Mosaikum 1.0
Von KerLeone


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22.11.2008
Arrangement of Spaces
E. T. Hall (1983) introduces the Japanese concept of 'MA' as an example of the deep differences between the European-american and Japanese experiences of time, context, and expression. He maintains that "in the West we pay particular attention to the arrangement of objects, and in Japan it is the arrangement of the spaces - the intervals, MA - that are attended. (189)"
Wreford Miller: Silence in the contemporary soundscape, S. 39.

22.11.2008
Das fertige Werk
Die Phantasie bringt das Werk in Gang, blockiert es aber auch: denn sie wiederholt unablässig eine künftige Lust, ohne daß es ihr gelänge, tatsächlich einen Plan zu ihrer Erfüllung aufzustellen; sie versucht erfolglos, sich dem Realen der Ausführung zu entziehen, der Nötigung, eine Wahl zu treffen, eine Freiheit zu gebrauchen
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 308.

22.11.2008
So treibt es ihn
Wenn der Mensch begabt ist, das ist ein innerer Trieb. Und der wächst von Jahr zu Jahr, wenn der Mensch Freude hat, zu arbeiten. Das ist grad so, wie im Frühjahr ein Rosenstock kleine Knospen bekommt. Im Mai, Juni sind die großen Rosen da. Und so treibt es mich, Jahr um Jahr. Hat der Mensch diesen Trieb und diese Begabung nicht, wird es sowieso nichts. Den Trieb hab ich. Und so arbeite ich weiter, und alles übrige bleibt geheim.
Franz Gsellmann im WDR, 1979

22.11.2008
Das fertige Werk
Zu einem bestimmten Zeitpunkt weckt das Werk das zwingende Gefühl, daß es fertig ist
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 302.

15.11.2008
Alles, wie es kommt
Lang hat mich gequält, daß sich in meinem Innersten kein einziger Gedanke beziehungweise kein Gefühl fand, das die gesamte Richtung meines Lebens bestimmte - alles ging so, wie es eben kam.
Leo Tolstoi: Tagebücher 1847-1910, S. 26. Zitiert nach Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 283.

3.11.2008
Hübsche und hässliche Frauen
Wir gingen wieder zurück in den Park. Wieder besichtigten wir die Mädchenpaare, die auf den Bänken saßen; es kam sogar vor, daß eine junge Frau sehr gut aussah, aber es kam nie vor, daß auch ihre Nachbarin gut ausgesehen hätte. "Darin liegt eine sonderbare Gesetzmäßigkeit", sagte ich zu Martin, "eine häßliche Frau hofft, etwas vom Glanz der hübscheren Freundin zu erhaschen, die hübsche Freundin wiederum hofft, sich vor dem Hintergrund der Häßlichen noch glanzvoller abzuheben (...)"
Milan Kundera: Das Buch der lächerlichen Liebe, S. 59.

24.10.2008
Das Buch als Axt
(...) ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka: Briefe 1902-1924, S. 27f. Zitiert nach Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 283.

23.10.2008
Eine Seele
Eine Seele. Was ist das? Es ist negativ leicht bestimmt, es ist eben das, was was sich verkriecht, wenn man von algebraischen Reihen hört.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 1. Teil, 25. Kapitel.

21.10.2008
Das moderne Wohnzimmer
Der moderne Mensch wird in der Klinik geboren und stirbt in der Klinik, also soll er auch wie in einer Klinik wohnen.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 1. Teil, 2. Kapitel.

21.10.2008
Leona
Da beschloß Ulrich, sie Leona zu nennen und ihr Besitz erschien ihm begehrenswert wie der eines vom Kürschner ausgestopften großen Löwenfells. Nachdem aber ihre Bekanntschaft begonnen hatte, entwickelte Leona noch eine unzeitgemäße Eigenschaft. Sie war im ungeheuren Maße gefräßig und das ist ein Laster, dessen große Ausbildung längst aus der Mode gekommen ist. (...) In ihrem ausgedehnten Körper brauchte jeder Reiz wunderbar lange bis er das Gehirn erreichte.
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 1. Teil, Kapitel 6

21.10.2008
Der zweite Freund
Der Rucksack (...) war mein Gesprächspartner geworden, er hatte mich aufgemuntert, weiterzugehen, wenn ich völlig erschöpft war. (...) Aber ohne ihn ging es viel leichter. Und mein zweiter Freund, der Eispickel, war ja auch noch da.
Reinhold Messner: 13 Spiegel einer Seele, S. 150, zitiert nach Sabine Boomers: Reisen als Lebensform, S. 158.

21.10.2008
Moleskin-Taschenbücher
Bruce Chatwin verwendete ja bekanntermaßen für seine Reisenotizen Moleskin-Taschenbücher und sagte einmal: Einen Paß zu verlieren war das Geringste aller Übel - ein Notizbuch zu verlieren war eine Katastrophe." (Traumpfade, S. 221). Sabine Boomers hat diesen Satz in ihrer Dissertation klug interpretiert: Nicht der Pass, sondern das Moleskin mit den Notizen (= die Erzählung) birgt die Identität Chatwins (oder des modernen Menschens). Sabine Boomers: Reisen als Lebensform, S. 158 und 227.

21.10.2008
Global Village
"global village on two legs" nannte sich der britisch-indische Reiseautor Pico Iyer. (Pico Iyer: Interview with Scott London, S. 1, zitiert nach Sabine Boomers: Reisen als Lebensform, S. 263)

21.10.2008
Zervikal
Ich richtete mich auf und rieb mir die rechte Gesichtshälfte, die auf dem Tisch gelegen hatte. 'Zervikal', sagte ich, um mich an etwas etwas festzuhalten, egal was es war, wenn es nur wirklich und unbezweifelbar existierte: 'Thorokal'. Wörter wie diese fand ich tröstlich auf dem langen Weg, den ich brauchte, bis ich zu ihrer Bedeutung vorgestoßen war. 'Lumbal'. Sie ließen einen nicht im Stich, lösten sich nicht auf und verschwanden nicht im Wald, wenn man sich ihnen näherte.
Redmond O'Hanlon: Kongoreise, S. 345, zitiert nach Sabine Boomers: Reisen als Lebensform, S. 266.

21.10.2008
Die Frau im Garten
Als ich (...) nach einem kurzen Nachmittagsschlaf die Augen öffnete, meines Lebens noch nicht ganz sicher, hörte ich meine Mutter in natürlichem Ton vom Balkon hinunterfragen: 'Was machen Sie?' Eine Frau antwortete aus dem Garten: 'Ich jause im Grünen.' Da staunte ich über die Festigkeit, mit der die Menschen das Leben zu tragen wissen.
Franz Kafka: Briefe 1902-1924, S. 29. Zitiert nach Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 261.

21.10.2008
Die Muße, die ich liebe (ich auch!)
Die Muße, die ich liebe, ist nicht die Muße eines Faulenzers, der mit untergeschlagenen Armen auf einer Stelle sitzt und wirklich völlig nichts tut und auch nicht einmal denkt. Meine Muße ist die Muße eines Kindes, das sich unaufhörlich regt, ohne etwas zu vollbringen, und zugleich die Muße eines Schwätzers, der das Blaue vom Himmel herunterfaselt, sobald er die Hände in den Schoß legt. Ich liebe es, mich mit Nichtigkeiten zu befassen, hundert Sachen anzufangen und keine zu Ende zu bringen, bald hierhin und bald dorthin zu schlendern, wohin es mich gerade verlockt, in jedem Augenblick meinen Vorsatz zu ändern, eine Fliege auf all ihren Fahrten zu verfolgen, mich mit dem Umwälzen eines Felsblocks abzuplagen, um zu sehen, was darunterliegt, eine Arbeit, die zehn Jahre erfordert, mit Feuereifer zu beginnen und sie nach zehn Minuten gleichgültig wieder aufzugeben, kurz und gut, den ganzen Tag wirr und planlos zu vertändeln und in jeglicher Sache nur der Laune des augenblicks zu willfahren.
So verbringe ich einen Großteil meiner Lesereisen. Barthes nennt das Wu-Wei. Rousseau: Bekenntnisse, S. 879. Zitiert nach Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 247.

21.10.2008
Mehr nicht?
Der Wunsch, 'fertig zu sein', stellt sich auf jeder Stufe: 'Materialsammlung, Niederschrift, Korrektur, Abtippen, Veröffentlichung; auf jeder Stufe glühender Eifer, Ungeduld, damit zu Ende zu kommen, dann, wenn es getan ist, eine Art Enttäuschung, wie platt das Objekt am Ende ist: Was, mehr ist es nicht! (die erste nochmalige Lektüre ist qualvoll), machen wir rasch etwas anderes!
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 237.

12.10.2008
Pleonasmus
Der Besitzer der Imbissbude war ein Grieche mit behaarten Armen.
Jack Kerouac: Unterwegs, S. 210.

12.10.2008
Die große Weltenschlange
Ich erzählte ihr von der großen Weltenschlange, die wie ein Wurm im Apfel zusammengeringelt in der Erdkugel lag. Eines Tages aber würde sie einen Berg auftürmen, der als Schlangenberg bekannt werden und sich hundet Meilen ins Lande ntrollen und alles auf seinem Weg verschlingen würde. Die Schlange, sagte ich, sei der Satan. "Und was passiert dann?" wimmerte sie und klammerte sich an mich.
"Ein Heiliger, ein gewisser Doktor Sax, wird kommen und sie mit geheimen Kräutern vernichten, die er in seiner unterirdischen Höhle irgendwo in Amerika in diesem Moment schon zusammenbraut. Es kann allerdings auch verraten werden, daß diese Schlange nur eine riesige Hülle voller Tauben ist, und wenn die Schlange stirbt, werden Wolken von spermagrauen Tauben auffliegen und die Friedensbotschaft in alle Welt tragen."
Jack Kerouac, Unterwegs, S. 209.

12.10.2008
Die Leute
Dann flüsterte er nur noch und packte mich schwitzend am Arm: "Jetzt sieh dir die Leute da vorn an. Sie machen sich Sorgen, sie zählen die Meilen, überlegen sich, wo sie heute nacht schlafen werden, wieviel Benzin sie sich leisten können, wie das Wetter wird, ob sie gut ankommen werden - und dabei kommen sie ja doch ganz von selbst an, nicht wahr? Aber sie müssen sich Sorgen machen und die Zeit verraten mit falschen Dringlichkeiten, aus winselnder Angst, ihre Seelen werden nie Frieden finden, ehe sie nicht einen Grund zu echter, handfester Sorge entdeckt haben, und kaum haben sie den Grund gefunden, machen sie auch das passende Gesicht dazu und laufen damit herum, ein unglückliches Gesicht, wie du siehst, und die ganze Zeit fliegt das alles an ihnen vorbei und sie wissen es, und auch das macht ihnen Sorgen ohne Ende. Hörst du, hörst du? "Ja, also", machte er sie nach, "ich weiß nicht, ich weiß nicht, vielleicht sollten wir lieber doch nicht an dieser Tankstelle tanken. Ich las kürzlich in den National Petrofious Petroleum News, daß diese Sorte Benzin null Oktan-Gleitmittel enthält, und einmal hat mir jemand erzählt, da stecke sogar superpotenter Anti-Klopf-Zusatz drin, und ich weiß nicht so recht, ich habe einfach kein so gutes Gefühl dabei ..." Man, du kapierst das schon." Er puffte mich wütend in die Rippen, ich sollte endlich verstehen.
Jack Kerouac, Unterwegs, S. 256.

12.10.2008
Little Lucy
hielt ihren Lieblingskäfer in der Hand. Jack Kerouac, Unterwegs, S. 273

12.10.2008
Die Halbverdauter Thomas von Aquino
Die Jesuiten-Boys kicherten. Sie kannten nichts anderes als abgedroschenen Sprüche von ihrem Ostküsten-College und hatten nichts in ihren Vogelhirnen als eine Menge halbverdauten Thomas von Aquino.


12.10.2008
Der Vorfall
Der Vorfall (...) ist einfach das, was sanft wie ein Blatt auf den Teppich des Lebens fällt; er ist die leichte, flüchtige Falte, die er in den Stoff der Tage wirft; er ist das, was kaum bemerkt, gerade noch notiert wird, eine Art Nullpunkt der Notation, gerade so viel, wie man braucht, um etwas schreiben zu können.
Roland Barthes: Pierre Loti. Zitiert nach Fußnote in Die Vorbereitung des Romans, S. 107.

12.10.2008
Das längste Haiku
Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" sei das längste Haiku der Welt, bemerkte Barthes. Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 112.

12.10.2008
Die Ordnung der Sätze erreichen
Das menschliche Subjekt bestimmt sich einzig als "sprechend" (...), sprachbegabt: will sagen, daß es nichts als sprechen kann, daß es die ganze Zeit spricht; leben heißt sprechen (äußere, innere Rede). Auf der Ebene des Unbewußten ist es lächerlich, das Leben und die Sprache einander gegenüberzustellen: ich spreche, also bin ich (jemand spricht, also bin ich) -> Doch in der Masse der Menschentypen haben manche dank ihrer Erziehung, ihrer Sensibilität (und auch ihrer gesellschaftlichen Klasse) den Stempel der Literatur erhalten, die Ordnung der Sätze erreicht -> Leben im aktivsten, spontansten, aufrichtigsten und, wie ich sogar sagen möchte, wildesten Sinne bedeutet auf dieser Ebene, die Formen des Lebens der Sätze zu empfangen, die uns vorausgehen - des absoluten Satzes, der in uns ist und der uns macht
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 165.

12.10.2008
Von Nutzen
All das müßte überprüft werden (hier wäre Gelehrsamkeit von Nutzen).
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 173.

12.10.2008
Flanellwäsche
Von Zeit zu Zeit kam Charles' Mutter zu Besuch, aber nach wenigen Tagen schien die Schwiegertochter sie gegen Charles aufzuhetzen; und dann waren sie wie zwei Messer und stachen mit ihren Äußerungen und Bemerkungen auf ihn ein. Er solle nicht soviel essen! Warum immer dem ersten besten ein Gläschen anbieten? Was für ein Eigensinn, keine Flanellwäsche tragen zu wollen!
Gustave Flaubert: Madame Bovary, S. 28.

12.10.2008
Wie seltsam!
Acht Tage später, als sie im Hof Wäsche aufhängte, wurde sie von einem Blutsturz überrascht, und am andern Morgen, als Charles ihr gerade den Rücken zukehrte, um den Vorhang zu ziehen, sagte sie: "Ah, mein Gott", stieß einen Seufzer aus und verlor das Bewußtsein. Sie war tot! Wie seltsam!
Gustave Flaubert, Madame Bovary, S. 29.

6.10.2008
Dean Moriarty, ein Hund
"(...) O ja, o ja", sagte er und verlor den Faden, verstummte ganz und jagte den Wagen, tief übers Lenkrad gebeugt, plötzlich wieder auf siebzig. (...) "Oh Mann, was könnte ich dir alles erzählen", sagte er und stieß mich in die Rippen: "Oh, Mann, wir müssen unbedingt Zeit finden ... Was ist mit Carlo passiert? Wir müssen Carlo besuchen, ihr Lieben, gleich morgen früh. Und jetzt, Marylou, brauchen wir Brot und Fleisch, damit wir was zu essen haben bis New York. Hast du Geld, Sal? Wir werfen alles auf den Rücksitz, die Möbel von Mrs. P., und kuscheln uns vorn ganz eng zuammen und erzählen Geschichten, während wir nach New York sausen. Marylou, du mußt mit deinen Honigschenkeln neben mir sitzen, dann Sal und dann, am Fenster, Ed, der lange Ed soll den Fahrtwind abfangen, da kommt ihm mal der Schlafrock zugute. Und dann stürzen wir uns alle ins Leben, denn jetzt ist die Zeit dafür, und wir alle wissen, was Zeit bedeutet!" Er rieb sich ungestüm das Kinn, schwenkte aus und überholte drei Lastwagen und donnerte in die Innenstadt von Testament, schaute hierhin und dorthin und sah alles im Halbkreis von 180 Grad, ohne den Kopf zu drehen. Zack hatte er einen Parkplatz gefunden, ohne zu suchen, und wir parkten. Er sprang aus dem Wagen. Wie ein Wilder stürmte er in die Bahnhofshalle; wir trotteten hinterher wie Schafe. Er kaufte Zigaretten. In seinen Bewegungen war er völlig verrückt geworden, es schien, als machte er alles gleichzeitig. Ein Kopfschütteln, seitwärts und rauf und runter, nervös zuckende kräftige Hände, schnelle Schritte, hinsetzen, die Beine übereinander und wieder strecken, am Hosenschlitz kratzen, die Hose hochziehen, und schon hob er wieder den Kopf und sagte "Aaah" und kniff die Augen zusammen und spähte hierhin und dorthin; und dauernd stieß er mich in die Rippen und redete, redete. (...) Es gab keinen Grund für unsere Fahrt in die Stadt, aber er ließ sich Gründe einfallen. Er hetzte uns herum, Marylou mußte Proviant besorgen, ich die Zeitung, wegen des Wetterberichts, Ed Dunkel Zigarren. Dean rauchte gern Zigaretten. Er qualmte eine, während er die Zeitung aufschlug, und redete und redete. "Ah, unsere heiligen amerikanischen Quasseltüten in Washington hecken schon wieder Unannehmlichkeiten aus - Äh-hem! - hep-hep!" Un schon sprang er auf und rannte davon, um ein farbiges Mädchen zu sehen, das draußen am Bahnhof vorbeiging. "Seht sie euch an", rief er, zeigte mit halb ausgestrecktem Finger auf sie und fummelte mit blöden Grimassen an sich herum, "was für eine liebliche schwarze Schönheit. Ah! Hmm!" Wir stiegen ein und brausten zum Haus meines Bruders.
Jack Kerouac: Unterwegs, S. 142.

(...) vor allem aus diesem Grund interessieren mich, begeistern mich Hunde; weil sie reiner Affekt sind: ohne Vernunft, ohne Zicken, ohne Unbewußtes, ohne Maske; in ihnen zeigt sich der Affekt in seiner absoluten Unmittelbarkeit und Beweglichkeit; beobachten Sie den Schwanz eines Hundes: seine heftige Bewegung folgt den affektiven Regungen so rasch und so fein abgestuft, daß kein Gesicht, wie beweglich e auch sei, ihm an Subtilität annähernd gleichkäme. (...) Stellen Sie sich (...) einen Menschen vor, der die Ausdrucksfähigkeit eines Hundes hätte, dessen Affekt buchstäblich im-mediat wäre, unmittelbar und unvermittelt, und das in jeder Sekunde: welch ein Delirium!
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 116



3.10.2008
Bretoninnen
Er mochte Odettes Art, so wie er auch, wäre er in eine Bretonin verliebt gewesen, sich daran begeistert hätte, sie mit Trachtenhaube zu sehen und sagen zu hören, sie glaube an Gespenster.
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann, S. 357.

3.10.2008
Die Liebe und die Trägheit des Geistes
Da auf einmal fragte er sich, ob nicht gerade darin das "Aushalten" bestehe (...) und ob man nicht auf Odette, seitdem er sie kannte (...) jene Bezeichnung anwenden könnte, die er für ganz unvereinbar mit ihr angesehen hatte, nämlich "ausgehaltene Person". Er hing dem Gedanken nicht weiter nach, denn eine gewisse angeborene, immer wiederkehrende und der Vorsehung in die Hände arbeitende Trägheit des Geistes trat in diesem Augenblick bei ihm in Aktion und löschte seinen ganzen Scharfsinn mit solcher Plötzlichkeit aus, wie man später, als es überall elektrische Beleuchtung gab, im ganzen Haus den Strom ausschalten konnte. Sein Denken tastete einen Augenblick noch in dieser Finsternis umher, er nahm seinen Kneifer ab und putzte die Gläser, strich sich mit der Hand über die Augen und sah erst wieder Licht, als er sich einer ganz neuen Vorstellung gegenüberfand, nämlich der Frage, ob er nicht versuchen sollte, Odette im nächsten Monat sechs- oder siebentausend Francs zu schicken wegen der Überraschung und Freude, die eine solche Sendung bei ihr auslösen würde.
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann, S. 390

3.10.2008
Das Lieblingstier
(...) beim Ankleiden dachte er an Odette und fühlte sich somit nicht allein, denn das unaufhörliche Denken an sie gab den Augenblicken, die er fern von ihr verbrachte, den gleichen Reiz, wie die ihn besaßen, wo er mit ihr zusammen war. Er stieg in den Wagen, aber er spürte, daß dieser Gedanke mit ihm eingestiegen war und sich auf seinen Knien niederließ wie ein Lieblingstier, das man überallhin mitnimmt und das er sogar unbemerkt von den Gästen bei Tisch bei sich behalten würde.
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann, S. 391.

3.10.2008
Übung im Umgang mit Männern
Wenn ihr auch der eigentliche Sinn dieser Rede entging, so begriff sie doch, daß sie offenbar zu jener Art von Vorhaltungen oder Szenen gehörte, aus deren Vorwürfen und Beschwörungen sie bei ihrer Übung im Umgang mit Männern, ohne auf Einzelheiten achtzugeben, zu schließen gelernt hatte, daß diese sie ihr nicht halten würden, wenn sie nicht verliebt in sie wären, und daß sie selbst, gerade weil sie verliebt in sie waren, nicht nötig hatte, darauf einzugehen, denn sie waren es bestimmt hinterher nur noch mehr.
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann, S. 421.

3.10.2008
Nicht sehr fin de siècle
Aber ich muss offen sagen, auf die Gefahr hin, daß sie mich nicht sehr fin de siècle finden, aber ich sage es, wie ich es empfinde, ich habe kein Verständnis dafür.
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann, S. 542.

3.10.2008
Liebe und die Macht der Logik
Alle Abende malte ich mir beglückt diesen Brief aus, ich glaubte ihn zu lesen, ich sagte mir jeden Satz davon her. Plötzlich hielt ich erschrocken inne. Ich wurde mir auf einmal bewußt, daß, wenn ich einen Brief von Gilberte bekäme, es auf keinen Fall dieser sein könne, da ich ihn ja selbst verfaßt hatte. Und von da an bemühte ich mich, meine Gedanken von Wörtern abzuwenden, von denen ich mir so dringend wünschte, daß sie sie an mich schriebe, aus Furcht, durch ihre Vorwegnahme gerade sie - die liebsten, ersehntesten - aus dem Bereich der möglichen Realisierungen auszuschließen.


3.10.2008
Die Vorbereitung des Romans
Und nun kurz eine kleine persönliche Ankedote: Wann fiel die Entscheidung zu dieser "Änderung" [des Lebens dahingehend, einen Roman zu schreiben]? - am 15. April 1978. Casa[blanca]. Ein drückender Nachmittag. Der Himmel bewölkt sich, es ist etwas kühl. Wir machen in einer Gruppe, mit zwei Autos, einen Ausflug nach La Cascade, einer hübschen Talmulde auf dem Weg nach Rabat. Traurigkeit, eine gewisse Langweile, ununterbrochen dasselbe (seit einem Trauerfall vor kurzem) [Tod der Mutter], ein Überdruß, der sich auf alles erstreckt, was ich tue und denke (Mangel an Besetzung). Rückkehr, leere Wohnung; dieser schwierige Moment: der Nachmittag (...). Allein, traurig -> Marinade [Ein Begriff von Gustave Flaubert: Wenn der Tiefpunkt der Qual erreicht ist, wirft dieser sich auf ein Sofa: "ich wälze mich auf einem grünen Maroquin-Sofa, das ich kürzlich anfertigen ließ. Entschlossen, mich an Ort und Stelle zu marinieren, habe ich mein Glas auf meine Weise verzieren lassen und lebe darin wie eine verträumte Auster" (Gustave Flaubert: Correspondance, 1973, S. 293)], ich denke ziemlich intensiv nach. Aufblühen einer Idee: etwas wie eine "literarische" Bekehrung - diese beiden sehr alten Wörter kommen mir in den Sinn: in die Literatur, ins Schreiben eintreten; schreiben, als hätte ich es noch nie getan: nichts mehr zu tun als das -> Zunächst der jähe Gedanke, das Collège zu verlassen, um ein ungeteiltes Leben im Schreiben zu führen. (denn die Vorlesung tritt oft in Konflikt mit dem Schreiben). Dann die Idee, die Vorlesung und die Arbeit in dasselbe (literarische) Unternehmen einzubringen, die Spaltung des Subjekts zugunsten eines einzigen Projekts, des großen Plans, zu beenden: freudige Vorstellung, wenn ich mir eine einzige Aufgabe stellte, so daß ich nicht mehr atemlos der Arbeit hinterherlaufen müßte (Vorlesung, Anfragen, Anforderungen, Zwänge), sondern wenn sich jeder Moment meines Lebens von nun an dem großen Plan fügen würde.
Roland Barthes: Die Vorbereitung des Romans, S. 37-38. Zwei Tage, nachdem Roland Barthes diese Vorlesung gehalten hatte (2008 in der Edition Suhrkamp erstmals in deutscher Übersetzung erschienen), wurde er vor dem Collège de France beim Überqueren der Straße von einem Milchlaster überfahren und starb ein Monat später. Seinen Roman konnte er nie beginnen. Das Buch ist für mich wiederum eine Offenbarung, der schönste und tollste Text, den ich seit den Essais von Michel de Montaigne vor Jahren gelesen habe: Unglaublich dicht und intelligent geflochten mit literarischen, literaturwissenschaftlichen und philosophischen Bezügen, dabei sehr persönlich und mit einem sonderbaren, stichpunktartigen, springendem Stil, der so atemlos ist, dass man das Buch nach wenigen Seiten wegen Gedankenüberfüllung fortlegen muss, bis man sich wieder daran berauschen kann.

3.10.2008
Blätterteig
(...) das Subjekt ist ein unendlicher Blätterteig (...)
Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 77

3.10.2008
Erosion der Jahreszeiten
Gegenwärtig findet eine mythisch Erosion der Jahreszeiten statt (das Thema "Es gibt keine Jahreszeiten mehr" ist selbst ein aktueller Mythos). Die Abschaffung der Jahreszeiten (ersetzt durch das Paradigma Ferien/nicht Ferien) ist eine Form der "UMWELTVERSCHMUTZUNG" -> Die Literatur der Vergangenheit wird zum Zeugen, zum Denkmal der Jahreszeiten, die wir nicht mehr kennen.
Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 80

3.10.2008
Herbstabend
Der Abend sank herein, Herbstabend zwiegelaunet
Die Schönen hängten sich uns träumrisch an den Arm
Und sagten Worte nur ganz leis, so glaubhaft warm
Daß unsere Seele seit der Zeit erbebt und staunet
Paul Verlaine: Die Harmlosen, zitiert nach Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 81

3.10.2008
Die wichtigen Dinge
[Jules] Michelet wußte viele Dinge; er wußte die wichtigen Dinge, er wußte, daß es ebenso wichtig ist, die drückende Stunde der Klöster zu kennen, wie den Aufstand der Wollkratzer in Florenz usw.
Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 89

3.10.2008
Das Subjekt springt herum
"Das Subjekt springt herum." Das ist das entscheidende Wort: Die Subjektivität darf nicht verleugnet, verworfen oder verdrängt werden; sie muß als beweglich, "herumspringend", angenommen werden; nicht als "wogend", sondern als Gewebe, als Netz beweglicher Punkte - das Wichtige an dem Nietzsche-Zitat ist der Begriff des Punktes (der Subjektivität): Die Subjektivtät ist nicht wie ein Strom, wäre er auch veränderlich, sondern wie eine diskontinuierliche (nichtfließende) Mutation von Orten (vgl. Kaleidoskop). So versteht man die Ambivalenz (oder Dialektik) der Individuation besser: Sie ist dasjenige, was das Subjekt in seiner Individualität, in seiner Egozentrik bestärkt und befestigt - oder wenigstens droht ihr diese Gefahr; vor allem droht sie dem Bild der individualistischen Ansprüche zu entsprechen; zugleich aber ist sie am anderen Extrem dasjenige, was das Subjekt zerlegt, vervielfältigt, pulverisiert und entfernt -> Oszillation zwischen äußerstem Impressionismus und einer Art mystischer Versuchung zur Auflösung, zur Vernichtung eines einheitlichen Bewußtseins: sehr klassisch und ultramodern.
Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 92. Diese Ansicht erinnert mich an John Goodman (?), Weisen der Welterzeugung (Vorsicht, aus dem Gedächtnis zitiert) und zugleich an meine eigenen Erkenntnisziele: Auslöschung des Subjekts durch ein ständig sich vergrößerndes Oszillieren zwischen Wahrheiten.

3.10.2008
Im finstren Waldes Nacht
Nel mezzo del camin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura
ché la diritta via era smaritta
(Mittwegs auf unsres Lebens Reise fand
im finstren Waldes Nacht ich mich verschlagen
weil mir die Spur vom graden Weg verschwand.
Dante, Göttliche Komödie, Erster Vers des ersten Gesangs der Hölle. Zitiert nach Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans, S. 30.

3.10.2008
Die Nacht war ziemlich finster
Die Nacht war ziemlich finster, obgleich der Mond sich am Himmel befand, aber nicht da, wo er gesehen werden konnte, denn Frau Diana geht oft zu den Antipoden spazieren und lässt alsbald die Täler schwarz und die Berge voller Dunkelheit.
Miguel de Cervantes: Don Quichote, zweiter Band.

3.10.2008
Aus der Reihe "Komische Bibelstellen"
1. David breitet vor dem König seine Sammlung von 200 Philistervorhäuten aus. (Erstes Buch Samuel 18,27)
2. Abraham verlangt von seinem Knecht, ihm an die Eier zu langen, um so zu schwören, für Isaak keine Kanaaniter-Frau zu nehmen (Genesis 24,3). Und Israel sagt zu seinem Sohn Jakob sogar: "Wenn ich deine Liebe besitze, so lege deine Hand unter meine Lenden (...)" (Genesis 47,29). Tsts.
Ja, ich weiß, war ein übliche Sache damals, auf die Geschlechtsteile zu schwören ... aber trotzdem.

1.10.2008
Madame Verdurins Lachen
Von ihrem Hochsitz aus nahm sie lebhaft an den Gesprächen der Getreuen teil und erheiterte sich an deren "Possen", doch seit dem Mißgeschick, das ihren Kiefer zugestoßen war, verzichtete sie auf die Mühe eigentlicher Lachausbrüche und überließ sich stattdessen lieber einer konventionellen Mimik, die, unanstrengend und gefahrlos zugleich, besagte, daß sie Tränen lache. Bei dem geringfügigsten Scherzwort, das ein Getreuer gegen einen "Langweiler" oder einen ins Lager der "Langweiler" verstoßenen ehemaligen Getreuen vorbrachte, stieß sie (...) einen kleinen Schrei aus, drückte ihre Vogelaugen, die eine leichte Hornhautveränderung zu verschleiern begann, fest zu und barg plötzlich, als habe sie gerade noch Zeit gefunden, ein unpassendes Schauspiel den Blicken zu entziehen oder einen tödlichen Anfall zu begegnen, das Gesicht in den Händen, so daß es völlig bedeckt und nichts mehr davon zu sehen war; es schien dann, als müsse sie die größten Anstrengungen machen, um einen Lachanfall zu unterdrücken, der, wenn sie sich ihm hemmungslos überlassen hätte, zu einer Ohnmacht geführt haben würde. Berausch von der Heiterkeit der Getreuen, trunken von Kameradschaft, von Klatsch und dem traulichen Gefühl der Gemeinsamkeit hockte Madame Verdurin auf ihrem Sitz wie ein Vogel, dem man seinen Brocken in warmen Wein getaucht hat, und schluchzte förmlich vor Liebenswürdigkeit.


1.10.2008
Die ersten Dinge und Wesen
Die Gegend von Méséglise und die Gegend von Guermantes erschienen mir jedoch vor allem als die tiefsten Schichten meines geistigen Heimatbodens, als der feste Grund, auf den ich mich immer noch abstütze. Weil ich an die Dinge, die Wesen glaubte, während ich jene Gegenden durchschritt, sind die Dinge und Wesen, die ich in ihnen kennenlernte, die einzigen, die ich heute noch ernst nehmen kann und die mir Freude schenken. Ob nun der schöpferische Glaube in mir versiegt ist oder die Wirklichkeit sich nur aus dr Erinnerung formt, jedenfalls kommen mir Blumen, die man mir heute zum erstenmal zeigt, nicht mehr wie richtige Blumen vor. Die Gegend nach Méséglise zu mit ihren Fliederbüschen, den Weißdornhecken, den Konrblumen und dem Mohn, den Apfelbäumen, die Gegend von Guermantes mit dem Fluß, mit Kaulquappen, Seerosen und den Butterblumen haben für alle Zeiten das Antlitz des Landes geprägt, in dem ich leben möchte; dort müßte man vor allem fischen, Kahn fahren, Ruinen mittelalterlicher Befestigungen ansehen und mitten im Gereidefeld, so wie in Saint-André-des-Champs, ein wuchtige, ländliche Kirche antreffen können (...)
Marcel Proust: Unterwegs zu Swann. S. 269

1.10.2008
Hinter Schloss und Riegel
Der Bohemien ("Prophet, Schöpfer, Wolkenmann, Totengräber, Felsen, Zauberer") Peter Hille beschrieb sich selbst wie folgt:
Peter Hille, Feuer hinter Schloß und Riegel. Inneres Schicksal verdunkelt, äußeres sperrt's ein, und so zappelt sich ab dies Meerwunder der Erfolglosigkeit bis an sein kühles Grab. Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht nicht ward.
Christoph Conti: Abschied vom Bürgertum, S. 56. Quellenangabe dort: Erika Klüsener: Else Lasker-Schüler in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, S. 57.

1.10.2008
Rot weiß
Andere stellten mit ihrer Wohnungseinrichtung Originalität zur Schau, wie Frank Wedekind, dessen Schlafzimmer vollkommen in Weiß gehalten war. Neben dem Bett war Wedekinds ebenfalls weißes Fahrrad abgestellt. In einem knallroten Nachthemd empfing der Dichter in dieser Umgebung seine Gäste.
Christoph Conti: Abschied vom Bürgertum, S. 22

1.10.2008
Bücher und Einsamkeit
Auch wenn kein Besuch da war, pflegte Anna ihr Äußeres und las sehr viel: Romane, aber auch wissenschaftliche Werke, von denen man damals sprach. Sie besorgte sich alle Bücher die in den ausländischen Zeitungen und Zeitschriften lobend erwähnt wurden und las alles mit jener Aufmerksamkeit, die man Büchern nur in der Einsamkeit zuwendet.
Leo Tolstoi: Anna Karenina
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[30.11.2008] 
[29.11.2008] 
Autoportraits
autoportraits_nikolic.jpg

Via Media-Digest
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[28.11.2008] 
[24.11.2008] 
OMG!
Aber es kommt noch schlimmer: Selbst die Richter gehen in ihrem heutigen Beschluss davon aus, dass Christian Klar auch weiterhin äußerst sozialkritische Auffassungen vertreten wird
(SWR)
Via Goncourt
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[23.11.2008] 
Lenovo war scheiße zu mir
Ich finds irgendwie schwach von Lenovo, dass sie meinen Laptop reparieren und die Versandkosten nicht tragen, obwowhl der Garantievertrag (der natürlich noch unter der guten alten Tante IBM vereinbart wurde) das so garantiert. Keine Antworten auf Emails und Briefe. Aber Klagen wegen 6,90? Hab besseres zu tun. Kann man sich nur ärgern und festhalten: IBM war sehr nett. Lenovo war scheiße zu mir.
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[23.11.2008] 
Ein vergessenes Problem: Schmatzende Tote
Vor einer drohenden unheilvollen und ansteckenden Seuche verschlingen die Toten in ihren Gräbern, vor allem die weiblichen Geschlechts, ihre Liechentücher oder Gewänder mit dem deutlichen Geräusch fressender Schweine (daher gewöhnlich auch schmätzende Tode) und saugen, schlucken, kauen und schlingen an ihnen, soviel sie nur können.
Garman: De miraculis mortuorum, Übersetzung zitiert nach Philippe Ariès: Studien zur Geschichte des Todes im Abendland, S. 120. Die Geräusche des schmatzenden Toten werden innerhalb unserer zeitgenössischen Kosmologie auf Gärungsgeräusche der Leiche zurückgeführt. Die Idee des schmatzenden Toten war zusammen mit der Legende vom Nachzehrer der Vorgänger vom Vampir-Mythos. Siehe auch hier.
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[23.11.2008] 
Über die Stille
Wreford Miller: Silence in the contemporary soundscape (PDF)
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[22.11.2008] 
Neues Weblog
signifizierungs_labor.jpg KerLeone macht mal wieder ein neues Weblog auf: Unter der Premium-Adresse x.antville.org läuft ab heute ein Motto-Weblog namens "Das experimentelle Signifizierungs-Labor", bei dem jeder mitmachen kann. Regelmäßig wird das Motto gewechselt, unter dem die Welt beschrieben (=signifiziert) werden soll. Ob es für Leser interessant wird, weiß ich nicht. Primär soll durch Übung und Experiment der Sinn und der mediale Stil geschärft werden.
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[21.11.2008] 
2,30 Euro
2,30 Euro für ein Baguette bei einem stinknormalen Bäcker am Ostbahnhof kommt mir jetzt doch etwas übertrieben vor. Oder habe ich eine Inflation verpasst?
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[21.11.2008] 
Kakerlake
Nach Recherchen der Schriftstellerin Katja Lange-Müller ist der Käfer in Kafkas "Verwandlung" eindeutig als Kakerlake beschrieben.
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[21.11.2008] 
Feinschmecker vs. McDonald's
Die FAZ lässt den McDonald's Hamburger von ihrem Gastronomiekritiker auseinandernehmen.
Via Fastfood Freunde
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[19.11.2008] 
And now to something completly different
The Monty Python Youtube Channel
Via IT&W
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[19.11.2008] 
Unofficial BBC Essential Mixes for Download
Hier gibts die berühmten BBC Essential Mixes zum Download als MP3. Die allerfeinsten Elektro-DJ's. Ich empfehle besonders den von Sven Väth und von 2 Many DJ's.
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[19.11.2008] 
Vordenker
Konrad Adenauer hat 1916 eine Sojawurst zum Patent angemeldet.
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[18.11.2008] 
Namensvetter
Bei usernamecheck.com kann man überprüfen, auf welchen Websites ein bestimmter Username bereits vergeben ist. So gibt es z.B. bei Myspace bereits eine 20 Jahre alte Kerleone.
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[17.11.2008] 
Beeindruckende Sammlung
etwas_lauter.jpg Die Etwas-Lauter-Kollektion.

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[17.11.2008] 
Darre
In der Darre wird gedarrt.
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[15.11.2008] 
Geister
Ich bin nicht ganz einverstanden damit, wie mit dem Begriff des Geistes oder der Seele in den letzten Jahrhunderten umgegangen wurde. Man sah den Geist eines Verstorbenen als etwas an, dass in "seinem" Körper existierte und dann heraustrat um sich frei zu bewegen. Dadurch ist es schwierig geworden, darüber zu reden, was auch ein Geist sein kann: die gedankliche Ruine, die von einem Menschen in mir bleibt, die Idee, die Erzählung oder die Vorstellung von einem Menschen (Signifizierung), an der man früher gemeinsam gearbeitet hat und die sich mir nach dem Tod ganz aufdrängt, die mir allein zur Konstruktion überlassen wird wie ein von einem anderen angefangenenes Modellauto. Das ist dann ein Geist, der in mir spukt, indem er mir die Defintionsmacht über den Verstorbenen aufbürdet, ohne dass ich das will (sei es, weil ich den Wahrnehmungsstand dieser Person zum Zeitpunkt des Todes einfrieren möchte, oder im Gegenteil, mit dem physischen Tod auch die gedankliche Existenz der Person in mir auslöschen möchte - was beides nicht geht). Der Schrecken oder die Bürde von so einem Geist ist auch nicht leicht, obwohl er ganz unverholen und unspektakulär als Einbildung definiert ist, als Hirn-Gespenst. Aber man ist genauso machtlos dem Zwang zur Forschreibung der Geschichte des Verstorbenen und zur Pflege oder zum Abriss der Ruine verdammt, wie man bei Geist oder Seele, die in der Außenwelt herumspuken, zur physikalischen Auseinandersetzung gezwungen ist.
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[13.11.2008] 
Ist ja eigentlich ein Fortschritt
wenn die Kids heutzutage nur noch vom Schaffner aus der Bahn geworfen werden.
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[12.11.2008] 
Internet Movie Car Database
imcdb_pegaso.jpg
In der IMCDB erfährt man z.B., dass der wunderschöne und in Deutschland völlig unbekannte Pegaso 3046, Spitzname "Egipcio", in einer noch unbekannteren Fernsehserie zu sehen war. Man erfährt welche Fahrzeuge im Film Brazil verwendet wurden. Und es gibt tausende von unindentifizierten Fahrzeugen, die auf Rätselfreunde warten.
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[11.11.2008] 
Sehr lustiges Rolltierchen
mit einem fast genauso lustig sprechenden Biologen.
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[4.11.2008] 
Die Frau mit dem Prada-Geldbeutel
Die Frau mit dem Prada-Geldbeutel, den goldenen Kreditkarten, den goldenen Schnallen an den Schühchen schob die Kleinigkeiten, die sie im Kurzwarengeschäft gekauft hatte, mit ihren schwarzen Handschuhen der Kassiererin zu. "All das" sagte sie dabei. Das hat mich zufrieden gemacht, dass sie das gesagt hat. So wie man zufrieden ist, wenn ein komisches Tier im Zoo endlich auch einen komischen Laut von sich gibt und damit eine unbewusste Hoffnung erfüllt: Die Hoffnung darauf, dass die Freude, die die Augen hatten, für die Ohren nochmal wiederholt werden könne.
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[2.11.2008] 
Australien bringt die 80er zurück
musikvideo_walking_on_a_dream.jpg
Empire of the sun - Walking on a Dream
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[1.11.2008] 
Ed Castagno und sein verwegenes Pferd, Morb, Tzizzy (die kosmische Weltenschlange) und Sunny, der Langhals-Punk
Kastanienmaennchen-003.jpg

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[1.11.2008] 
Hallo Katze und auf Wiedersehen
katze_bilbao.jpg
Bin wieder daheim. Bis nächstes Jahr in Bilbao!
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Mit einer Erfindung vom Mai 1941 hat Konrad Zuse gezeigt, dass ein Rechner aus einer Ansammlung von Transistoren bestehen kann. Diese Webseite wird auf ihrem Bildschirm so angezeigt, weil einige Transistoren in Ihrem Rechner eine bestimmte Stellung einnehmen. Wenn Sie mit dem, was Sie gerade auf Ihrem Bildschirm erkennen, ein Problem haben, wenden Sie sich an die Transistoren in Ihrem Rechner. Falls Ihnen die Kontrolle über die Tranistoren in Ihrem Rechner entglitten ist und Sie mit den Darstellungen auf Ihrem Bildschirm unzufrieden sind, empfehle ich Ihnen, den Rechner auszuschalten. Ich dagegen sehe mich außerstande, Verantwortung für Transistorenstellungen in Ihrem Rechner zu übernehmen (ich kenne Sie ja gar nicht).