy about doing it, but they don't know it's possible.". Soso. Ich glaube er spricht mit gespaltener Zunge. Howgh!
Artikel newmassmedia.com Video
Gefunden bei Ultimate Insult

[Nachtrag]
Zitat des Tages:
"Insects can do many things that people can't"
Professor Isao Shimoyama
Gefunden in einem Artikel über ferngesteurte Insekten.


[20.9.2001]
Ich hatte ja vor einigen Tagen hier von Verschwörungstheorien gesprochen. Bei der "Urban Legends Reference Pages" hat man jetzt eine Sonderseite eingerichtet, die sich mit Legenden rund um den Terroranschlag beschäftigt. Dort kann man sehen, ob eine Legende wahr ist oder nicht. Beeindruckend: Das Gesicht Satans in den Rauchwolken.

[Nachtrag]
Die Katastrophe schlägt sich auch in den Suchmaschinen nieder. Die TopTen letzte Woche bei Google:
     1. nostradamus
     2. cnn
     3. world trade center
     4. osama bin laden
     5. taliban
     6. american flag
     7. fbi
     8. pentagon
     9. american airlines
   10. american red cross


[Nachtrag]
Nach den Vermutungen, die Terroristen hätten an der Börse spekuliert, nun ähnliche Vermutungen, die Terroristen hätten sich auch die passenden Domains reserviert. Naja - ich glaub das ja nicht so ganz.
Gefunden bei Boingboing

[Nachtrag]
Das musste kommen: Flash-Game "Kick Bin Laden's Ass". Nun gut. Nachdem der Autor einige nachdenklich Worte vor den Spiel-Start setzte und alle Turbanträger von Diffamierungen ausnahm, kann man villeicht auch als Deutscher mit dem typischen elefantengroßen Schlechten Gewissen fleißig drauflosdreschen. Obwohl - innehalten! Bin Laden ist ja nur Hauptverdächtiger. In dubio pro reo (in memoriam conjugii "libris in lingua latina" apum Schockwellenreiter).
Gefunden bei Ultimate Insult

[16.9.2001]
Die Türme New Yorks werden langsam zum Mythos, zum Symbol. Das Bild links drückt vermutlich recht gut den Trotz und den Zusammenhalt gegen die Terroristen aus.
Gefunden bei Linuxkitty
Und im Wissenschaftsteil der SZ las ich heute ein nachdenkliches Wortspiel: Die "Türme" New Yorks wurden von den Terroristen wie bei einem Schachspiel genommen. Bleibt zur ergänzen, dass sie das vermutlich nur durch ein Bauernopfer geschafft haben. Und weitere werden folgen. Am Schluss bleibt ein König übrig und die Welt liegt schachmatt. Naja - Wortspiele bleiben Wortspiele.

[Nachtrag]
Es kursieren ja momentan die dümmsten Verschwörungstheorien zu den Anschlägen. Meist basieren sie auf zeichenhaften Zusammenhängen. So ergibt beispielsweise die Quersumme vom 11.9.2001 "23" und verweist damit auf die Illuminaten. Naja, je nach Berechnungsweise lässt sich das auch für 5 andere Tage im Monat September belegen.
Noch ein Trick: Wenn man in Word "NYC" eingibt und dann den Font "Webdings" wählt, ergibt sich ja ein ganz passendes Symbol für New York. Wandelt man es aber in "Wingdings" um, zeigt sich, dass der Angriff klar den Israelis galt. Noch viel erschreckender: Wenn man das ganze für München (MUC) wiederholt, ergibt sich bei beiden Schriftarten ein fast noch besser passendes Symbol. Vielleicht doch nicht aufs Oktoberfest gehen?

[16.9.2001]
In den letzten Tagen müssen viele Amerikaner sich von ihren Verwandten oder ihren Geschäftsleuten verabschieden. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten muss aber selbst der Tod nicht die letzte Barriere sein. Für nur $9,89 kann man den verblichenen noch eine Message schicken. Inklusive "Destination Calling Sequence" und alles selbstversändlich in der richtigen "carrier frequency". Thanatalk machts möglich.

[Nachtrag]
Guter Artikel in der SZ, der ein akzeptables, moderat kritisches Licht auf die Medienberichterstattung während des New-York-Anschlags wirft. Natürlich von Riehl-Heyse.
Gefunden beim Schockwellenreiter

[14.9.2001]
Ein spannender Text von einem, der am Dienstag in einem Flugzeug auf dem Weg nach New-York war und noch im Flugzeug von dem Unglück erfuhr. Er landete mit zahlreichen anderen Maschinen in Neufundland und wurde dort sehr herlich aufgenommen.
Gefunden bei Argh!

[Nachtrag]
Schlechter Werbegag oder unglaublicher Zufall? Rapper-CD sollte mit Bild der zwei explodierenden World-Trade-Center-Türmen geschmückt werden.

[11.9.2001]
+++ Terroranschlag USA +++
Hier ein kleiner persönlicher Bericht:
In der Institutsbücherei habe ich beim Lesen der Online-Nachrichten von dem Terror-Anschlag in den USA gelesen. Die Bücherei leerte sich recht bald, und auch ich ging dann heim, weil fast alle Internet-News zusammengebrochen waren.
Man konnte auf der Strasse rätseln, wer schon davon gehört hatte, und wer wohl nicht. Viele telephonierten auf der Straße und man konnte an Wortfetzen erkennen, dass sie über den Anschlag redeten. Nachdem ich über das Fernsehen die Bilder wieder und wieder gesehen hatte, ging ich erstmal tanken. Für 250.- DM. Aral hatte den Preis für Diesel bereits auf 1,66 erhöht. Ich konnte noch für 1,61 DM tanken.
Und hier nun eine Übersicht über die Sonderseiten der Nachrichtendienste.

[10.9.2001]
Auf Tierstimmen.de kann man sich auch Lieder von Freddy Quinn bestellen. Hmmm. Dazu der Schockwellenreiter: "So schlecht war die Stimme von Freddy nun doch nicht."

[Nachtrag]
Resepkt! Die bei telepolis.de kennen Leute, die sich ihren Bully, also ihren VW-Bus T2, so ausbauen können, das der räumliche Eindruck eines Lastwagens entsteht. Für alle Tüftler stellt Autor Olaf Deininger sicher Kontakt zu Ausbau-Profi "Mike" (im Photo) her. Eigentlich wäre die Sache einen eigenen Artikel wert gewesen, aber Olaf Deininger versteckte den grandiosen Bastelprofi in einem UMTS-Artikel.

[Nachtrag]
Auf Veranlassung des wissenschaftlichen Springer-Verlags hat die Staatsanwaltschaft München mit fünf Beamten ein Wohnung gestürmt und Computer, Monitor sowie zwei Scanner beschlagnahmt. Nun sucht die Staatsanwaltschaft auf diesen nach (wörtlich) "Heckersoftware zum Entschlüsseln von PDF-Verschlüsselungsprogrammen". Mit anderen Worten, der arme Computerbesitzer hat eine PDF-Datei gecrackt - was jedes Kind kann. Und dafür ist nun der Puter weg.
Nun zerreist sich die gesamte Computergemeinde Deutschlands auf den Heise-Foren mit einer Beitrags-Produktivität von immerhin 2,7 Artikeln pro Minute das Maul. Über die "Heckersoftware", über das "Entschlüsseln von PDF-Verschlüsselungsprogrammen" und über die Beschlagnahme von zwei Scannern. Zu Recht. Meine Empfehlung: Verschusselungs-Programm löschen.
Gefunden bei Heise.de

[Nachtrag]
War gestern in "Die fabelhfafte Welt der Amelie". Empfehlenswert. In dem Film gibt es einen Typen, der es gerne mag, die Bläschen in diesen Plastik-Verpackungs-Folien platzen zu lassen. Wer das sonst gerne mag, dem sei dieses Blasen-Platz-Spiel empfohlen.

[7.9.2001]
Diese Seite eines russischen Komikers, der in New York lebt und dort vor sich hinblödelt hat mich irgendwie an meine Freundin erinnert. Oder an 15jährige Mädchen, die Walkman hören. Oder an mich im Auto.
Übrigens, die Filmbeiträge von dem Freak sind durchaus auch sehenswert.

[Nachtrag]
Neue coole Flash-Sites finden sich seit kurzem auf der Homepage des BerlinBeta Flash-Awards. Der Publikumssieger ist gut gemacht. Die anderen Flash-Filme sind nicht so umwerfend.

[Nachtrag]
Liga1.com beschäftigt sich mit der Internationalisierung des Internets. Ethnologisch evtl. ausschlachtbar. Ebenfalls: i18ngurus.com

[Nachtrag]
Sprechen Sie Apple? Ja, ich spreche Apple! Na, dann sind Sie auf dieser belgischen Apple-Site richtig.
Gefunden bei liga1.com

[3.9.2001]
Wollen wir dem "jetzt"-Magazin der Süddeutschen Zeitung mal verzeihen, dass sie ihre Seiten so kurz nach dem Start noch nicht mit Opera angesehen haben und die ganze Javascript-Kacke nur mit good ol' IExplorer funktioniert. Wär schade, wenn man mit Opera dasitzt, und die spannenden Links anklickt und es passiert nichts, denn das "jetzt"-Hörspiel ist ein kleines Reinhören wert (Fipsi Faberknecht und seine Freunde Schlozzo Spinozzo, Barbeline Bröschke, Fritzi Flügelchen und Butzi die Wühlmaus).

[Nachtrag]
Ich nehm alles zurück. So etwas ist nicht verzeihbar, auch wenn das "jetzt"-Magazin noch so jung im Netz steht: Normalen Fließtext in eine Grafik umzuwandeln und so in die Page einzufügen, das ist jenseits von allen guten Web-Sitten! Eine fette Ohrfeige für Timm Klotzeks Web-Team. Gefunden auf der Seite vom "jetzt"-Hörspiel (die Hörspiel-Beschreibung).

[Nachtrag]
Wie immer findet man solche Sachen durch Zufall. Volker Grassmuck ist Soziologe in Japan und beschäftigt sich mit Themen, die man sonst nur auf telepolis.de zu Lesen bekommt. Sein Artikel über den japanischen "otaku" zeichnete ein Bild des japanischen "Nerds", der nur auf der Suche ist nach Information, um sie zu sammeln. Da sehe ich Parallelen zu allen Webloggern. Gibt auch gute Einblicke in die japanische Medienwelt. Im Textverzeichnis von Volker Grassmuck gibt es auch noch andere interessante Texte. Durch einen solchen wurde ich auch auf die mikro.org aufmerksam, einer Berliner Initiative zur Förderung von Medienkulturen, die möglicherweise ebenfalls interessante Texte aus dem Bereich des progressiven Online-Journalismus anbieten.

[Nachtrag]
Ist zwar auch nur ein Artikel von dem oben erwähnten Volker Grassmuck, aber ich muss diesen gesondert erwähnen, weil sich darin nette Bilder finden, die die Lieblings-Schlagworte der deutschen Denkerei in einen ganz neuen Background bringt. Selber anschauen - drüber reden ist nutzlos.

[Nachtrag]
Buckelbuckel: Bei uns in der Instituts-Bücherei ist die Sitzfläche der Stühle hinten an der Lehne vertieft, so dass die Oberschenkel immer höher liegen als das Gesäß. Das ist schlecht für die Wirbelsäule und zudem ungesund für den Magen, wenn er gerade mit Mensa-Fressi-Fressi voll ist. Aus diesem Grund nun eine Buchbesprechung der besonderen Art: Als Sitzunterlage empfehle ich momentan das Jahrbuch "Freedom in the World". Es hat kein Hartcover, man sitzt also recht komfortabel. Das Format ist gerade breit genug, es ragt also nicht bis unter die Oberschenkel vor. Positiv zu bewerten ist weiterhin die jährliche Erscheinungsweise, so braucht man sich über möglichen Sitzverschleiß kein schelchtes Gewissen zu machen. Daneben erwarte ich mir durchaus positive Auswirkungen des Titels auf die freigeistige Grundhaltung meiner Arbeit. Negativ ist höchstens die mangelhafte Höhe , die links und rechts wenig Platz für ein Durchschnittsgesäß lässt. Acht von zehn möglichen Punkten.

[Nachtrag]
Kurzfilme im Internet, das weiss jeder zu schätzen der einen DSL Anschluss sein eigen nennt.

[1.9.2001]
"Nemo" ist eine Band in Australien, die gute Musik macht. Richtig gut wurde die Musik aber erst durch diese schöne Flash-Animation, die den Song wie ein Videoclip begleitet. Und außerdem: ohne das Flash-Video wüsste ich gar nicht, dass es "Nemo" gibt.

[Nachtrag]
Na, wer kennt die Tante da links? Die wenigsten haben wohl mit dieser Tante gemeinsam die Schule besucht, die meisten dürften mit ihr gemeinsam Internetseiten besucht haben, und zwar in Form eines offensichtlich erfolgreichen Banners. Laut Nielsen-Netrating ist "Find your old friends again" von classmates.com der am meisten angeklickte Banner.
Ähh - ich glaub ich hab sogar auch mal draufgeklickt - früher mal - wo das Internet noch ganz jung war.

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