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Von KerLeone


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29.12.2003
Verstehen nach Dilthey
Wir nennen den Vorgang, in welchem wir aus Zeichen, die von außen sinnlich gegeben sind, ein Inneres erkennen: Verstehen. (...) Dies Verstehen reicht von dem Auffassen kindlichen Lallens bis zu dem des Hamlet oder der Vernunftkritik. Aus Steinen, Marmor, musikalisch geformten Tönen, aus Gebärden, Wort und Schrift, aus Handlungen, wirtschaftlichen Ordnungen und Verfassungen spricht derselbe menschliche Geist zu uns und bedarf der Auslegung."
(Diltey, Gesammelte Schriften V, S. 319 - zitiert nach Matthias Jung: Dilthey zur Einführung, S. 140-141)
Dieses Verstehen und der oben beschriebene, zu verstehende Gegenstand war für den deutschen Philosoph Wilhelm Dilthey (1833-1911) Kernelement der Geisteswissenschaften.

22.12.2003
Frühe Globalisierungsgegner
Im Gegenteil,das neue System religiöser Fiestas [gemeints sind aufwendige mexikanische Prunkfeste mit Heiligenverehrung und taglangen Saufgelagen um 1900] und die neuen politischen Institutionen erscheinen als Gegenmodell, das den Kräften der globalisierten Welt entgegensteht. Ein Vermögen an Alkohol, Kerzen und Raketen zu stecken und innerhalb weniger Tage in einem dionysisch anmutenden Rausch verrauchen zu lassen, entspricht weder dem kapitalistischem Begriff ökonomischer Effizienz noch dem Ideal der Mobilisierung von Ressourcen zum Wohle der Nation.
(Andreas Wimmer: "Gleichschaltung ohne Grenzen?", 2002, S. 87)



18.12.2003
Ist McDonalds nur eine amerikanische, oder auch eine bayrische Tradition?
Mit einem Student hier am Institut habe ich seit einem Jahr eine immerwährende Diskussion: Es geht um Globalisierung und die Veränderung von Kultur; und immer um das Paradebeispiel McDonalds. Während ich der Meinung bin, dass McDonalds in die Kultur des jeweiligen Landes immer speziell eingebaut wird, ist er der Meinung, dass es ein fremdes Element ist, welches andere Kulturen bedroht. Ich formuliere mein Argument immer provokativ so: Wenn ich oder eine anderer Bayer zu McDonalds geht, dann kann es sich bei diesem Vorgang nur um bayrische Tradition handeln, da ich kein Amerikaner bin. Er sieht dagegen den Untergang der bayrischen Küche, oder der regionalen im Allgemeinen, wenn solche weltweiten Konzerne an Macht gewinnen. Um Macht ging es auch manchmal in den Debatten: Ich proklamierte mein freies Entscheidungsrecht, bestimmen zu können, ob ich eine Weißwurst oder einen Hamburger esse, er sieht mich als Kunden dagegen eher als das Opfer agressiver, kommerzieller Monopolisierungsversuche im Nahrungsmittelsektor.
Das diese Debatte auch in der aktuellen Ethnologie eine Rolle spielt, kann man sich denken, da es immer auch um die Frage geht, wann Mikrokulturen durch größere bedroht sind und wie und ob der Ethnologe in solchen Situationen für die bedrohte Kultur Partei ergreifen soll.
Eine schöne Zusammenfassung dieser Debatte fand ich nun in einem Aufsatz von Andreas Wimmer: "Gleichschaltung ohne Grenzen? Isomorphisierung und Heteromorphisierung in einer verflochtenen Welt." (In: Hauser-Schäublin, Brigitta, Braukämpfer, Ulrich: Ethnologie der Globalisierung. Perspektiven kultureller Verflechtungen. Berlin : Reimer, 2002, S. 77-94).
Viele Autoren behaupten, dass die zunehmenden Verflechtungen zu kultureller Homogenisierung führen und die Vielfalt bestehender soziokultureller Praktiken bedrohen (Godelier 1996; Hamelink 1983; Schiller 1976; Gans 1985; Iyer 1988). Eine völlig verwestlichte (Latouche 1996), McDonaldisierung (Ritzer 1993), Coca-Colonisierte (Howes 1996), McWorldisierte (Barber 1996) oder massenkonsumistische (Sklair 1991:75-81) Kultur von globaler Reichweite scheint das horribilum dieser Gruppe von autoren darzustellen, von der die meisten einen soziologischen Hintergrund aufweisen. Nur einige begrüßen die neue Ära als jene der ersten wahrhaft weltumspannenden Zivilisationen der Menschheitsgeschichte (Perlmutter 1991). Andere Autoren lehnen die Homogenisierungsthese jedoch ab und beschreiben stattdessen Prozesse der Kreolisierung, Hybridisierung und Synkretisierung, also die Vermischung von globalen und lokalen Elementen zu neuen kulturellen Formen (Hannerz 1993; Hall 1997; Lull 1995; Robins 1991; Tomlinson 1999; s.a. Appadurai 1996: 32). Die meisten anthropologischen Erzählungen berichten davon, wie der schlaue lokale David den Globalgrobian Goliath erschlägt, um Hannerz' Metapher (1995) aufzugreifen. Weniger drastische ausgedrückt, werden globalisierende kulturelle Praktiken angepasst und u.U. sogar in ihrem Sinngehalt verkehrt, sobald sie in eine lokale symbolische Welt eingefügt werden. Einige Kultursoziologen verstehen unter Globalisierung sogar einen Prozess, der von dieser lokalen Dynamik angetrieben wird (Miller 1995); das Globale erscheint hier lediglich in lokalen Erscheinungsformen und ist von diesen abhängig (vgl. den von Robertson 1992 geprägten Begriff der 'Glokalisierung'). Solche lokalen Prozesse gewinnen heutzutage zunehmend an Bedeutung, so wird argumentiert, weil sie im Zeitalter der Globalisierung nicht länger durch homogenisierende Nationalstaaten kontrolliert und überwacht werden können. (Beck 1997; 85ff.).


17.12.2003
Landkartenberechnung und Sonnen-/Mondfinsternis
Um die Entfernung des amerikanischen Kontinents von Europa besser einschätzen zu können, scheint man sich im 16. Jahrhundert eines einfachen Mittels bedient zu haben: Sarmiento de Gamboa schreibt, dass er 1578 in Lima eine Finsternis beobachtet habe und ihre lokale Zeit notiert hat. Zur selben Zeit hat auch ein gewisser Rodrigo Zamorano in Sevilla selbiges Ereignis beobachtet und festgehalten, dass sie eine Stunde nach Mitternacht stattfand. Damit berechnete man, dass dieses Ereignis, (welches ja als einziges in beiden Kontinenten eindeutig sichbar ist), einen lokalen Zeitunterschied von 4 Stunden und 56 Minuten aufweist. Diesen wiederum konnte man direkt in die Entfernung von 74 Grad umrechnen (korrekt wäre eine Entfernung von etwas über 71 Grad gewesen).
Sarmiento de Gamboa / Marckham (Ed.), 1895 (1970), S. 216

Schöner Spruch
Der König gibt kein Leben zurück und heilt auch keine Wunden (Ni el Rey da vida ni sana heridas.)
Sarmiento de Gamboa / Marckham (Ed.), 1895 (1970), S. 214

Ein gefährlicher Schuss
Auf der Rückfahrt aus der Magellanstraße wurde Pedro Sarmiento de Gamboa von einem französischen Piraten angegriffen. Dieser schoss zunächst ein paar Löcher in die Segel, konnte aber sonst keinen Schaden anrichten. Die Mannschaft von Sarmiento de Gamboa erwiderte das Feuer, weitaus besser übrigens, weil man mit peruanischem Schwarzpulver schoss, dass erheblich kräftiger war. Doch dann zielte man mit Arkebusen (Arkebusen sind die Gewehre der frühen Neuzeit) und Musketen auf das Deck, und ein Schussv zertrümmerte den mittleren Masten. Und einer - es mag mal wieder eine der berühmten Übertreibungen von Sarmiento de Gamboa sein, oder auch nur eine ungenaue englische Übersetzung, die ich auch nicht genauer machen kann - und einer berührte sogar die Spitze des Bartes von Kapitän Sarmiento de Gamboa ("y los enemigos disparando metían todos sus tiros en nuestra capitana [das Schiff] pero fué Dios servido que á nadie hacian mal, aunque pasaban kas balas por los hocios: y una dió en las puntas de barbas á Pedro Sarmiento al pasar de popa á proa")

11.12.2003


10.12.2003
Im dichten Wald
Nach Sarmiento de Gamboa war der Wald an der Küste der Magellanstraße 1579 teilweise so dicht, dass man gezwungen war, in den Wipfeln der Bäume voranzukommen anstatt auf dem Boden.
(Sarmiento de Gamboa 1987, S. 78)
Man muss vielleicht hinzufügen, dass Gamboa bei manchen Historikern den Ruf hat, bei seinen Beschreibungen hin und wieder etwas übertrieben zu haben.



9.12.2003
Konstitution von Besitzbarkeit
Am folgenden Sonntag, den 22. November, ging Kapitän Pedro Sarmiento mit einem Großteil der Leute an Land. Und Perdo Sarmiento errichtete ein hohes Kreuz, welches alle mit großer Hingabe verehrten, und auf Knien sang man mit lauter Stimme "Te Deum Laudamus". Mit großer Freude dankten alle Gott, denn sie wussten um die Güte die wir alle aus göttlicher Hand empfangen haben. Als das getan war, stand der erste Kapitän, Pedro Sarmiento, auf und packte ein Schwert, welches er am Gürtel trug und sprach mit lauter Stimme zu allen Anwesenden: "Auf dass alle Zeugen seien wie er, im Namen der Heiligen, Katholischen, Königlichen Majestät dem König Don Philippe unser Herrscher, König von Kastilien und dessen Territorien, und im Namen seiner Thronfolger und Nachfahren, von diesem Land Besitz ergreift für immer und ewig." Und mit dieser Erklärung, derer sich die Anwesenden erinnern dürften an Hand des Schwertes, welches er hielt, schnitt er Bäume, Zweige und Kräuter, und schob Steine zusammen, aus denen er eine Markierung machte als Zeichen des Besitztums.
(Sarmiento de Gamboa 1987, S. 67-68)
Alle Besitznahmen von Dingen, die bis dahin noch niemandem gehörten, haben diese alberne Charakteristik, wie diese Besitzergreifung von Land an der Westküste Patagoniens durch Sarmiento de Gamboa (der keineswegs der erste Seefahrer in dieser Region war, von Indianern ganz zu schweigen). Als müsse man in solchen Fällen zur Besitzergreifung überhaupt noch die Besitzbarkeit der Sache mithinzu-konstituieren, ein anstrengende Sache, für die man einen Haufen Symbolik und Trara benötigt, weil man es sich sonst selber nicht glauben könnte, dass einem jetzt plötzlich etwas gehört, nur weil man dort hingegangen ist. Wenn etwas dagegen bereits Besitzbarkeit hat, und diese im optimalen Fall vielleicht auch noch verteidigt wird, dann ist alles viel einfacher, dann muss man kämpfen oder List anwenden, in jedem Fall ist es aber dann durchaus genug Arbeit, um von seiner eigenen Besitzergreifung überzeugt zu sein. Durchaus positiv auf diese Überzeugung wirkt obendrein die Angst, den Besitz wieder zu verlieren, die bei einer gewaltsamen Besitzergreifung immer mit dabei ist und die Besitz ebenso bestätigt. Denn nur was man man verlieren kann, gehört einem.

Das englische Wort "dial" für "wählen" wurde ursprünglich ganz allgemein für die Anzeige oder Skalen auf Messinstrumenten verwendet und stammt aus der mittelalterlichen Nautik, denn der Kompass wurde damals auch "clock dial", Tagesuhr genannt, basierend auf dem lateinischen "dies" für "Tag".

8.12.2003
Wartezeit
Wenn man sich verliert, so warte jeder auf den anderen 15 Tage am Eingang zur Magellanstraße, vereinbarten die Kapitäne der zwei Schiffe Nuestra Señora de Esperanza und San Francisco.
(Sarmiento de Gamboa 1987, S. 47)

Von der Abenteuerlust der Seemänner
Und nachdem man diese zwei Schiffe gekauft hatte, erledigte man ihre Ausrüsung und die Holzmöblierung, die Beschlagungen, die Takelage, die Segel und die Wartung ebenso wie alle weiteren notwendigen Dinge. Bei der Beladung der Schiffe waren der Herr Francisco Manrique de Lara (...) und Pedro Sarmiento anwesend, welche in die Stadt gingen und kamen um die Beladung zu erledigen, Leute anzuheuern und die Mannschaft zu bezahlen und den Soldaten einen Vorschuss zu bezahlen: und beim Anheuern gab es große Schwierigkeiten und Mühen, denn da diese Reise so mühsam und gefährlich war, und doch von so wenig finanziellem Anreiz, wollte sich niemand dafür entschließen, und so flohen viele oder versteckten sich.
(Pedro Sarmiento de Gamboa über die Vorbereitungen seiner Reise in die Magellanstraße 1579, Sarmiento de Gamboa 1987, S. 33)



Hurd, Madeleine: Encounters. Representations of the Others in Modern European History. Huddinge : Södertörns Högskola, 2003. http://publications.uu.se/sh/fulltext/nbn_se_sh_diva-62.pdf (9 Dez. 2003)

Zitieren von Internetquellen
Als allgemein durchgesetzt gilt die Regelung des Columbia Guide to Online Style, auch bekannt als MLA-Stil. Eine ausführliche Überlegung zu dieser Thematik gibt es von Thomas Christoph Marx: Zur Problematik des Zitierens aus dem Internet. Außerdem muss ich nochmal darauf hinweisen, dass das Zitieren niemals völlig eindeutig sein kann, man müsste neben Zeit und Ort auch noch die eigene IP-Adresse, Browser und Einstellung des Browser angeben, da manche Seiten nach Besucher-IP länderspezifische Seiten ausgeben, manche Seiten mit Javascript den Inhalt verändern und manche Browser manche Inhalte nicht anzeigen können. So gesehen bringt eine pingelige Auflistung ohnehin nicht. Zeit und URL langt allemal.

4.12.2003
Vor der Analyse der Texte müssen diese, und ihr Autor, und ihr Hintergrund systematisch augearbeitet werden. Obwohl ich mir hier gewisse Freiheiten erhalten möchte, das bei jedem Text unterschiedliche Schwerpuntke gelten, gibt es sicher Strukturen, die bei allen Text vorhanden sind. Solche Kategorien sollte ich früh genug überlegen, so dass sie für jeden Text in derselben Systematik abgelegt werden können. So dass eine Art Datenblatt für jeden Text entsteht. Für systematisch besonder vorbildlich halte ich etwa die Kategorien, mit denen Befehle von Programmiersprachen beschrieben werden, oder in den USA die Kurse von Universitäten, beginnend mit "Synopsis" etc. Siehe dazu auch Mayring, Qualitative Inhaltsanalyse, 2000, S. 47.

3.12.2003
Raum-zeitlich unbeschränkte Gesetze?
Ich habe heute in einem Buch (Mayring, Qualitative Inhaltsanalyse, 2000, S. 22) gelesen, dass die qualitative Analyse vor allem bei der Überprüfung "raum-zeitlich unbeschränkter Theorien, allgemeiner Gesetzesbehauptungen" wichtig werden. Da habe ich ziemlich gestutzt. Ich dachte nicht, dass man in den Geisteswissenschaften, und in der qualitativen Analyse schon gar nicht, ernsthaft daran glaubt, raum-zeitlich unbeschränkte Gesetze aufzustellen. Streng genommen kann man das ja nicht einmal in den Naturwissenschaften - auch wenn der Hinweis auf Urknall etc. in diesem Zusammenhang sicher etwas zu spitzfindig ist. Aber in den Geisteswissenschaften, "raum-zeitlich unbeschränkte Gesetze"?

2.12.2003
Der Seemann und die Liebestinte
Einer der berühmtesten spanischen Seefahrer und Autor von einer der ersten umfangreichen Beschreibungen peruanischer Indianer, Pedro Sarmiento de Gamboa, geriet im Herbst 1564 in einen absurden Prozeß. Ihm wurde vorgeworfen, er habe gesagt, er könne eine Tinte herstellen, die die Empfängerin eines Liebesbriefes dazu bringt, sich in den Autor des Briefes zu verlieben. Zur Verteidigung sagte er, in dem Gespräch mit einer Angestellten des peruanischen Vizekönigs habe er doch nur gesagt, dass er von der Existenz einer solchen Tinte in Spanien gehört habe, aber das für eine Lüge halte.
Doch das Gericht glaubte nicht, und so wurde er dazu verürteilt, die Messe in der Kathedrale in Lima nackt, aber mit einer Kerze in der Hand zu hören. Außerdem sollte er Südamerika verlassen. Bis zur Ausweisung war er im Kloster San Domingo in Lima eingesperrt, ohne irgendwelche Bücher, und Mittwochs und Freitags musste er fasten. Sarmiento de Gamboa legte schließlich Einspruch beim Papst ein. So entkam er zumindest der Verbannung und konnte 1579 die Magellanstraße erkunden un erstmals einen detaillierten Bericht über diese abgeben, wofür er später so berühmt wurde. Unklar bleibt, ob der Papst ihn noch rechtzeitig davor retten sollte, die Messe in Lima nackt mit Kerze zu hören.
(Sarmiento de Gamboa; Markham (Bearb.) 1895/1970, S. IX-X)

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[30.12.2003] [Kommentare: 0]
Susi und Edi
Der Praschlpeter mit einer trefflichen, leicht süffisanten aber doch netten Beschreibung vom Kellerkind:
es kommen aber dann immer wieder diese tage, an denen die rote schrift, 40 punkt mindestens, passiert, die !!!!!-zeichen, das türzuschlagen, die versicherungen, jetzt aber wirklich keine lust mehr zu haben. und ich denk mir dann: jetzt denkt sie schon wieder nach darüber, ob susi edi so behandeln darf, ob edi böse war, ob edi sie ungerechterweise nicht mag, warum susiedi nicht mehr so ist wie früher, ob edi was hat, und was mit susi los ist, und und und, & das schlägt ihr wieder auf die stimmung, und ich muss das jetzt wieder ein paar tage aussitzen, bis sie die stimmung wieder gefunden hat. schade eigentlich.

|ö| = KerLeone

[30.12.2003] [Kommentare: 1]
Lebewohl, Korianderbrot
Die Hofpfisterei hat ihr Korianderbrot aus dem Sortiment genommen. Das ist sehr, sehr traurig. Es gibt zwar noch eine Bäckerei in der Nähe, die ein änhliches hat, aber das ist mir zu weich.
Das passiert leider immer öfter, dass ich eine besondere Beziehung zu einem Nahrungsmittel entwickel, und dann wird es eingestellt. Ich mag solche Änderungen nicht, sie stören meine Beziehung zwischen Innenwelt und Außenwelt, weil sie klar machen wie hilflos die eine gegenüber der anderen ist. Überlegungen über Vergänglichkeit, Hilflosigkeit, Störung des Ichs und Fremdbestimmung kommen einem in den Sinn.
Wenigstens habe ich diesem einzigartigen Brot aber vorher noch ein ebenso einzigartiges Denkmal gesetzt.
Lebewohl, Korianderbrot.
|ö| = KerLeone

[30.12.2003] [Kommentare: 0]
[30.12.2003] [Kommentare: 2]
Die INP-Charts
Habe mal aus lauter Jux ein kleines Perl-Programm geschrieben, welches mittels eines komplizierten technischen Algorithmus für die Weblogs meiner Blogroll die Tagebuchschreiber von den Linkhubs differenziert. Es berechnet nach den bewährten und beliebten Methoden der quantitativen Sozialforschung für jedes Weblog den Ichialen-Nummerotischen-Prozentualis-Wert. Umso höher, umso tagebuchiger. Hier die Ergebnisse:

http://www.ronsens.de/ 0.96
http://www.brainfarts.de/ 0.92
http://www.technik-kultur.de/ 0.84
http://mosaikum.org/ 0.45
http://www.server-wg.de:8080/blog/ 0.42
http://www.hinterding.com/ 0.26
http://malorama.de/index2.php3 0.25
http://frapp.antville.org/ 0.18
http://www.dienstraum.com/ 0.17
http://www.media-digest.com/ 0.17
http://m-blog.mapu.de/ 0.14
http://www.odd-fish.de/ 0.1
http://arrog.antville.org/ 0.08
http://eleph.antville.org/ 0.05
http://eleph.antville.org/ 0.04
http://itw_mal_wieder_zu_lang 0.03
http://hirnverbr.antville.org/ 0
http://daskollektiv.twoday.net/ 0

|ö| = KerLeone

[29.12.2003] [Kommentare: 0]
Wellness im Wadi
Warum nur müssen Fernsehdokumentationen über fremde Kulturen, und insbesondere solche über deren Religionen, immer eine Hintergrundmusik und einen Tonfall haben, wie wenn man ein Wellness-Wochenende gebucht hätte?
Im traurigsten Fall läge es daran, dass es sich einfach um dasselbe Publikum mit denselben Absichten handelt.
|ö| = KerLeone

[29.12.2003] [Kommentare: 0]
Chinesische Propaganda-Poster
chinese_propaganda.jpg Stefan Landsberger sammelt chinesische Propaganda-Poster. Wunderbar!
Für alle, die den Genossen bei der Propaganda helfen wollen, gibt es sogar einige im Wallpaper-Format :-)
Via Lars Holst
|ö| = KerLeone

[28.12.2003] [Kommentare: 1]
Opera jetzt mit RSS-Feedreader
Opera 7.50 Preview for Windows (Download) ist jetzt erhältlich, hört man in diesem Forum von Opera.com. Die interessanteste Neuerung ist wohl die Implementierung von einem RSS-Feedreader und einem Chat-Client.
Via Netbib
|ö| = KerLeone

[27.12.2003] [Kommentare: 0]
Zur Inspiration
loobylu.gif Eine collection of outstanding blog designs, von einem Designer aus Neuseeland gesammelt. Und da sind wirklich sehr schöne dabei!
Via Minid.net
|ö| = KerLeone

[27.12.2003] [Kommentare: 6]
Tragbarer Wav Recorder
Wie lange hat man darauf warten müssen! Seitdem es portable MP3-Player gibt, träumen Journalisten, Musiker und Geräuschsammler davon, endlich das Minidics-Format überwinden zu können, welches es nicht erlaubte, die Töne verlustfrei auf eine Festplatte kopieren zu können.
Nur in Funkhäusern lohnte sich die Anschaffung von teuren Minidisc-Abspielern, die einen optischen Ausgang hatten. Das zweistündige Interview musste aber trotzdem zwei Stunden laufen, um überspielt zu sein. Professionelle Wav-Rekorder kosteten über 1500 Dollar.
Vor Jahren schon konnte man dann MP3-Recorder und Wav-Recorder kaufen, aber entweder diese waren nur für Voice-Recording ausgelegt, oder hatten zu schlechte Qualität (Archos), oder lediglich einen Line-In Eingang, der bei Verwendung eines Mikrophons einen Vorverstärker benötigte.
Aber die taiwanesische Firma IRiver verkauft jetzt seit einigen Monaten ein Gerät namens iHP-120, einen MP3-Player mit 20 Gig Festplatte. Bei der Zeitschrift Stereoplay und verschiedenen anderen Testberichten bekam das Gerät bereits als Player gute Noten. Für die Aufnahmefunktion (Wav und MP3 in verschiedenen Bitraten) und den externen Mikrophoneingang (mit Stromquelle, also auch für kleine Kondensatormikrophone!) interessierten sie sich meisten nur beiläufig. Nur auf Musikprofis spezialisierte Händler haben die kleine Sensation erkannt und loben das Produkt entsprechend. Interessant wäre nun, wie Fachzeitschriften das Gerät für den journalistischen Einsatz beurteilen. Achja, leider kostet das Gerät noch über 400 Euro.
|ö| = KerLeone

[24.12.2003] [Kommentare: 0]
Der große Betrüger
Er erzählte mir, wie er sich an die Unterseite der Mondkapsel klammerte, wie er mit der Kälte und dem Sauerstoffmangel rang und er sich letztendlich doch noch hinter Mondgestein verschanzen konnte und seine Gewehr vorbereitete. Unglücklicherweise habe er Armstrong verfehlt. Ein Einschussloch in der amerikanischen Fahne sei aber noch heute zu sehen, sagte er mit stolzem Gesicht und großer Genugtuung. Der Rückflug sei sehr turbulent vorlaufen, die Sauerstofftanks seien explodiert und es war bis zuletzt ungewiss, ob sie den Weg zurück zur Erde schaffen würden. Ob er das nicht mit der Apollo 13-Mission verwechseln würde, fragte ich ihn. Er hielt kurz inne, beugte dann das Gesicht zu seinen Händen hinab und fing an leise zu weinen.
Die ganze Geschichte bei Brainfarts
|ö| = KerLeone

[17.12.2003] [Kommentare: 1]
Der Blogwart hat ordentlich ausgefegt
mit dem ganzen Müll, jetzt muss nur noch der Kleinkram sortiert werden. Also: schön die Schuhe ausziehen, voten gehen und immer daran denken: jeder nur ein Kreuz!
|ö| = KerLeone

[17.12.2003] [Kommentare: 0]
Der Mythos Camembert
Guardian Unlimited mit einem wunderbar tiefen Artikel über ein Buch, über den französischen Camembert und seiner lokalen Ausstrahlung, über Globalisierung, McDonalds und der industriellen Erfindung von Nahrungsmittel-Mythen bei gleichzeitiger Entmythologisierung und Industrialisierung des Herstellungsprozesses.
Via Fusion Reaction
|ö| = KerLeone

[15.12.2003] [Kommentare: 9]
Meine Tasse
Zum Ansehen des Flash-Dokuments hier klicken
|ö| = KerLeone

[14.12.2003] [Kommentare: 5]
erdloch_python.jpg

|ö| = KerLeone

[13.12.2003] [Kommentare: 0]
T.Raumschmiere
t_raumschmiere.jpg Der Berliner Musiker T.Raumschmiere spielt heute im Münchner Die Registratur, was sehr schade ist insofern, als ich heute keine Zeit habe, dort hinzugehen. Der Elektro-Musiker, bekannt für einen schleifenden und kratzenden Beat, hat zwar wie jeder elektronische Musiker das Problem der Selbstinszenierung bei einem Live-Auftritt, aber wie die zwei Videos von ebensolchen Auftritten zeigen, auch eine Begabung, dieses Problem besser zu lösen als andere. Was nicht zuletzt am guten Schnitt der Videos liegt.
|ö| = KerLeone

[13.12.2003] [Kommentare: 6]
[13.12.2003] [Kommentare: 1]
Eltern stehen heute vor schwierigen Entscheidungen
Bitte beachten Sie, dass Eltern, die unabhängig vom Zusammenhang die Abbildung weiblicher Brüste unakzeptabel finden, auch dann den Abruf betroffener Sites blockieren können, wenn ein bestimmter Zusammenhang besteht. Auch können Eltern wählen, "weibliche Brüste" in einem künstlerischen Zusammenhang zuzulassen, aber "Erektionen" in einem künstlerischen Zusammenhang zu blockieren, somit den Abruf von Sites mit der "Geburt der Venus" gestatten, aber den von Sites mit antiken, künstlerischen Darstellungen von Erektionen verhindern.
(Internet Content Rating Association)
|ö| = KerLeone

[13.12.2003] [Kommentare: 1]
Wiedersehen
Lorenz Lorenz-Mayer, der einmal das lesenswerte Onlinejournalismus-Weblog bei Clubvolt geführt hat, führt seit einigen Monaten ein privates Weblog: Scarlatti. Das war mir bisher unbekannt, und ich bin auch nur darauf gestoßen, weil ich heute dort Schelte bekam ;-)
Wie auch immer - herzlich willkommen! (Sag ich mal im Namen aller, die dieses Comeback in den letzten Monaten ebenfalls nicht bemerkt haben.)
|ö| = KerLeone

[12.12.2003] [Kommentare: 0]
Äh
Wer ist eigentliche dieser Harold Schmidt?
|ö| = KerLeone

[12.12.2003] [Kommentare: 5]
Neulich irgendwo auf dem Server von ITW ...
... bin ich runter zum Senfkeller, dann links, durch die alte Scheune, hab die Bodenklappe aufgehebelt, da stand eine Leiter, die bin ich hinuntergeklettert und wählte anschließend von den fünf Türen die dritte, stolperte fast über die alten Zylinder aus dem Porsche-Motor, dann bin ich an der Strohmatte vorbei wo Pferd Ringo aufgewachsen ist, öffnete die knarzende Tür mit dem Hermann-Poster hinein in den kleinen Verschlag, dann um den Schrank mit den alten Zeichnungen vom Karl herum und stieg dann die alte Steintreppe hinab, an deren Ende ich in einen muffigen Keller kam. "Was soll das denn!", rief ich, nachdem ich diesen Ordner geöffnet hatte.
|ö| = KerLeone

[11.12.2003] [Kommentare: 0]
Diese verdammten Yuppies
champagner_stuhl.jpg
Holiday Champagne Chair Contest. The rules and guidelines are quite simple: fabricate a chair using champagne cork hardware.
Via Sofa
|ö| = KerLeone

[10.12.2003] [Kommentare: 1]
Altavista und Katzen
Seit Jahren habe ich heute in der Uni wieder jemanden gesehen, der mit Altavista gesucht hat. Dabei fand ich es irgendwie passend, dass dabei nach "Katzen" gesucht wurde. Beide Dinge kamen ja etwa zur gleichen Zeit ins Internet.
|ö| = KerLeone

[10.12.2003] [Kommentare: 0]
Forbidden
You don't have permission to access /~pia.zeisel/und.das/passiert/wenn.man/zuviel/knutscht.html on this server.

Via Bov
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 4]
Ofen vs. Topf
Eigentlich nur eine dieser kleinen Schmunzel-Meldungen: In München hat am letzten Sonntag eine 93jährige ihre Mikrowelle auf den Herd gestellt und damit einen Zimmerbrand ausgelöst. Im ersten Moment denkt man, wie kann man nur so blöd sein. Im zweiten Moment bemerkt man aber, dass diese Tat eigentlich nur die konsequente Adaption des Konzepts "Topf" auf die Mikrowelle ist. Die richtige Beziehung wäre dagegen die Adaption des Konzepts "Ofen" auf das unbekannte neue Gerät gewesen. Ohne Vorwissen "richtiger" ist dabei eigentlich keine Beziehung, wenn man mal davon absieht, dass das Kabel und die eckige Form für das Konzept "Ofen" sprechen. Diese Verwendung von Konzepten, der Umgang mit Symbolträgern und die Adaption von Symbolen auf neue Dinge ist nämlich bei allen neuen Technologien nicht vorhersehbar, weshalb man im Bereich der Computer den Begriff der Usability eingeführt hat.
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 3]
Ohne Informations-Pate kommt der Informations-Tod
Nachdem die komplette Information Technology naturwissenschaftlich geprägt ist und aus diesen Grundsätzen entstanden ist, sind Computer durchaus keine Geheimnisse. Wir können in den meisten Fällen vorhersehen, wie er sich in welcher Situation verhält. Mit Webservern verhält es sich ähnlich. Wenn er richtig konfiguriert ist, Strom hat, und vielleicht eine Sicherung der Daten vorliegt, wenn entsprechend auch die Netzwerkzentren und Hubs Strom haben und funktionieren, kann man vorhersagen, dass die Daten im Internet verfügbar sind.
Allerdings hat jede Technologie auch ihre soziale, um im Vergleich zu bleiben, geisteswissenschaftliche Komponente. Und schon ist es gar nicht mehr so einfach, vorherzusagen, wie sich im Endeffekt eine Website in der Zukunft verhalten wird. Welche Inhalte wird man in fünf, in zehn, in 50, in 100 Jahren noch lesen können? Uns feht es hier völlig an der Erfahrung, die wir im Umgang mit Büchern gesammelt haben. Aber ich meine wirklich nicht die technische Komponente, also Fragen nach der Lesbarkeit der Daten. Nein, viel alltäglicher: Werde ich in zehn Jahren noch die Überweisung für meine Homepage zahlen? Wird der Hoster meiner Homepage noch existieren? Wird meinetwegen antville.org noch existieren? Das hängt von so vielen Faktoren ab. Was ist mit Websites, deren Besitzer gestorben sind oder sich zurückgezogen haben? Oder hat jemand kein Geld mehr, seinen Provider zu bezahlen? Oder wird er keine Lust mehr haben ihn bezahlen?
Bei einem Buch hat es gereicht, wenn diese Bedingungen für die Publikation einmal erfüllt waren. Beim Internet muss diese Bedingung dauerhaft erfüllt sein. Information im Internet braucht einen menschlichen Paten, um zu exisiteren. Sei es der Urheber, ein Nachfahre des Urhebers, eine Firma oder eine Organisation. Um diese Informationspflege entwickelt sich möglicherweise in den nächsten Jahrzehnten eine Debatte, man gründet Organisationen, oder man wird sich wissenschaftlich damit beschäftigen.
Oder es wird uns einfach völlig piepschnurzegal sein, wenn alles wieder verschwindet. Dann verschwinden die Websites und ihre Information schneller als die Gräber. Schließlich kann man Kultur nicht vorhersagen.
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 0]
Nicht funktionierend
judith_scott.jpg
Judith Scott (born 1943), a fifty-five year old woman with Down's Syndrome, has spent the past ten years producing a series of totally non-functional objects which, to us, appear to be works of sculpture, except that the notion of sculpture is far beyond Judith's understanding.
Die Objekte sind dabei sicher keine Sensation, aber das Photo links ist wunderbar.
Via BoingBoing
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 0]
Buffons Naturgeschichte
buffon_naturgeschichte.jpg Georges-Louis Leclerc, Graf von Buffon hieß einer der größten französischen Wissenschaftler des 17. Jahrhunderts. Mit seiner Histoire Naturelle schuf er ein Werk, welches in der Größe mit damaligen Enzyklopädien vergleichbar war und die wichtigsten Erkenntnisse über Weltall, Erde, Tier und Pflanzen aus dieser Zeit vereinte. Von dem Buch gibt mehrere Online-Versionen, darunter eine amerikanische, leider ohne die schönen Bilder, und das französische Original, mit Bildern. Ein paar der schönsten Tierzeichnungen finden sich in dieser kurzen Diashow.
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 0]
Hexen, Zauberei und Magie
collection_witchcraft.jpg Einen Haufen interessante, eingescannte Bücher zu diesem Thema gibt es bei der Cornell's Witchcraft Collection. Sicher, das konnte man bereits in den letzten Tagen überall lesen, aber man macht das hier eben auch für die private Archivierung.
Via Netbib

|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 4]
PDF-Text kopieren
Hätt ja mal einer sagen können, dass man aus PDF-Dokumenten auch Text markieren und kopieren kann, wenn man auf einen entsprechenden Button in der oberen Leiste klickt.
|ö| = KerLeone

[9.12.2003] [Kommentare: 0]
Computerlogik
Ich würde mal gern wissen, warum das Scanprogramm an der Uni die Scans unter "Lokale Einstellungen" speichert. Wenn man einfach mal rein sprachlich an die Sache rangeht, könnte man sich darüber wundern. Und dann würde ich gerne wissen, warum der Ordner obendrein nicht angezeigt wird. Wer in Redmond hat sich das wohl wieder ausgedacht: Lustiges Scan-Verstecken.
|ö| = KerLeone

[7.12.2003] [Kommentare: 0]
Wenn schon über Weblog-Awards reden
Blogwart sieht alle! ... dann über den hier. Aber flink, und nicht soviel rumspielen. Ich hab noch zu tun!
|ö| = KerLeone

[4.12.2003] [Kommentare: 3]
Und schuld sind nur die Laubbläser
Schuld sind die Laubbläser, die jeden Herbst antreten um das liegengebliebene Laub zusammenpusten. Jedes Jahr verwenden sie zu diesem Zweck größere Maschinen. Vor ein paar Jahren waren es noch die am Rücken befestigten Motoren, letztes Jahr sah man angeschobene, vierrädrige Maschinen in der Größe von Rasenmähern mit aufgelasenem Saugbeutel, in diesem Jahr saßen die Laubbläser auf Minitraktoren. Im nächsten Jahr rechne ich mit Traktoren in Kolchose-Dimension und dann rechne ich mit Flugzeugturbinen, die alle Büsche gleich mit ausreißen. Es geht dahin mit der Welt.
Mutter Erde wird sich das nicht mehr lange ansehen, wie man ihre Scholle lärmend zerbläst. Das Gras wird es nicht länger dulden, dass man ihm die Winterdecke vom frierenden Halm reißt. Die Bäume sind jetzt schon mürrisch, wenn sie die Laubbläser sehen, wie sie einen Riesenlärm machen um die einst so sanft zu Boden gefallenen Blätter.
Und die Blätter selbst? Wie finden sie es, dass ihr zartes Rascheln im Herbstwind mit einem ohrenbetäubendem Endzeit-Dröhnen übertönt wird? Warum nur lässt man sie nicht in Ruhe sterben, zerfallen, verschwinden?
Der Herbst hat sein ganzes Gold verloren, seit dieser Zeit. Wo soll der Frühling nun die Kraft hernehmen für seinen Neuanfang? Wo sollen die Menschen ihre Kraft hernehmen für einen Neuanfang? Ohne sich mit dem Vergangenem zu versöhnen, ohne durch ihr eigenes Laub zu rascheln? Wenn sie dieses mit solcher Gewalt wegrotzen von der Erde?
Es geht dahin ... und die Laubbläser sind der Anfang.
Aber wer glaubt den Zusammehang vom Leid der Welt und den Laubbläsern schon? Ich glaube ihn ja selbst nicht. Unsere Gesellschaft schätzt solche Mythen nicht. Was wir also brauchen, dass sind Naturwissenschaftler, die uns sagen, dass das Gras das Laub braucht, und das der Wurm das Laub braucht. Für die Photosynthese, oder den Stoffwechsel. Wir brauchen große Aufsätze, mit vielen Zahlen und chemischen Zeichnungen. Wir brauchen selbsinduktive Kreislaufskizzen, die zeigen, dass die Klimakatastrophe vom Laubpusten kommt.
Das brauchen wir ganz schnell, sonst gehen wir unter, glaubt mir.
|ö| = KerLeone

[4.12.2003] [Kommentare: 2]
Weblogger in Peru
Directorio de Weblogs Peruanos
|ö| = KerLeone

[3.12.2003] [Kommentare: 0]
Hallucigenia
Egal, was das eigentlich für ein Ding ist, aber ein modernes, neuartiges Tranpsortmittel Hallucigenia zu nennen, ist wunderbar. Dieser Name bildet exakt die richtige Dosis von Mythos.
Via /.
|ö| = KerLeone

[2.12.2003] [Kommentare: 2]
Promotion statt Arbeitslosigkeit?
Wenn auf dem Arbeitsmarkt nichts zu holen ist, kann eine Promotion elegant die Lücke im Lebenslauf füllen. Das hoffen jedenfalls viele Absolventen - und begeben sich mitunter aufs Glatteis. Die Rechnung geht nicht immer auf, zumal Stiftungen nur wenige Stipendien vergeben können und eine "Sturmflut von Bewerbungen" erleben.
Spiegel: "Die Uhr läuft mit"
Privatarchiv
|ö| = KerLeone

[1.12.2003] [Kommentare: 4]
Prima Idee
On Monday, Maine Today reports that officials plan to put info about the states 1,200 registered sex offenders on the Internet to allow residents to easily determine if a convicted offender lives in their neighborhood. Some jurisdictions - including Portland, South Portland, Saco and Kennebec County - already post sex-offender information on the Internet. But the new site will cover *all* sex offenders registered in Maine, and will include their names, ages and birth dates, where they live, where they work or attend school, and which offense they were convicted of. Photographs will soon be posted, as well.
... berichtet Slashdot.
Wahrscheinlich hat die Teer-Lobby und die Feder-Industrie dieses Gesetz gefördert. Mehr wie solche und ähnliche dumme Witze fallen mit dazu aber nicht ein. Es fehlt in diesem Land vielleicht wirklich an irgendetwas ganz grundlegendem. Es fehlt soviel, dass man nicht wirklich anfangen möchte, diese Idee zu kommentieren.
|ö| = KerLeone
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