Hästkrake

Die Skandinavier verwenden das Wort "krake" nicht nur für den Tintenfisch, sondern generisch für Tiere, die abartig, verdreht oder krank sind. Hästkrake ist z.B. ein alter Gaul.

Raub und Robe

Ich bin ja nur Hobby-Etymologe. Aber dass "Raub" und "Robe" zusammenhängt (gemeinsame germanische Wurzel *raubaz), weil man Kleidung gerne gestohlen hat , finde ich sehr zweifelhaft, auch wenn drei Wissenschaftler das behaupten (Pfeifer 1995, Barber 1975, Lane 1931).

Hier also meine alternative These, auf dass sie im Internet versinke: Der belegte linguistische Zusammenhang ergibt sich analog zur slawischen Linie von ryti: ausreißen, rupfen aus der Wollproduktion. PIE-Wurzel ebenfalls *Hrew und damit zahlreiche Nachfolger in den Wortfeldern (Rupfen/Raub, Rauheit/Zerstören und Wolle/Textil):

रोमन् róman Wolle, Haar रूई rūī Baumwolle

altnorwegisch rýja "Wolle rupfen"

lat. ruere graben runcō jäten rumpere brechen

🇬🇧 rude, rough, rubble, rot, rug, rag, reave, robe, ravine

🇩🇪 rauben, Robe, rau, raufen, reuten, roden, rupfen, Riemen, rubbeln

🇪🇸 rudo (grob), ropa (Kleidung), robar (rauben) rompo (brechen), arrancar (herausreißen)

🇬🇷 ὀρῠ́σσω graben, ρούχο Kleidung

Siehe Pokorny.

Sahradeur

Wir lernen Mediterranisch:

🇬🇧 hazard - Risiko 🇩🇪 Hasardeur (Spieler, Abenteurer) 🇫🇷 hasarder - wagen 🇪🇸 al azar - zufällig 🇹🇷 zar, 🇮🇷 زار (zâr), 🇬🇷 ζάρι (zári) - Würfel

Von arabisch زَهْر (zahr): Würfel, Blume, Blüte. Aus letzterem Kontext stammt auch der Vorname "Sahra".

Stifte-Vifte

Hindi hat eine ziemlich ausgearbeitete u. kreative Reduplikationsfunktion:

Volle Reduplikation: jâte-jâte "während dem Gehen" baccâ baccâ jântâ hai "alle Kinder wissen das"

Teilreduplikation, zB mit "V" pen-ven "Stifte und ähnliches" cây-vây "Tee u.ä."

https://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00449691/document

Heutegesternmorgen

Das Hindi hat zwei faszinierende symmetrische Zeitausdrücke:

कल (kal) - gestern/morgen परसों (parsõ) - vorgestern/übermorgen

Ersteres kann man mit "heute" (आज āj) zusammenziehen: आजकल (ājkal) - heutegesternmorgen = heutzutage

Frankenbetel

Wusste gar nicht, dass uns ganz Asien als Franken bezeichnet(e) (zb فرنگ farang, फ़िरंगी firaṅgī, ฝรั่ง fà-ràng, folangji 佛郎機) und z.B. das Thai es sogar zur Wortbildung nutzt: Kartoffel = Frankenwurzel Kaugummi = Frankenbetel Spargel = Frankensprossen

Partyfuß

Wörtliche Nachbildungen von Tretroller in anderen Sprachen: 🇪🇸 Einzelpfoter (monopatín) 🇨🇿 Radrenner (koloběžka) 🇳🇴 Tretfahrrad (sparkesykkel) 🇫🇮 Tretbord (potkulauta) 🇫🇷 Trapplerin (trottinette) 🇮🇱 Krapplerin (korkinet) 🇵🇱 Partyfuß (hulajnoga) 🇷🇺 Selbstroller (самокат)

Löffel

Die alten Römer hatten spezielle Löffel (cochlearium) mit spitzem Ende, mit denen man vor allem Eier und Schnecken gut essen konnte. Aus dem gr. Wort für Schnecke κοχλίας stammen also alle romanischen Wörter für Löffel: cucchiaio cuiller cuchara.

Das neugriechische κουτάλι weist dagegen auf einen gröberen Kontext (κόπτω λάκτις mit Stößel zerschlagen).

Das deutsche "Löffel" steht im Kontext von lecken, laben und findet Verwandte von Spanien (lamer) über Russland (ло́пать lópatʹ verschlingen) bis Iran (لب lab Lippe).

Ganove Canopus

Das arabische Wort für "Süden" جَنُوب (janūb, Wurzel j-n-b "weit weg") hat vermutl. Verbindungen zum Leitstern Canopus (auch Name des myth. Steuermanns eines Schiffs, das auch als die Argo bekannt ist, die nach dem Goldenen Vlies suchte). Auch die Südwand der Kaaba ist nach Canopus ausgerichtet.

Genial (aber unwahrscheinlich) ist eine koptische Verbindung (kahi-nub: Region des Goldes, passend dazu kahi-ra: Region des Sonnengottes Ra -> Kairo). Als sicher gilt die Verbindung mit "Ganove": über das Hebräische גָּנַב (ganáv, stehlen) von جَنَبَ (janaba) daneben, zur Seite legen.

To form rice in the shape of a mountain

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