Mosaikum 1.0
Von KerLeone


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Die linke Spalte in diesem Monat mit der Spezialserie Best of Ludwig Ganghofer:

30.12.2004
Winke, winke
Ettingen atmete, als wäre in seiner Brust ein unersättlicher Durst nach aller Frische dieses Morgens. Immer wieder blieb er stehen, winkte mit der Hand und grüßte mit dem Hut zurück nach dem kleinen Haus da droben, auf dessen Schwelle die regungslose, schlanke Mädchengestalt wie von nebelhaftem Feuerglanz umwoben war - vom rötlichen Lampenschein, der aus der Stube quoll.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. S. 226)

30.12.2004
Und der See?
Ruhig dampfte der See.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. S. 225)

29.12.2004
Aus dem Schoß der Erde
Leise rauschten die Wälder im tieferen Tal. Und jählings war es, als hätte strömend der Duft aller Blumen sich gelöst, als stiege würzig und stark aus dem Schoß der Erde herauf, was ihre getränkte Scholle an Wohlgeruch besaß.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 226)

28.12.2004
Pfifferling mit Schneckensoß
"Wie kannst denn so was glauben? Der? Und Jagdverwalter? Da macht man ehnder an Pudel zum Pfarrer! Und wieviel hat er gsagt? Viertausend Gulden? Ja! Viertausend Pfifferling mit Schneckensoß und den Buckel voll Prügel zum Eintunken! Dös verdient er! Der!"
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 138)

27.12.2004
Paff!
Und paff, hatte sie wieder eine Wolke unter der Nase. "Jetzt hör amal auf!" fuhr sie ihn hustend an. "Blas mir net allweil dein Stinkadores ins Gsicht!"
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 136)

25.12.2004
Die Türchen der Sennerin
"Hören S' auf, Sö süßer Schmalger, Sö!" erwiderte die Sennerin lachend, wurde dabei aber doch rot bis über die Ohren, als hätte dieses schmeichelnde Bekenntnis nicht völlig wirkungslos an das verriegelte Türchen ihrer Mädchenseele gepocht.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 128)

23.12.2004
Der Jager jagt den Lügner
"Alles kann ich eim Jager verzeihen, a Jager ist auch nur a schwacher Mensch. Aber 's Maul wann er aufmacht im Dienst, muß ich a wahrs Wörtl hören. Und drum sag ich dir's jetzt als dein Fürgsetzter: Lügst noch an einzigsmal, so kannst deine sieben Zwetschgen packen."
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 77-78)

22.12.2004
Blühende Blumen und klingende Wipfel
"Nur den Efeu, den haben wir aus dem tieferen Wald hergebracht, und drum hält er Hochsommer die Hitze nicht gut aus und will immer Wasser haben. Anfangs glaubten wir nicht, daß er durchzubringen wäre. Erst seit drei Jahren ist er so kräftig in die Höhe gegangen und hat die großen vollen Blätter bekommen, deren saftiges Grün mit dem rötlichen Holzton der Balken so warm zusammenstimmt." Sie trat ein paar schritte zurück wie um die Harmonie dieser leuchtenden Farben besser genießen zu können. "Sind sie Künstlerin, Fräulein?" [fragte der Fürst] "'Ich? Künstlerin?" sagte sie fast erschrocken. Sie schüttelte den Kopf. Und schweigend nahm sie ihre Arbeit wieder auf. (...) Wie schön sie war! Und wieviel rührend Kindliches redete aus der still versunkenen Art, mit der sie regungslos zwischen den blühenden Blumen stand und verträumt hinaufblickte zu den leise klingenden Wipfeln.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 99-101)

21.12.2004
Geschmeidige Mädchenkörper
Und während sie den linken Arm, um das Gleichgewicht zu halten, seitwärts streckte, trug sie in der rechten Hand eine große, wassergefüllte Gießkanne, deren schwere Last jede Linie des geschmeidigen Mädchenkörpers straffer spannte - ein Bild gesunden, jungen Lebens, kraftvoll und schön zugleich.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 96)

19.12.2004
Blüml und Sterndl
"Und laß mir dös Fräuln in Ruh! Sonst hast es mit mir z'tun. Brock dir a Blüml, dös für dich gwachsen is am Weg! Aber streck deine Hand net aus aus nach eim Sterndl, dös am Himmel glanzt."
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 79)

18.12.2004
Die Herzmetapher
Und was wird er sagen, wenn er's einmal erfahren muß - das ganze schreckliche Unglück der Burgi! Bei dieser Vorstellung krampfte sich Pepperls Herz in stechender Qual zusammen, wie sich ein Igel rollt, wenn der Hund apportieren will.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 62)

17.12.2004
Die Burgi
Und richtig, Pepperl lachte laut in die Nacht hinaus. "Was geht denn mich die Burgi an! Die is mir net mehr als der Wind hinterm Ohrwaschl! Auf Ehr und Seligkeit!"
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 55)

16.12.2004
Wald, still
"Wie still dieser Wald! Wie schön in seinem Schweigen!"
Zwischen den Wurzeln einer mächtigen Fichte ließ sich der Einsame zur Ruhe nieder.
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 25)

16.12.2004
Die Jäger von Seefeld
"Jetzt habe ich verstanden!" Erheitert bot Ettingen dem Förster die Hand. "Aber wollen sie nun die Güte haben, mir die Jäger vorzustellen?"
Der Förster trat vor seine Leute hin. 'Bitte, Duhrlaucht, die ersten zwei, dös sind der Kassian Birmoser und der Krispin Ruef, die zwei Jager von Leutasch draußen. Der dritte da, dös is der Silvester Beinößl, der Jager von Ehrwald drunt. Und die letzten, dös sind die zwei Tillfußer Jager, der Toni Mazegger und der Praxmaler-Pepperl."
(Ludwig Ganghofer, Das Schweigen im Walde, 1992, S. 16.)

16.12.2004
Robert Musil über die Ursache des 1. Weltkrieges
Da die Erscheinungen bei Freund und Feind gleich waren, muß die Ursache eine europäische sein. Da es sich nicht um eine einmalige, sondern um eine in der Weltgeschichte regelmäßig wiederkehrende Erscheinung handelt, kann sie keine Gelegenheitsursachen haben, sondern die Ursachen müssen gerade in der Gegend der ewigen Werte und der gleichbleibenden Daseinsformen liegen. Es folgt schon daraus, daß der Kapitalismus nicht die Ursache des Kriegs sein kann und ebensowenig der Nationalismus, sondern daß diese beiden, gewöhnlich verantwortlich Gemachten, höchstens Zwischenursachen sind oder Vorstadien (wie ein Augenkatarrh mitunter einer Halsentzündung vorausgeht)Das gleiche, was den Krieg verursacht hat, verursacht auch sie, der Mangel eines höheren Lebensinhaltes. Man stirbt für seine Ideale, weil es sich nicht lohnt für sie zu leben. Oder: Es ist als Idealist leichter zu sterben als zu leben.
Eine ungeheure Flaute lag über Europa und wurde wohl am drückendsten in Deutschland empfunden. Religion tot. Kunst und Wissenschaft eine esoterische Angelegenheit. Philosophie nur als Erkenntniswissenschaft betrieben. Familienleben zum Gähnen (aufrichtig gestanden!). Vergnügungen lärmend, wie um sich vor dem Einschlafen zu schützen. Fast jeder Mensch ein Präzisionsarbeiter, der nur ein paar Handgriffe auszuführen weiß. Dabei jeder durch die Zeitung, Eisenbahn in den Mittelpunkt der Erde gesetzt, ohne etwas damit anfangen zu können. Politik ein Kleinstverschleiß von gewesenen Ideen. Was Lebenswertes gibt es in einem solchen Menschenleben?: Dieser Mensch von 1914 langweilte sich buchstäblich zum Sterben! Deshalb kam der Krieg mit dem Rausch des Abenteuers über ihn, mit dem Glanz ferner unentdeckter Küsten. Deshalb nannten ihn solche, die doch nicht geglaubt hatten, ein religiöses Erlebnis, nannten ihn die Vermauerten ein einigendes Erlebnis. Die im Innersten ungern ertragene Organisationsform des Lebens zerging, Mensch verschmolz mit Menschen, Unklarkeit mit Unklarheit, man kannte, Gott gedankt, keine Parteien mehr und hoffte bald Ich und Du und alle darum herum geknüpften Gebilde auch nicht mehr zu kennen. Es war die Revolution als Ende einer gestockten Evolution.
(Robert Musil, [Das Ende des Krieges] [Ohne Titel - 1918]. In: Frisé, Adolf (Hrsg.): Gesammelte Werke 1978, S. 1343-1344)

Ein dummer Mensch
Ein dummer Mensch wirkt für gewöhnlich schon darum eitel, weil ihm die Klugheit fehlt, es zu verbergen.
(Robert Musil, Über die Dummheit. Vortrag. In: Frisé, Adolf (Hrsg.): Gesammelte Werke 1978, S. 1275)

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[31.12.2004] 
Zur sogenannten Medialität von Katastrophen
Bei dieser Gelegenheit noch ein Wort zur Medialität von Katastrophen: Der eine braucht Bilder, um sich die Katastrophe verständlich zu machen, der andere die Geschichten von verlorenen Kindern, ein anderer die Erlebnisse von Prominenten oder von den deutschen Opfern, noch ein anderer die Zahlen der Opfer. Ein anderer alles auf einmal. Wieder ein anderer einen Wissenschaftler, der erklärt, was ein Tsunami ist. Medien erfüllen diese Bedürfnisse der Greifbarmachung des Unbegreifbaren in der ganzen Bandbreite - man muss nur sein Medium finden. Was ich persönlich nicht brauche sind Reflexionen über das eine oder das andere Verhalten, die nur das Ziel haben, dieses Verhalten als entartet darzustellen, wie zahlreiche Artikel von der Metaebene der Katastrophe, wo wie immer die ganz besonderen Klugscheißer zu Hause sind, um uns zu erklären, wie krank wir eigentlich funktionieren. Dabei funktionieren wir nicht, und schon gar nicht alle gleich. Wir interpretieren und verhandeln die Gegenwart mit unserem Bedeutungsvorrat aus der Vergangenheit, jeder für sich und in Bezug auf die anderen. Wer hier Muster erkennen will, dem sei angeraten mindestens zwei gegensätzliche Formen des Verhaltens zu besprechen, um nur die kleinste Stufe der Glaubwürdigkeit zu erhalten.
Ähnlich unliberal empfinde ich die Diskussion über einen Moralkodex im Umgang mit der Katastrophe. Der eine findet Werbungen mit Wellenreitern oder mit Hausratversicherungen im Umfeld der Berichterstattung furchtbar, der andere findet es dagegen furchtbar, wenn ein Radiosender freiwillig bestimmte Lieder mit Wellen aus dem Programm nimmt. Niemand kann uns dieses Empfinden vorschreiben, also sollte man sich auch nicht an dem geäußerten Empfinden anderer stören.
Denn das ist der einzige Umgang mit medial vermittelten Katastrophen, den ich nicht ausstehen kann: Sein eigenes Unvermögen im Umgang mit der medial erlebten Katastrophe durch Kritik am Umgang der anderen mit der Katastrophe auszulassen.
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[31.12.2004] 
Videos vom Tsunami
Chris Holland hat zwei Torrent-Files mit Videoaufnahmen von der Welle zusammengestellt. Weitere Videos finden sich bei Austin's Blog. Man kann deutlich die völlig unterschiedliche Charakteristik der Welle in verschiedenen Gebieten sehen. In einem Video dachte ich zuerst, es ist aus einem Bus gefilmt, dass über zerstörte Erde fährt, bis ich realisierte, dass es das Wasser voller Gegenstände ist, dass an einem Haus vorbeirauscht, soweit das Auge reicht.
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[29.12.2004] 
Weblogger-Comics
comics_weblogtreffen.jpg Zwei nette Comics über die Eigenarten von Weblogger-Treffen bei SvenK.

Via IT&W
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[29.12.2004] 
Der große Sichthüllentag ...
... war anscheinend gestern.
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[29.12.2004] 
Die Deutschen und das Spenden
Was Spenden betrifft, bin ich, glaube ich, sehr deutsch. Wenn ich erwäge, zu spenden, gerate ich in eine tiefe Sinnkrise: Ich hinterfrage, ob es denn nur billiges Mitleid ist, durch Fernsehberichterstattung ausgelöst, dass nun Ablass fordert. Ich überlege, ob die Spenden überhaupt ankommen. Und Geld, was ist schon Geld? Und gibt es nicht überall auf der Welt Katastrophen? Sind wir für den Hunger in der Dritten Welt nicht sowieso ursächlich verantwortlich? Erst mit Importzöllen die Wirtschaft ruinieren, und dann den generösen Spender spielen. Geld spenden, und dann wieder weiter im Luxus leben. Davon ändert sich die Welt doch nicht
Das sind so die Gedanken. Die verhindern oft eine Spende. Dieses Jahr war es ein bisschen anders. Ich war durchgehend dazu gezwungen, aufs Geld zu achten, weil ich meine Jobzeit zu Gunsten meiner Promotion radikal verkürzt habe. Entsprechend musste ich meinen Lebensstil ändern. Und an anderen Sparen macht nicht froh, die Herausforderung ist, an sich selber zu sparen. Deswegen habe ich in diesem Jahr mehr gespendet, ehrlicher in der S-Bahn bezahlt und war großzügiger gegenüber anderen Menschen. Und deshalb habe ich auch gerade ohne große Zweifel ein Sechstel meintes Monatseinkommens nach Asien gespendet, weil ich weiß, dass ich auf das Geld verzichten kann. Reis statt Böller ist zwar auch eine gute Idee, aber da kann ich leider nicht mitmachen, denn ich habe von den acht Raketen vom letzten Jahr vier für dieses Jahr aufgehoben.
Also, liebe Leser, spendet einfach. Ihr braucht das Geld wirklich nicht, und alle anderen Gedanken sind genauso deutsch wie überflüssig, natürlich können Spenden helfen. Am einfachsten, finde ich, geht es online per Lastschrifteinzug bei der Aktion Deutschland hilft, ein Zusammenschluss von Johanniter, Malteser, Care, ASB und ein paar anderen.
(Mehr Spendenkonten bei IT&W)
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[28.12.2004] 
Photos und Blogs aus der Seebeben-Region
ITW hat einen Haufen Links, schön übersichtlich. Besonders erschreckend sind die großformatigen Photos von Hellmut Issels.
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[27.12.2004] 
Mehrdim-Arrays in Perl (Nicht weiter beachten)
Bis ich das mal kapiert habe mit den Mehrdim-Arrays in Perl! Deshalb jetzt mal ein brauchbares Beispiel, damit ich es nicht mehr vergesse:
[Ganz zeigen]
#!/usr/bin/perl

@farben = qw(blau rot grün gelb schwarz weiß);
@leute = qw(ernie bert max moritz micky minnie);
@staedte = qw(münchen hamburg paris london madrid bern);

# Hier werden nun die zwei bestehnden Arrays in einen neuen eingegliedert.
# Das geht nur über Referenzen. Deshalb darf links keinesfalls das Array-
# Zeichen "@" stehen. Sondern an die erste Position wird eine Referenz
# geschrieben, und die wird auch auf der anderen Seite mit dem Schrägstrich
# erzeugt.
$arrays[0]=\@farben;
$arrays[1]=\@leute;

# "bert"
print $arrays[1][1],"\n";

# Auf diese Weise kann man schließlich ein neues Array an eine bestehendes
# Array-Array anhängen. $#arrays bezeichnet die Position des letzen Arrays.
$arrays[$#arrays+1]=\@staedte;

# "hamburg"
print $arrays[2][1];

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[26.12.2004] 
alte_telegramme.jpg
Bilder von alten Telegrammen gibt es bei retro-gram.com. Sehr schön, kann man immer brauchen. Außerdem kann man dort auch nachgemachte Telegramme per Mail versenden lassen.
Via Cartoonist
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[25.12.2004] 
Neues Weblog-System
Ich habe ja vor einiger Zeit einmal ein recht eigenwilliges Weblog-System entwickelt, das Schreiben und Lesen von Monatsfiles und eigenen Textdateien ohne großen Aufwand ermöglichte: PWS (Personal Weblog System, hier eine Online-Demo). Es war als private Notizenstation gedacht.
Ted Hawkings, ein Webdesigner aus London, kam nun auf die Idee, mein Script umzuschreiben, so dass man es auch als einfaches, öffentliches Weblog-System verwenden kann: GTBlog, ein einfach Weblog-System in Perl. Dabei wurde vor allem die Eigenart erhalten, dass alle Monatsfiles, sowie beliebige eigene Files rechts in einer Spalte angezeigt werden.
Auch die Suchfunktion von PWS wurde übernommen, die war auch der große Stolz von meinem ersten publizierten Script. Ted hat außerdem eine Spalte für Newsfeeds und eine für Kommentare angelegt. Die Einrichtung und Konfiguration des Weblogs bietet viele Möglichkeiten (CSS, Datumsformat etc.), ist aber leider nicht mehr ganz so einfach wie bei meiner Version, da das System aus mehreren einzelnen Files zusammengesetzt ist. Allerdings hat Ted eine hervorragende Anleitung geschrieben.
GTBlog ist wie PWS also vor allem dann interessant, wenn man keine Spielereien wie Trackback oder Pings braucht, sondern möglichst einfach ein Projekt mit monatlichen Notizen und eigenen Textfiles anlegen will. Mit GTBlog ist das nun auch als öffentliches Weblog möglich. Auf dem Server entsteht dabei kein Datenbank-Ungetüm oder massenweise einzelne Dateien, sondern nur übersichtliche Monatsfiles und die eigenhändig angelegten Dateien. Wer sich das System ansehen will, findet eine Testversion von GTBlog bei mir auf dem Server. Admin-Passwort wird an Interessierte ausgehändigt.
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[24.12.2004] 
(Kleine Geschichte von mir zu Weihnachten für euch alle)
baeume_fortschritt.jpg


"Hallo!" riefen mir die Bäume zu.
"Ja?" fragte ich.
"Wir wollen eine Grenze ziehen, aber wir haben niemanden der uns eine Grenze zieht."
"Das kann ich gern machen", sagte ich, "aber warum soll ich euch eine Grenze ziehen?"
"Damit wir verschiedene Nationen bilden können", antworteten die Bäume.
"Na gut, das will ich machen. Aber wo soll ich euch die Grenzen ziehen?"
"So dass zusammenkommt, was zusammengehört."
"Soll ich alle Eichen zusammenfassen, und alle Buchen, und alle Fichten?"
"Ja, das klingt gut."
"Aber das geht nicht. Dann müssten ja alle Fichten beisammen stehen, und alle Buchen und alle Eichen."
"Ach so", sagten die Bäume.
"Außerdem könntet ihr keine Kriege machen, weil ihr bei den anderen nicht einmarschieren könnt."
"Ach so", sagten die Bäume. "Können wir dann auch keine andere Nation ausbeuten?"
"Nein, könnt ihr auch nicht."
"Stimmt natürlich", sagten die Bäume. "Aber was können wir dann?"
"Ihr könnt nur dastehen und irgendwann umfallen. Wo der Wind euch hinfallen lässt."
"Das wissen wir. Aber wie kann dann zusammenkommen, was zusammengehört?", fragten die Bäume.
"Ihr seid schon zusammen, so wie ihr zusammengehört. Ihr seid eine einzige Nation", antwortete ich.
"Ach so", sagten die Bäume. "Dann brauchen wir ja gar keine Grenze?"
"Nein", sagte ich.
"Aber," sagten die Bäume und schauten traurig, "wir wollten doch Fortschritt! Sag uns, wie wir Fortschritt haben können."
"Für was Fortschritt? Ihr hättet einfach das besser machen sollen, was ihr schon immer gemacht habt."
"Wie?", fragten die Bäume. "Sollen wir in Zukunft einfach versuchen besser dazustehen und irgendwann, wenn der Wind uns umfallen lässt, versuchen, besser umzufallen?"
"Bemüht euch nicht", sagte ich zu den Bäumen. "Wenn die Frage nach dem Forschritt gestellt wurde, dann kommt die Antwort schon zu spät."
"Achso", sagten die Bäume da, und dann schwiegen sie.
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[23.12.2004] 
The Knife
knife_pass_this_on.jpg "The Knife" aus Schweden machen wunderbar syntethischen Elektro-Pop. Das Video "Heartbeats" ist mein neuer Ohrwurm, das Video zu "Pass this On" ist dagegen so extrem eigenwillig, wie da ein Transvestit in einem Aufenthaltsraum eines Asylantenheims tanzt, dass es hier ebenso erwähnt werden muss.
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[23.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (10)
(Noch eine kleine Zugabe)
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[23.12.2004] 
DoomIII als Brettspiel
Hahaha, das ist krank!
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[22.12.2004] 
Dunkelkeit und Helligheit
...könnte man eigentlich auch mal sagen.
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[22.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (9)
(Letztes Bild)
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[21.12.2004] 
Der fremde Fremde
There is nothing so strange in a strange land, as the stranger who comes to visit it.
(Dennis O'Rourke, Filmemacher)
Via Ethno::log
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[20.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (8)

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[20.12.2004] 
Dein Hirn, immer für Überraschungen gut
Letzte Nacht stundenlang geträumt, Roulette zu spielen. Dort ein paar Chips, da ein paar Chips hingelegt, Kugel rollt, Chips werden eingezogen, Chips werden ausgezahlt. Es ist Jahre oder Jahrzehnte her, dass ich zuletzt Roulette gespielt habe oder in Film oder Fernsehen davon etwas gesehen habe. Es muss also mit dieser Spiegel-Geschichte zusammenhängen, die ich vor einer Woche gelesen habe. Seitdem ich nicht mehr fernsehe, scheint mein Hirn zu ausgewählten Nachrichten seine eigene Tagesschau zu produzieren. In den Nachrichten hätte man ja auch nur stundenlang belanglose Roulette-Szenen gesehen, und nicht das wirkliche Gangster-Trio, insofern passt das. Dank an mein Hirn an dieser Stelle, ich weiß schon für was ich dich habe. Und außerdem habe ich ein paar Euro gewonnen. Das gibts bei der Tagesschau nicht.
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[20.12.2004] 
Zeitverschiebung
Gerade Halloween-Mambas für 70 Cent gekauft. Da ist mir wieder eingefallen, dass es sich lohnen könnte, antizyklisch oder zumindest zeitversetzt zu leben. Adventskränze sind z.B. momentan auch sehr günstig, Lachs bekommt man Anfang Januar nachgeschmissen, Christbäume liegen dann überall auf der Straße, etc. Dumm nur, dass die Freunde dann wannanders feiern, aber die müsste man dann eben überreden mitzumachen, und die dann ihre Freunde, und die ihre, und so weiter ...
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[19.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (7)
laimer_verladebhf-042_350.jpg

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[19.12.2004] 
Böller statt Brot
sedan_bomb.jpg Die schönsten Knaller und Kracher der Bastler von der amerikanischen Atomenergie-Behörde und dem Verteidigungsministerium:
Studies were conducted of radiation contamination and fallout from a simulated accidental detonation of a weapon; and projects concerning earth motion, blast loading and neutron output were carried out.
Historical Nuclear Weapons Test Films. Wie überflüssig die Tests eigentlich sind, wird klar, wenn man als begleitende Lektüre Eyewitness Accounts of Hiroshima/Nagasaki Survivors wählt, denn alles, was man über Atombomben wissen muss, wird dort bereits gesagt:
It's a sad reality that the smell human beings produce when they are burned is the same as that of the dried squid when it is grilled. The squid - we like so much to eat.

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[19.12.2004] 
scottissue_vtpm.jpg Das Virtual Toilet Paper Museum. Traurig zu sehen, dass die Produkte damals noch ordentliche Namen hatten wie "Imperial", "Scott", "Nile-Queen", während man heute nur noch die dümmsten Bezeichnungen wie "Melanie", " Super Vlaush" oder "Happy End" findet. Nur "Charmin" konnte sich über die Jahre halten, aber wohl nur, weil der alte Name der Dämlichkeit von heute entspricht.
Via Media-Digest
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[18.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (6)

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[17.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (5)

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[17.12.2004] 
Zeit zum Untertauchen
U-Boot "U-21" zu verkaufen. Kommt sicher auch gut als Weinkeller oder Speisekammer. Mit 450 Tonnen müsste man das Ding noch nicht mal im Garten eingraben, das versinkt ganz von selber.
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[16.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (4)

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[16.12.2004] 
Bayern kennenlernen mit Ludwig Ganghofer
ganghofer_portrait.jpg Fragt micht nicht warum, es ist kompliziert, aber ich lese im Rahmen meiner Doktorarbeit gerade Ludwig Ganghofers "Das Schweigen im Walde" (Onlineversion verfügbar). Ein großartiges Buch. Man kann nicht sagen, dass es bis oben hin mit verklärten Klischees über die bayrische Heimat angefüllt ist, man muss eher sagen, dass alle Klischees über die bayrische Heimat aus diesem Buch stammen. Naja, und einigen anderen von Ganghofer. Zur Erheiterung meiner Leser, und zu meiner innerlichen Verarbeitung der schwer verdaulichen Realsatire gibt es ab heute über die nächsten Tage in loser Folge in meiner linken Spalte eine Art "Best of Ganghofer". Für Auswärtige sei darauf hingewiesen, dass weder die Schreibung des Dialekts noch die beschriebenen Tatsachen, Namen, Handlungen, Riten, Vorgehensweisen der Realität entsprechen. Ein Hinweis, der allerdings überflüssig erscheint, wenn man das letzte Jahrhundert Ganghoferscher Wirkungsgeschichte auf das Bild von Bayern Revue passieren lässt, denn es ist schon längst zu spät für solche Hinweise.
hergottschnitzer_oberammerg.jpgWer weiteres Interesse an Ganghofer und der von der Großstadt ausgehenden Revitalisierungsbewegung bayrischer Kultur hat, dem sei die Ausstellung Mythos Bayern im Münchner Stadtmuesum empfohlen, zu der es auch eine entsprechende Heimatfilmreihe gibt - allerdings nicht nur Ganghofer-Verfilmungen im Leni-Riefenstahl-Stil, sondern auch neuere Interpretationen der bayrischen Kultur wie etwa der großartige absurde Film "Out of Rosenheim" oder die beklemmende Romanverfilmung "Schlafes Bruder".
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[16.12.2004] 
Alter Laimer Verladebahnhof (3)

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[15.12.2004] 
WindowsXP und Word - Ihr Team gegen die Papierverschwendung

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[14.12.2004] 
Die wahren Trickster
metatrickster_ausschnitt.jpg Scheinbar gibt es in den Mythologien aller Zeiten und Orte ein widersprüchliches Wesen und dieses
mythische Wesen spielt in seinen Geschichten Menschen, Tieren und den Übernatürlichen harmlose bis derbste Streiche. Dazu bedient es sich der List, Lüge und Täuschung, seiner Intelligenz, sowie seiner Gabe, sich in Lebewesen und Gegenstände zu verwandeln. Es überschreitet und verletzt alle Regeln und Grenzen, ja verkehrt die Ordnung, um Erkenntnis, magische Kräfte oder die Unsterblichkeit zu erlangen. Doch manchmal verhält es sich auch tölpelhaft und wird selbst zum Angeschmierten seiner Unternehmungen, scheitert - legt sich selbst herein.
Nun, meine Damen und Herren, es gibt einen Menschen, der angetreten ist zu beweisen, dass im wirklichen Leben Trickstergestalten existieren und nicht nur im Mythos. Diese Gestalten sind Burton, Taxil, Gurdjieff, Backhouse, Crowley und Castaneda und sie haben mystische, verborgene, verwirrende und schwer greifbare Leben geführt, sind auf der ganzen Welt aufgetaucht und wieder verschwunden. Und der Autor der Arbeit ist Zephyrin Xirdal, oder, damit jeder versteht, dass es sich hier nicht um einen Mythos handelt, Alexander Knorr, Assistent am Institut für Völkerkunde und Afrikanistik in München, und er hat zu diesem wunderbaren Thema eine außergewöhnliche Doktorarbeit vorgelegt. Die steht nun stapelweise in seinem Büro und wartet darauf verkauft zu werden. Damit aber nicht sofort alle Exemplare weg sind, gibt es auch die Möglichkeit die Arbeit online zu lesen: Metatrickster (PDF, unter Creative Commons Lizenz). Und von mir herzlichen Glückwunsch! Ich wünschte, ich wäre auch bald soweit.
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[14.12.2004] 
Bruce Sterling in München
Gestern war Bruce Sterling in München und hat einen kleinen Vortrag über RFID-Chips gehalten (Mitschnitt als MP3). Zu diesem Anlass war auch Günter Hack in München um für die Schweizer Presse ein Interview mit Sterling zu machen, hat mich sehr gefreut ihn nach langer Zeit mal wieder getroffen zu haben, und danke für die Cola! Beim Vortrag selbst war er leider nicht mehr dabei, dafür außer mir natürlich die ganze Münchner ethnologische Weblog-Elite (Fab von Odd-Fish, Zephyrin Xirdal von xirdal.lmu.de, Korikori vom Rufposten und Nachwuchsblogger 2R vom 2R-Blog). Sterling sprach entgegen jeder Ankündigung einfach nur von der Problematik von RFID-Chips, das war nichts neues, aber extrem unterhaltsam und vor allem rockte er allein deshalb, weil die ganze angegraute Universitäts-Eminenz und die Sackofrackos von Hubert Burda, der das ganze im Rahmen der Iconic-Turn-Vorlesung veranstaltet hatte, vermutlich nichts verstanden von seiner freakigen Mischung aus Witz, Ernst und Übertreibung. Drei Brezn und ebensoviele Gläser Orangensaft auf Kosten der ollen Bunteleser verdrückt und nochmal an das Treffen mit Joshua von Brainfarts am Samstag gedacht und draufgekommen, dass Weblogs schon allein deshalb toll sind, weil sie Menschen mit den gleichen Interessen und Gedanken zusammenbringen, virtuell wie real.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 1]

[14.12.2004] 
Am alten Laimer Verladebahnhof (2)

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[13.12.2004] 
Am Laimer Verladebahnhof (1)

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[9.12.2004] 
Der Spaziergänger. Und Piotr. (Frei erfunden)
Der eine Mieter im Haus war in seinem ganzen Wesenszug als Spaziergänger der Großstadt zu beschreiben. Er ging nicht hinaus, um hinauszugehen, sondern um daheimzusein. Er stieg jeden Tag zur selben Zeit mit seinem Hund die Stufen des Hauses hinunter, kam in sich an, da wo er schon den ganzen Tag gewesen war, und ging eine Stunde oder länger spazieren. Er interessierte sich nicht für die Häuser und die Menschen darin. Er dachte an seine Probleme und an sein Leben, das ein Mitarbeiter der Wohnungsvermittlung unverknüpft in dieses Haus zwischen die anderen Städter eingehängt hatte. Er lief unreflektiert die stille und schweigsame Choreographie mit seinem Hund, den Blick nach unten auf die grauen Platten des Gehwegs gerichtet. Wenn man ihn grüßte, grüßte er freundlich zurück. Aber man kam mit ihm nicht ins Gespräch. Er war ein passiver Mensch der Abwehr.
Er hatte immer einen Regenschirm bei sich. Wenn es anfing zu regnen, dann schützte er sich mit seinem Regenschirm. Aber wenn es wieder aufhörte, dann merkte er es gar nicht und er kam mit aufgespannten Schirm zurück. Ich glaube, er hat sich sein ganzes Leben lang geschützt, obwohl es nie geregnet hat. Piotr wohnte ebenfalls in dem Haus. Der junge Pole arbeitete als Elektriker in der Stadt. Ich hielt ihn für einen ungebildeten und einfachen Menschen. Das war er auch. Er hatte keine Ahnung von Kultur, verstand nichts vom Theater, von Musik oder Literatur. Aber wenn man nur lange genug mit ihm redete, dann bemerkte man, dass dieser einfache Mensch nichts davon brauchte, weil er die Gabe hatte, das Leben als Theater zu erleben, die Stimmen und Geräusche als Musik und die Erzählungen der Menschen als Literatur. Wenn Piotr betrunken war, dann ließ er einen teilhaben an seiner durch und durch künstlerischen Welt. "Siehst du die Blätter dort, wie der Wind sie verwirbelt? Sie führen einen Tanz auf, und die alte Zeitung dort und die Plastikverpackung tanzen mit, und die Buchstaben geben das Lied vor, dass der Wind singt. Und der Regen ist mir die Malerei."
Ich war weit davon entfernt, seine Empfindungen zu verstehen, aber es reichte aus, um mir klarzumachen, dass man Piotr nichts von unserer sogenannten Kultur beibringen musste. Er hatte Kunst bereits im Überfluss, und ich schätze mich viel eher glücklich, dass er mich manchmal daran teilhaben ließ, denn es war die usprünglichste Kunst, die man sich vorstellen kann. Die Aufführungen am Staatstheater in der Stadt, so dachte ich jetzt, waren nicht mehr als ein gequältes Vorgeben von Kunst. Oder die Musik der Philharmonie, das war doch nur der verzweifelte Versuch die Eindrücke zu reproduzieren, die Piotr erlebte, wenn er das Fenster aufmachte und in den Hinterhof horchte.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 2]

[9.12.2004] 
Skeletale Anatomie von Comicfiguren
comic_skelette.jpg A character study of 22 present and past cartoon characters.
Wunderbar!
Via Ultimateinsult
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[9.12.2004] 
Die Süddeutsche und der Senegalesische Journalist
Wie vorgestern berichtet, hat die Süddeutsche vor zwei Tagen einen Artikel von dem senegalesischen Journalisten Sanou Mbaye mit mindestens einem eigenen Satz ergänzt, was dem erklärten Ziel, ausländische Journalisten zu Wort kommen zu lassen, völlig entgegenläuft. Der Senegalese sieht das genauso und antwortete gestern auf meine Mail:
Many thanks for your comments and the information you forwarded to me about the alteration with regard to the mentioning of the german president Horst Koehler in my article. This is contrary to any form of deontology and I will inform Project Syndicate accordingly.
Tja, so geht Internetz. Auf meine Mail hat die Redaktion nicht geantwortet, nun hoffe ich dass sie wenigstens von Project Syndicate Ärger bekommen. Es sind diese kleinen Mogeleien, die die Grenze zwischen brauchbaren Redakteuren und wertlosen Content-Producern ausmacht, und damit den Wert und die Verlässlichkeit einer Zeitung.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[7.12.2004] 
Die afrikanische Stimme zu Wort kommen lassen?
Ist ja schön und gut, dass die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe den sengalesischen Journalisten Sanou Mbaye zu Wort kommen lässt. Aber sind es altkolonialistische Überzeugungen, dass man dem Afrikaner beim Sprechen helfen muss, oder vielleicht doch eher journalistische Untugenden des Alltags, wenn in dem Artikel der deutsche Bundespräsident Hörst Köhler erwähnt wird, obwohl der im Original gar nicht vorkommt, und auch nicht in der deutschen Übersetzung vom Project Syndicate. Der Artikel in der Süddeutschen (kostenpflichtig) beginnt nämlich mit den Worten
Nur selten besuchen Staatsoberhäupter aus Überzeugung den afrikanischen Kontinent - wie jetzt der deutsche Bundespräsident Horst Köhler.

|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[6.12.2004] 
Große Kunst mit kleiner Kamera
gern_stern_1.jpg gern_stern_2.jpg gern_stern_3.jpg
Gern vom Stern hat sich bei ALO innerhalb von kurzer Zeit als großes Phototalent erwiesen, der aus seiner Billigkamera mit einer Auflösung unter einem Megapixel und ohne Display verlässlich sehr schöne Bilder herauszaubert, wie sonst kaum jemand. Jetzt hat er sein eigenes Photoweblog: Gern vom Stern : Photos.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[6.12.2004] 
Tetris (mit Foucault gesehen)
tetris_buecher.jpg Das Spiel Tetris war ein großer Erfolg, warum auch immer.
Ein Grund dafür, ein sehr unwahrscheinlicher allerdings, könnte sein, dass es die Grundprinzipien des Lebens im allgemeinen, Leben und Tod, nachformt. Ein Stein kommt von oben, fügt sich ein in das Bestehende, und verschwindet nach einige Zeit wieder. In gleicher Weise kann es auch als Metapher für die Gesellschaft gelten, in der wir das Neue aufnehmen, einbinden in das Netz der Gegenwart, bis sich dieses Netz der Bedeutungen schließlich wieder auflöst im Nichts.
Schließlich ist es auch eine Metapher für unsere Wissensgesellschaft im allgemeinen. Wie wir seit Jahrhunderten darum bemüht sind, Aussagen und Ideen aufeinanderzustapeln und dabei doch nur wieder das alte zusammenfassen, aber allein durch den Vorgang des Aufeinanderstapelns glauben, höher hinauszukommen. An dieser Stelle hat die Metaphorik zwischen dem Spiel Tetris und unsere Gesellschaft eine kleine Hintergründigkeit parat: Wir erleben es ja nie oder nur selten, dass solche aufgestapelten Diskurse ganz zusammenbrechen, auch wenn Ideen hin und wieder so fallen, dass sie nicht ganz passen. Aber wir kommen nicht höher hinaus, weil die alten Ideen an der Basis langsam wieder verschwinden, bis sie eines Tages wieder, vielleicht in einer anderen Farbe, oder in einer anderen Form, wieder vom Himmel fallen, von irgendwem genommen werden, und irgendwo, mal schlechter, mal besser, in die aktuellen Diskurse eingepasst werden.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 3]

[6.12.2004] 
Gestern im Wald
wald_dunkel.jpg
Und dazu passend: The Cure - A Forest.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 5]

[1.12.2004] 
herr gaggerin im weltraum der
In der Raumkapsel wars so dreckich, dass die mit Fliegengitter über Schlafsack schlafen mussten, wegen Gefahr von rumfliegenden Bartstoppeln und Schrauben einatmen. Aber auffe Erde kein Kinderspielzeug, doo
Ost-West-Deutsche Traumabewältigung bei Eleph.ant.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 1]

[1.12.2004] 
Der Wintermantel
für mich ist deutschland ja eher so ein alter wintermantel, den man ab und zu aus dem schrank holt und dann komisches zeug darin findet. hier ein brandloch, da ein fleck, aber mit schillerndem innenfutter.
(Malorama)
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[1.12.2004] 
Forschungsprojekt Modding Community
xirdal_signature.jpg Der Assistent an unserem Institut, zephyrin_xirdal, in der Fachwelt auch bekannt unter dem Namen Dr. Alexander Knorr, und mein Gründungspartner beim Ethno::log hat endlich die Seite zu seinem Habilitationsprojekt online geschaltet bekommen. Das Warten hat sich gelohnt, denn xirdal.lmu.de ist schon eine besonders schöne Adresse. xirdal_raumschiff.jpg In dem Forschungsprojekt geht es um alle kulturellen Aspekte und Kräfte, die in einer solchen Community präsent sind. Klassische ethnologische Themen, wie etwa die kulturell spezifische Anwendung von Technologie werden mit der klassischen Methode der Feldforschung in einem neuen Raum, dem Internet, untersucht. Man kann von dem Projekt wichtige Impulse für die Anwendung ethnologischer Methoden auf transnationale Communities im Internet erwarten, die für die Zukunft einen wichtigen Bestandteil unseres kulturellen Lebens bilden werden.
Insgesamt finde ich es äußerst begrüßenswert und vorbildlich, dass man ein großes Froschungsprojekt auch auf einer Website vorstellt, denn das sollte eigentlich Pflicht sein, wenn man den Begriff der offenen Wissenschaft ernst nimmt. In Design und HTML-Code übertrifft sie allerdings die Erwartungen, die man an einen Ethnologen stellen kann. Jetzt fehlt nur noch das Weblog - aber auch das wird kommen.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 0]

[1.12.2004] 
Deutschlandradio Berlin über Weblogs
Wer alles falsche über Weblogs wissen will, das bisher gesagt wurde und auch noch einige neue Dummheiten, der findet beim Deutschlandradio eine gute Zusammenfassung. Alles drin, angefangen vom falschen Geschlecht (der Blog) über das Dauermissverständnis, Weblogs allein mit der Tagebuch-Variante gleichzustellen. Dann haben wir da den Vergleich mit der privaten Homepage, die Erwähnung von Big Brother und Voyeurismus. Neu im Programm der Dummheiten ist in diesem Zusammengang, die wunderbare Idee, Weblogs mit der "Enttabuisierung der Intimsphäre" in Verbindung zu bringen.
Die Erwähnung von den "therapeutischen Möglichkeiten von solchem autobiographischen Schreiben" rundet die Idiotie des Autors krönend ab.
|ö| = KerLeone   [Kommentare: 8]
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