Der Schnurrbart vom Hausbesorger

"Es stinkt!" klagten sie alle. "Ich stinke nichts!" Er konnte nicht einmal deutsch. Er hatte eine dicke Nase und riesige Nasenlöcher, aber der Schnurrbart darunter war gewichst und reichte in die Löcher hinein. So roch er nur immer die Pomade, und die Leiche, die roch er nie.
Elias Canetti: Die Blendung, S. 502.

Pratense

Der Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense) kommt fast nie auf Wiesen vor.

Citipati

Im tibetanischen Buddhismus gibt es ein wild tanzendes Skelett-Paar, das die Friedhöfe beschützt. https://en.wikipedia.org/wiki/Citipati_(Buddhism)

Die öffentliche Grausamkeit

Noch zu Goethes Zeit durfte man in Frankfurt Straftäter, die in öffentlichen Käfigen hingen, "trillern": Sie so lang drehen, bis sie sich übergaben. Diese Zeiten öffentlich inszenierter Grausamkeit sieht Gustav Seibt (SZ) wieder zurückkehren.

Liebe Göttinen und Götter ...

Selbst die alten Römer hatten schon geschlechterneutrale Sprache - für Götter oder Göttinnen, zu deren Geschlecht sie nichts wussten. https://en.wikipedia.org/wiki/Si_deus_si_dea

Die neun Sonnen

Der Ethnologe Stan Mumford hat von den Gurung in Nepal die Erzählung von den neun Sonnen überliefert: Danach fand ein Jäger einen Hirsch mit goldenem Geweih. Aber die Pfeile prallten an den Edelsteinen auf seinem Körper ab. Enttäuscht legte er sich schlafen. Im Traum erschien ihm ein Erdgeist und sagte: "Du kannst den Hirsch haben, aber nur, wenn du mir einen Fisch aus dem südlichen Tal und einen Vogel aus den nördlichen Bergen gibst." Der Jäger wachte auf und holte die beiden Gaben und gab sie dem Erdgeist. Darauf sah er die Spuren des goldenen Hirsches und folgte ihnen bis in die Unterwelt. Dort traf er auf die kleinen Leute. Die sagten: "Du kannst den Hirsch haben, aber nur wenn du uns einen kleinen Teil am Ausgang der Unterwelt ablegst."

Nach drei Tagen fand der Jäger den Hirsch und erlegte ihn. Als er aus der Unterwelt hinausging, hielt er sich aber nicht an sein Versprechen.

Er ging nach Hause aber es war plötzlich extrem heiß, er sah überall tote Tiere, die in der Hitze verrotteten. Auch sein Sohn war an der Hitze gestorben. Die kleinen Leute aus der Unterwelt hatten neun Sonnen erschaffen.

Der Jäger erkundigte sich, wie er die zusätzlichen Sonnen entfernen könnte und stieß auf einen Vogel. Der Vogel sagte: "Wenn ihr mir erlaubt, auf dem großen Wunschbaum zu nisten, dann kann ich die Sonnen entfernen". Alle Leute stimmten zu und gaben dem Vogel Gerste, Weizen, Mais und andere Körner. Der Vogel baute sich ein Nest so weit oben, dass ihn niemand stören konnte. Dort tanzte er die ganze Nacht, bis die neun Sonnen wieder auf eine reduziert waren. Stan Mumford: Himalayan Dialogue: Tibetan Lamas and Gurung Shamans in Nepal, S. 71-72

Das Loch am Fluss

Der Friseur von König Midas musste unbedingt das Geheimnis über die Eselsohren des Königs loswerden, deswegen grub er ein Loch am Fluß, rief die Nachricht dreimal hinein und buddelte das Loch wieder zu.

Der unbekannte Gott

Die Griechen hatten einen eigenen Tempel für "den unbekannten Gott".

Adler am Yggdrasil

In der nordischen Mythologie gibt es einen Adler am Weltenbaum Yggdrasil, dessen Name unbekannt ist. Und die Gottheit Lodur, die in den Texten so selten genannt wurde, das man nichts über sie weiß.

Manchego

Im amerikanischen Hiphop ist Manchego ein Luxusobjekt.